Kanzlerkandidatengattin: Steinbrücks Frau lobt Merkels Mann

Peer Steinbrücks Ehefrau Gertrud will sich zurückhalten. Sie sei kein Anhängsel ihres Mannes, sagte sie einer Zeitung, sie habe ihren eigenen Kopf und ihr eigenes Leben. Ihr Vorbild: Joachim Sauer, der Mann der Bundeskanzlerin.

Steinbrück, Merkel und Obama: Ehen in der Öffentlichkeit Fotos
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Berlin - Gertrud Steinbrück könnte sich jetzt häufiger in der Öffentlichkeit präsentieren - sie will aber nicht, sagte sie: Die Ehefrau des derzeit noch inoffiziellen SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück lehnt eine ständige öffentliche Präsenz der Partner von Spitzenpolitikern ab. Der "Welt am Sonntag" sagte sie: "Politiker versehen ein Wahlamt, da gibt es nicht den Ehepartner als Beigabe, als Zufallsprodukt dazu."

Ihr Mann Peer Steinbrück hatte einen mehr als holprigen Start in den Wahlkampf: Vom positiven Überraschungseffekt der Kandidatenkür blieb wenig übrig, zu sehr ärgerten sich die Wähler über Steinbrücks Nebeneinkünfte. Keine leichte Zeit für Steinbrücks Familie: "Die ausgiebige Berichterstattung über die früheren Nebentätigkeiten meines Mannes empfinde ich als belastend und ehrenrührig", sagte Gertrud Steinbrück. "Die vergangenen Wochen waren daher auch für unsere Kinder und mich wirklich hart."

Gertrud Steinbrück ist promovierte Biologie- und Politiklehrerin an einem Bonner Gymnasium. Als ihr Mann noch Ministerpräsident in Nordrhein-Westfalen war, unterrichtete sie ihre Schüler schon mal in der "nullten Stunde", um 7 Uhr in der Früh. Sie holte so den Unterrichtsverlust auf, der entstand, wenn sie ihren Mann zu offiziellen Terminen begleiten musste.

Gertrud Steinbrück lobt Merkels Mann Joachim Sauer

Sie betonte jetzt, dass sie nicht als Anhängsel wahrgenommen werden möchte: "Ich habe meine eigene Vita, meinen eigenen Kopf, den eigenen Beruf, die eigenen Interessen und bin nicht die zweite oder dritte Ableitung meines Mannes", sagte sie.

Sie lobte in diesem Zusammenhang Joachim Sauer, den Ehemann von Kanzlerin Angela Merkel (CDU). "Herr Sauer macht es gut", sagte Gertrud Steinbrück. "Er hält sich zurück und sucht selten bis nie die öffentliche Bühne, dafür habe ich großen Respekt. Vielleicht hat er es einfacher, weil er in seinem Fach eine Kapazität ist, ein sehr kluger Kopf. Aber vor seiner generellen Zurückhaltung habe ich großen Respekt."

Nicht überraschend also, dass ihr die Auftritte von Ehefrauen amerikanischer Politiker wenig zusagen: "Wer auch nur etwas graue Substanz unter seiner Schädeldecke hat, weiß, dass die Fotos der Politiker-Familie bei Chips und Cola vor dem Fernseher gestellt sind. Sie sind ein großer Fake", sagte sie. "Geistiges Popcorn, das die Intelligenz eines jeden Bürgers beleidigt."

Gertrud Steinbrück, Jahrgang 1949, kündigte an, im Sommer 2013 in den Ruhestand zu gehen. Dann wolle sie öfter als bisher nach Berlin reisen.

fln/dpa

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