Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Reaktion auf Giftgaseinsatz: Seehofer zeigt Verständnis für mögliche Bombardierung

Eine Beteiligung deutscher Soldaten kommt für CSU-Chef Seehofer nicht in Frage - für ein mögliches Eingreifen der USA in den syrischen Bürgerkrieg zeigt er jedoch Verständnis. Im Kanzleramt glaubt man nicht, dass eine Intervention den Wahlkampf beeinflussen würde.

Seehofer (Archivbild): "Absolutes Verständnis für eine Reaktion der Amerikaner" Zur Großansicht
DPA

Seehofer (Archivbild): "Absolutes Verständnis für eine Reaktion der Amerikaner"

Hamburg - CSU-Chef Horst Seehofer hat Verständnis für ein mögliches militärisches Eingreifen der USA in den syrischen Bürgerkrieg geäußert. "Wenn der Einsatz von Giftgas durch Assad belegt ist und auf dem Verhandlungswege keine Lösung gefunden werden kann, habe ich absolutes Verständnis für eine Reaktion der Amerikaner", sagte Seehofer SPIEGEL ONLINE.

"Deutschland sollte die USA dann politisch unterstützen", so Seehofer. Er wolle nicht erneut wie im Falle Libyens auf der Seite Russlands und Chinas stehen. Eine direkte Beteiligung deutscher Soldaten an Angriffen in Syrien schloss Seehofer aus. Voraussetzung für ein militärisches Eingreifen sei jedoch, dass ein "ernsthafter Versuch unternommen wurde, mit Verhandlungen zu einer Lösung zu kommen".

Im Kanzleramt spielt man inzwischen die Konsequenzen möglicher Militärinterventionen durch. Angela Merkels Strategen gehen davon aus, dass die Wähler die Bemühungen der Kanzlerin um eine friedliche Beilegung der Krise auch dann zu würdigen wissen, wenn die USA Syrien schließlich doch im Alleingang angreifen. Merkels Rolle wird auch für diesen Fall weiterhin sein, auf eine politische Lösung des Konflikts zu dringen. Zwar wissen Merkels Leute, dass die Deutschen jede Art der militärischen Intervention sehr kritisch sehen.

Kein "Blut für Öl"

Eine Parallele zum Wahlkampf 2002 sieht man im Kanzleramt jedoch nicht. Zum einen sei ziemlich klar, dass Assads Regime für den Giftgaseinsatz verantwortlich sei. Zudem würden die Deutschen den Amerikanern heute anders als vor dem Irakkrieg keine unlauteren Motive unterstellen ("Blut für Öl"). Schließlich sei Obama in Deutschland ein beliebter US-Präsident und nicht mit der Hassfigur George W. Bush zu vergleichen.

Der US-Präsident hatte am Samstag angekündigt, Syrien angreifen zu wollen. Der Einsatz von Chemiewaffen sei ein "Angriff auf die menschliche Würde" und könne nicht folgenlos bleiben. Trotz dieser grundsätzlichen Entscheidung wolle er aber den Kongress konsultieren. Das Repräsentantenhaus tritt regulär jedoch erst am 9. September wieder zusammen.

Die syrische Opposition beklagte, die Verzögerung des erwarteten US-Angriffs gebe dem Regime mehr Zeit, seine Soldaten und Waffensysteme in Sicherheit zu bringen. In den vergangenen Tagen seien weitere Artilleriegeschütze, Raketen und Truppen in Wohngebiete und auf Gelände von Universitäten und Schulen verlegt worden, erklärte die Nationale Syrische Koalition. Dadurch werde ein Angriff auf rein militärische Ziele deutlich erschwert.

Peter Müller/ore/dpa

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 50 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Woher nehmen Sie ihr Wissen?
amerzenich 01.09.2013
---Zitat--- Zudem würden die Deutschen den Amerikanern heute anders als vor dem Irakkrieg keine unlauteren Motive unterstellen ("Blut für Öl"). Schließlich sei Obama in Deutschland ein beliebter US-Präsident und nicht mit der Hassfigur George W. Bush zu vergleichen. ---Zitatende--- Niemals hat der Ami interesse am Öl! Obama ist genauso wie bush am Tropf irgendwelcher geldgeber und der macht das so, das die ölrecourcen erstmal unter die amerikanische Verwaltung kommen.
2.
torben28 01.09.2013
Wäre die Wahl nicht, könnten wir vor lauter Kriegsgeschrei unsere eigenen Worte nicht verstehen. Doch Krieg kommt in Deutschland bei der großen Mehrheit nicht gut an. Deshalb die vornehme Zurückhaltung bei den Politikern der Altparteien.
3. Der Horsti wieder
kannmanauchsosehen 01.09.2013
Zitat von sysopSPIEGEL ONLINEEine Beteiligung deutscher Soldaten kommt für CSU-Chef Seehofer nicht in Frage - für ein mögliches Eingreifen der USA in den syrischen Bürgerkrieg zeigt er jedoch Verständnis. Im Kanzleramt glaubt man nicht, dass eine Intervention den Wahlkampf beeinflussen würde. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/giftgaseinsatz-seehofer-hat-verstaendnis-fuer-syrien-bombardierung-a-919756.html
".... Zudem würden die Deutschen den Amerikanern heute anders als vor dem Irakkrieg keine unlauteren Motive unterstellen ...." Wie man sieht, kennt er sein Volk.
4. Seehofer
oannad 01.09.2013
hat Verständnis für ein mögliches militärisches Eingreifen der USA !!!!! Dann sollte er sich seinen Kampfanzug anziehen und mitmachen aber keine anderen Menchen in den möglichen Tod schicken. Gewalt gegen Gewalt ist keine Lösung sondern führt zu Leid und Tod. Wann werden die Politiker das verstehen und einsehen? Wann hören sie mit ihrer Propaganda auf und machen wirklich gute Politik für den Menchen und nicht gegen ihn.
5.
p.donhauser, 01.09.2013
seehofer deine unterstützung wird obama zu schätzen wissen.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Fläche: 185.180 km²

Bevölkerung: 22,265 Mio.

Hauptstadt: Damaskus

Staatsoberhaupt:
Baschar al-Assad

Regierungschef: Wail al-Halki

Mehr auf der Themenseite | Wikipedia | Syrien-Reiseseite


Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: