Gewalt gegen Homosexuelle: Westerwelle kritisiert georgische Regierung

Demonstration in Tiflis: Orthodoxe Christen schlugen Homosexuelle in die Flucht Zur Großansicht
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Demonstration in Tiflis: Orthodoxe Christen schlugen Homosexuelle in die Flucht

Außenminister Westerwelle hat sich bei seiner georgischen Amtskollegin wegen der Übergriffe auf Homosexuelle beschwert. Die Politikerin versicherte, Minderheiten würden in ihrem Land geschützt. Orthodoxe Christen hatten zuvor einen Demonstrationszug in Tiflis brutal attackiert.

Hamburg - Außenminister Guido Westerwelle hat in einem Telefonat mit seiner georgischen Amtskollegin Maja Panjikidze seine Empörung über einen Angriff auf eine Homosexuellen-Demo zum Ausdruck gebracht. Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE kritisierte der Minister in dem Gespräch die schweren Ausschreitungen am Freitag in Tiflis. Derartige Vorgänge seien in einem Land, das zur euroatlantischen Wertegemeinschaft gehören wolle, nicht akzeptabel.

In Georgien hatten am Freitag Homosexuelle den Internationalen Tag gegen die Homophobie genutzt, um für ihre Rechte zu demonstrieren. Doch die Anhänger der orthodoxen Kirche hatten rund 5000 Gegendemonstranten mobilisiert. Darunter waren Männer mit georgischen Flaggen und alte Frauen, die Brennesselbüschel in der Hand hielten. Trotz eines massiven Polizeiaufgebots hielten die Sicherheitskräfte die wütenden Ultraorthodoxen nicht davon ab, die geplante Homo-Demo zu stören.

Angeführt von Priestern durchbrachen die Ultraorthodoxen Polizeiabsperrungen in der Hauptstadt und trieben die Homosexuellen-Aktivisten in die Flucht. Die Männer und Frauen mussten von der Polizei mit Bussen in Sicherheit gebracht werden. Mehrere Verfolger bewarfen die Busse mit Steinen und schlugen gegen die Scheiben. Es soll mehrere Verletzte gegeben haben.

Die georgische Außenministerin versicherte Westerwelle, dass die Vorgänge auf den geschlossenen Widerstand der Politik in Georgien treffen. Die georgische Regierung werde alles tun, um Minderheiten und ihre Rechte zu schützen.

Homosexualität ist in dem streng konservativen Kaukasusstaat noch immer stigmatisiert. Das Oberhaupt der Orthodoxen Kirche Georgiens, Patriarch Ilia II., hatte ein Verbot der Homorechts-Demo gefordert und erklärt, Homosexualität sei "anormal und eine Krankheit". Ministerpräsident Bidsina Iwanischwili hatte im Vorfeld der Demonstration angekündigt, die Polizei werde die Homorechts-Demo schützen.

ler

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insgesamt 48 Beiträge
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1. Krank
snickerman 19.05.2013
und irregeleitet sind höchstens Fanatiker, die mit Kreuz und Stein gegen friedliche Umzügler vorgehen- ich hoffe, es gibt eine Heilung für diese armen, ferngesteuerten Hassbürger und ihre Aufhetzer, angetan mit prächtigen Roben, umhüllt von Weihrauchnebeln... Und für Foristen, die meinen, diese widerlichen Angriffe auch noch verteidigen zu müssen.
2. Warum jetzt?
batmanmk 19.05.2013
Zitat von sysopDPAAußenminister Westerwelle hat sich bei seiner georgischen Amtskollegin wegen der Übergriffe auf Homosexuelle beschwert. Die Politikerin versicherte, Minderheiten würden in ihrem Land geschützt. Orthodoxe Christen hatten zuvor einen Demonstrationszug in Tiflis brutal attackiert angegriffen. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/gewalt-gegen-homosexuelle-westerwelle-kritisiert-georgische-regierung-a-900731.html
Jetzt wo der US-Liebling Sakaaschwilli bei dem letzen Wahlen abgesägt worden ist, darf auch wieder hart über Georgien abgezogen werden, obwohl es in der Vergangenheit bereits mehrfach solche Ereignisse gab. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt...
3. Der Balken im eigenen Auge...
oromotofahrer 19.05.2013
sieht er nicht! Der Herr "Osterwelle" sollte sich lieber um die Gewalttaten gegen Schwule&Leben in Deutschland kümmern. Aber die werden ja von "Fachkräften" begangen... darüber spricht und schreibt man nicht. Nicht die Politiker der Viererbande, noch die "Journalisten" der Systempresse! 1984 ist heute, Zwiesprech&Doppeldenk längst Alltag!
4. Solche Länder gehören noch lange nicht zu Europa
michibln 19.05.2013
Schön, dass Westerwelle hier mal deutliche Worte findet.
5. Aber Panzer verticken, gelle!
unixv 19.05.2013
Warum regt er sich darüber nicht auf? Die meisten Länder in die wir Panzer verkaufen, würden in mit seiner Sexuellen Neigung sofort am nächsten Baum aufbaumeln! Aber da kommt ja reichlich Geld als Partei-Spende zurück, oder? Scheinheiliger geht es kaum, peinliche Person!
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