Gewinner des Sparpakets Finanzbranche

Bankenviertel in Frankfurt: Abgabe auf Finanzgeschäfte kommt frühestens 2012
DPA

Bankenviertel in Frankfurt: Abgabe auf Finanzgeschäfte kommt frühestens 2012


Kritiker in der Koalition warnen bereits seit Wochen vor einer Überforderung der Finanzbranche. Sie verweisen auf die beschlossene Bankenabgabe und die verschärften Eigenkapitalregeln, die die Institute ernorm belasteten, und malen bei jeder sich bietenden Gelegenheit das Gespenst der Kreditklemme an die Wand.

Wie es aussieht, hat sich die Lobbyarbeit gelohnt: Insgesamt soll der Finanzsektor ab 2012 rund zwei Milliarden Euro zum Sparpaket beitragen. Ein lächerlicher Betrag angesichts der Kosten, die die von den Banken wesentlich mitverursachte Finanzkrise mit sich gebracht hat.

Bei näherem Hinsehen entpuppt sich der Anteil der Finanzbranche am Sparpaket ohnehin eher als Luftbuchung: Die veranschlagten 1,2 Milliarden Euro pro Jahr aus der Bankenabgabe werden nämlich nicht dem Staatshaushalt zugute kommen, sondern in einem neuen Fonds für künftige Bankenkrisen landen. Und die Abgabe auf Finanzgeschäfte will die Bundesregierung am liebsten auf internationaler und europäischer Ebene abstimmen. Die Erfolgsaussichten dafür sind aber nicht sehr hoch. Bundeskanzlerin Angela Merkel rechnet deshalb auch nicht vor Januar 2012 mit einer Einigung.

Doch selbst dieser Zeitplan gilt vielen Experten noch als ambitioniert. Wenn es tatsächlich zu einer internationalen Finanzmarkttransaktionssteuer kommt, dann dürfte sie so gering ausfallen, dass von einem echten Beitrag der Finanzbranche kaum mehr die Rede sein dürfte.

Zurück zum Hauptartikel

mik

Mehr zum Thema


Forum - Das Sparpaket - gerecht und ausgewogen?
insgesamt 11602 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Sumerer 07.06.2010
1.
Zitat von sysopDas größte Sparpaket in der Geschichte der Bundesrepublik ist beschlossen: Die schwarz-gelbe Regierung will den Etat bis 2014 um 80 Milliarden Euro kürzen. Einkommen- und Mehrwertsteuer werden zunächst nicht erhöht. Ist das Gesamtpaket Ihrer Meinung nach ausgewogen und gerecht?
Nein. Zuerst hätten die Verursacher des Schuldenberges der BRD an die denken müssen, die diesen beschlossen haben. Also an sich selbst.
T. Wagner 07.06.2010
2.
Mit dem, was ich so gelesen habe, kann ich durchaus leben. Ich bin zufrieden und hoffe nur, daß es den gewünschten Erfolg zeitigt.
ergoprox 07.06.2010
3.
Zitat von T. WagnerMit dem, was ich so gelesen habe, kann ich durchaus leben. Ich bin zufrieden und hoffe nur, daß es den gewünschten Erfolg zeitigt.
Genau, Hauptsache nicht selbst betroffen. So ist er, der deutsche Nichtsblicker.
nixkapital 07.06.2010
4. Lach...
Zitat von T. WagnerMit dem, was ich so gelesen habe, kann ich durchaus leben. Ich bin zufrieden und hoffe nur, daß es den gewünschten Erfolg zeitigt.
Wenn Sie die Meldung auf SPON meinen, scheinen Sie sich ja mit wenig bis nichts zufrieden zu geben. Bisher ist alles nur eine Absichtserklärung ohne konkrete Zahlen. Warten Sie mal ab, bis sich die Lobbyisten warmgelaufen haben, dann werden wir ja sehen, wer vor allem für alle sparen darf. Das werden weiterhin die Leute mit den kleinen Gehältern und die Arbeitslosen sein.
T. Wagner 07.06.2010
5.
Zitat von ergoproxGenau, Hauptsache nicht selbst betroffen. So ist er, der deutsche Nichtsblicker.
Von was sind Sie denn persönlich betroffen bei den geplanten Einsparungen? Fürchten Sie bereits jetzt schon, sich im Winter einen kalten Hintern zu holen, wenn die Heizkosten für Hartz-IV-Bezieher nicht mehr in voller Höhe übernommen werden?
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.