Professorin Joost Digitalkompetenz für Steinbrücks Schattenkabinett

Die digitale Welt zählt nicht unbedingt zu den Kernkompetenzen von Peer Steinbrück - nun hat er in Gesche Joost eine Expertin in sein Schattenkabinett berufen. Die 38 Jahre alte Designforscherin gehörte einst zu Deutschlands "100 Köpfen von Morgen".

Professorin Joost: Tippfehler in Steinbrücks Vorstellungstweet
Valeria Mitelman

Professorin Joost: Tippfehler in Steinbrücks Vorstellungstweet


Hamburg/Berlin - "Ich freue mich, dass Gesche Jost in meinem Kompetenzteam im Bereich Netzpolitik mitarbeiten wird", schrieb Peer Steinbrück an diesem Freitag bei Twitter. Im Gegensatz zu SPD-Parlamentsgeschäftsführer Thomas Oppermann und Klaus Wiesehügel, Chef der Gewerkschaft Bau-Agrar-Umwelt, ist die 38-Jährige auf der politischen Bühne noch eine Unbekannte. Offenbar müssen sich sogar Steinbrück und sein Team noch an den Namen gewöhnen - denn im ersten Tweet war er zunächst falsch geschrieben, nämlich nur mit einem "o". In einem zweiten Tweet korrigierte Steinbrück den Fehler.

Gesche Joost soll die SPD und ihren Kanzlerkandidaten ins digitale Zeitalter führen. "Bei ihr weiß ich Themen wie die gesetzliche Festschreibung der Netzneutralität oder die Neuregelung des Urheberrechts in guten Händen", sagt Steinbrück. Er lobt sie als "exzellente Kennerin aller Entwicklungen unseres zunehmend digitalisierten Lebens".

Joost wirkt jung, kreativ, locker - Eigenschaften, die Steinbrücks Wahlkampf nur gut tun können. An der Universität der Künste Berlin entwickelt die Professorin und Design-Forscherin Projekte zu den Themen Mensch-Maschine-Interaktion und zur gesellschaftlichen Partizipation. Bereits seit rund sieben Jahren zählt Joost zu Steinbrücks Beraterkreis.

Kommunikationshandschuh für Taubblinde entwickelt

Auf der Internetseite des SPD-Kandidaten schreibt Joost in ihrer Selbstvorstellung über "die spannenden Themen, die vor uns liegen". Dazu zählten Open Data, Open Access und Open Innovation, ein noch junges Feld für die Politik, so Joost: "Für mich eine großartige Aufgabe und Möglichkeit, hier mitwirken zu können." Dabei stellt sie auch klar, dass es nicht allein um die neuen technologischen Möglichkeiten geht, sondern um den "tiefgreifenden Wandel einer vernetzten Gesellschaft - sozial, kulturell und ökonomisch".

Joost ist 1974 in Kiel geboren, hat in Köln, Chicago und Tübingen studiert, erhielt einige Auszeichnungen. Unter anderem war sie 2006 einer der "100 Köpfe von Morgen" der Bundesregierung. Zwei Jahre später erhielt sie den Nachwuchs-Wissenschaftspreis des Regierenden Bürgermeisters von Berlin.

Aktuell arbeitet Joost an Projekten zur besseren Interaktion von Mensch und Maschine. Sie hat mit ihrem Team einen Kommunikationshandschuh für Taubblinde entwickelt, mit dem diese mit textilen Sensoren E-Mails schreiben und empfangen können. Auch interaktive Kleidung gehört dazu, Strickjacken können etwa selbständig Hilfe für Schlaganfallpatienten rufen.

Steinbrück will bis Juli sein Schattenkabinett schrittweise vorstellen. Es soll zur Hälfte aus Frauen bestehen.

Die CDU reagierte mit Spott auf Steinbrücks Personal. "Wenn man den entscheidenden Agenda-2010-Befürworter Oppermann und den entscheidenden Agenda-2010-Gegner Wiesehügel in ein Team beruft, dann braucht man wohl eine Rhetorik-Expertin, um die Unglaubwürdigkeit dieses Zick-Zack-Kurses zu bemänteln", sagte CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe der "Welt".

Wie viele Digital-Experten ist Joost selbst auch bei Twitter aktiv, am Freitagabend kam sie aber auf bescheidene 85 Tweets und 351 Follower. Ihr zweiter Tweet überhaupt stammt vom 10. Januar dieses Jahres. Darin gratulierte sie Peer Steinbrück zum Geburtstag.

max/dpa/AFP



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insgesamt 31 Beiträge
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guentherprien, 10.05.2013
1. Wer wegen Mathematik sitzenbleibt, hat oft auch Probleme mit der Rechtschreibung,
weil einfach der Willen und die Fähigkeit fehlen um einfachste Vorgänge erfolgreich abzuschliessen. Da ist doch der Fehler den Namen eines Schattenkabinettsmitglieds falsch zu schreiben nicht so fatal. Alle in der gleichen Klippschule,--- SPD. So Patzt Deutschland = SPD...
christian10 10.05.2013
2. das ist kaum zu glauben
->Bereits seit rund sieben Jahren zählt Joost zu Steinbrücks Beraterkreis. und nach sieben jahren weiß man nicht ob man sie mit einem o oder mit zwei o schreibt? gab es da grad nicht die sache mit dem wahlkampfspruch "das Wir entscheidet", wo man vergessen hatte bei google nachzugucken, ob den schon jemand hat und dann heraus kam, dass der spruch einer leiharbeitsfirma gehört? wie oberflächlich wird da eigentlich gearbeitet?
ohminus 10.05.2013
3.
Zitat von christian10->Bereits seit rund sieben Jahren zählt Joost zu Steinbrücks Beraterkreis. und nach sieben jahren weiß man nicht ob man sie mit einem o oder mit zwei o schreibt? gab es da grad nicht die sache mit dem wahlkampfspruch "das Wir entscheidet", wo man vergessen hatte bei google nachzugucken, ob den schon jemand hat und dann heraus kam, dass der spruch einer leiharbeitsfirma gehört? wie oberflächlich wird da eigentlich gearbeitet?
Wer das kritisieren will sollte vielleicht nicht gerade selbst mit bestem Beispiel voran gehen. Dass es innerhalb der SPD üblich ist, sich mit Vornamen anzureden, egal wie gut und lange man sich kennt, scheint noch nicht zu Ihnen vorgedrungen zu sein. Wenn man dann gewohnt ist, mit und von jemandem nur auf Basis des Vornamens zu reden ist es alles andere als verwunderlich, wenn man sich bei den Details des Nachnamens vertut.
espressoli 10.05.2013
4. Herzlich Willkomen, Frau Joost...
... und machen Sie sich nichts daraus, dass auch hier bei "Spiegel online" das wichtigste dieser Information anscheinend das unwichtige, fehlende, zweite O in Ihrem Namen war, das Peer Steinbrück korrigiert hat... Wären Sie im Merkel-Team (wer ist dort überhaupt?) wären Sie und Merkel in öffentlichen Lobeshymen bereits "ersoffen"... Freut mich, dass Sie auf kostenfreie, mediale Lobeshymnen verzichten können und sich für die SPD und Peer Steinbrück entschieden haben... :-)
doktorplagiatsverdacht 10.05.2013
5. Herr Gröhe
Wenn man Euren Zickzackkurs beschreiben soll braucht Ihr sicher keine Kommunikationsexperten sondern eher nen Therapeuten. Ihr könnt doch eh nur abschreiben, dann hättet Ihr ehrlicherweise auch Guttenbergini und Schawanskinki behalten können, Ihr Blender!
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