Gefährliches Giftlabor Weitere Wohnungen in Kölner Hochhaus durchsucht

In einem Kölner Haus wurde Rizin gefunden, es gilt als hochgefährlich. Vermutlich wollte ein tunesischer Staatsangehöriger damit einen Anschlag verüben. Nun rücken leerstehende Wohnungen im selben Gebäude in den Fokus.

Polizist bei Einsatz
BENJAMIN HORN / EIBNER-PRESSEFOTO

Polizist bei Einsatz


Über mehreren Wochen soll der 29-Jährige Sief Allah H. biologische Waffen in seiner Wohnung im Kölner Stadtteil Chorweiler hergestellt haben. Einem Bericht zufolge passten die Schlüssel des Tunesiers für mehrere Wohnungen in dem Gebäude - weshalb nun weitere Wohnungen durchsucht wurden.

Die Ermittler wollen klären, ob dort möglicherweise ebenfalls Rizin oder rizinhaltige Substanzen gelagert haben könnten. Rizin gilt als eines der tödlichsten Gifte der Welt. Neben Polizei und Bundeskriminalamt waren nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur auch Experten des Robert Koch-Instituts vor Ort. Die Feuerwehr rückte mit einem größeren Aufgebot an. Mehrere Einsatzkräfte trugen Schutzkleidung.

Das Material zur Herstellung von Rizin hatte der Mann sich nach Erkenntnissen der Bundesanwaltschaft im Internet gekauft und seit Anfang Juni zusammengemischt. Es bestehe deswegen dringender Tatverdacht, hatte die Justizbehörde mitgeteilt. Am Dienstag war er festgenommen worden. Einen Tag später erließ der Bundesgerichtshof wegen Verdachts des Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz Haftbefehl gegen ihn.

Nach Einschätzung des Verfassungsschutzpräsidenten Hans-Georg Maaßen plante er "sehr wahrscheinlich" einen Gift-Terroranschlag. Die Auswertungen seien zwar noch nicht abgeschlossen, "allerdings ist es in der Gesamtschau der bislang vorliegenden Hinweise sehr wahrscheinlich, dass hier ein terroristischer Anschlag vereitelt werden konnte", sagte Maaßen der "Rheinischen Post".

vks/dpa



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