Glaesekers Mail-Verkehr: Wenn der "Schnulli" an den "Oberschnulli" schreibt

Christian Wulff muss sich neuen Vorwürfen stellen: Als Bundespräsident soll er eine Gästeliste für eine Party von Manfred Schmidt geschrieben haben. Sein ehemaliger Sprecher Glaeseker pflegte offenbar engen E-Mail-Verkehr mit dem Eventmanager - er nannte sich darin "Generalfeldschnulli".

Wulff (r) während einer Sommerreise mit seinem ehemaligen Sprecher Glaeseker Zur Großansicht
dapd

Wulff (r) während einer Sommerreise mit seinem ehemaligen Sprecher Glaeseker

Hannover/Hamburg - Es muss eine fröhliche Runde gewesen sein, die da am Abend nach der Wahl von Christian Wulff zum Bundespräsidenten im Penthouse von "Partykönig" Manfred Schmidt feierte. Auch Wulff schaute vorbei - und traf viele Freunde. Zufall war das nicht. Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" und des "Stern" organisierte die Staatskanzlei in Hannover die Gästeliste für die Party, die der Eventmanager Schmidt am Abend von Wulffs Wahl zum Staatsoberhaupt am 30. Juni 2010 in Berlin ausrichtete.

Der niedersächsische Regierungssprecher Franz Rainer Enste bestätigte am Mittwoch, dass in Wulffs persönlichem Büro in der Staatskanzlei eine Gästeliste erstellt worden sei. Wulffs Wunschgäste waren laut "Stern" sein Unternehmerfreund Egon Geerkens, der heutige FDP-Chef Philipp Rösler, Wulffs Parteifreundin Martina Krogmann mit ihrem Mann Axel Draxler von der "Bild"-Zeitung sowie Wulffs Tochter aus erster Ehe Annalena.

Dem Bericht zufolge lud Schmidt zu der Feier in seinem Berliner Penthouse auch Vertreter von Firmen ein, die er wiederholt als Sponsoren für andere Veranstaltungen nutzte. Einem Verbandsvertreter habe er zumindest für eine Einladung - an den Hauptgeschäftsführer des Verbands kommunaler Unternehmen in Berlin, Hans Joachim Reck, - 3000 Euro in Rechnung gestellt.

Schmidt hatte auch den umstrittenen Nord-Süd-Dialog organisiert, eine Lobbyverstaltung, an der er viel Geld verdient haben soll. Die Ermittler prüfen, ob der damalige Regierungssprecher Olaf Glaeseker Schmidt dabei "gefällig gefördert" hat. Im Gegenzug soll er mehrere kostenlose Urlaube in Feriendomizilen Schmidts verbracht haben.

Der E-Mailwechsel bestätigt laut "Stern" die enge Beziehung der beiden. So soll Glaeseker seinen Freund Schmidt als seinen "Schnulli" und "Oberschnulli" bezeichnet haben. Sich selbst nannte er "Generalfeldschnulli". Die Staatsanwaltschaft Hannover ermittelt gegen Schmidt zurzeit wegen des Verdachts der Bestechung, gegen Glaeseker wegen Bestechlichkeit.

Wulff genehmigte angeblich falsche Antwort an die SPD

Nach Darstellung der niedersächsischen Landesregierung soll Glaeseker bei der Planung des Nord-Süd-Dialogs weitgehend eigenmächtig gehandelt haben. "Es hat sich gezeigt, dass Herr Glaeseker immer sehr selbständig gearbeitet hat", sagte Finanzminister Hartmut Möllring (CDU) in Hannover.

Allerding billigte Wulff selbst eine umstrittene Antwort auf eine SPD-Anfrage. So hat Wulff als niedersächsischer Ministerpräsident eigenhändig die Antwort auf eine parlamentarische Anfrage zu der umstrittenen Prominentenparty "Nord-Süd-Dialog" im Dezember 2009 genehmigt, die nach Ansicht der Opposition klar falsch ist. "Die endgültige Antwort trägt seinen Strich", sagte Möllring am Mittwoch. Im Entwurf habe Wulff mit grüner Tinte "handschriftliche Einbesserungen" vorgenommen. "Bei der Pingeligkeit von Herrn Wulff gehe ich davon aus, dass er das auch gelesen hat", sagte Möllring.

Wegen dieser Antwort auf eine SPD-Anfrage vom April 2010, in der eine organisatorische und finanzielle Beteiligung des Landes an der Privatveranstaltung von Schmidt im Flughafengebäude von Hannover abgestritten wird, wirft die Opposition der CDU/FDP-Landesregierung Verfassungsbruch vor. "Die haben den Landtag eindeutig belogen", sagte der SPD-Rechtsexperte Hans-Dieter Haase nach einer Sitzung des Rechtsausschusses. Es sei mittlerweile eindeutig bewiesen, dass das Land und der damalige Ministerpräsident tief in den Nord-Süd-Dialog verstrickt seien. "Es gibt hier ein System Wulff."

lgr/dpa/dapd/Reuters

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1. Was für eine Sensation
knieselstein 25.01.2012
"Wulffs Wunschgäste waren laut "Stern" sein Unternehmerfreund Egon Geerkens, der heutige FDP-Chef Philipp Rösler, Wulffs Parteifreundin Martina Krogmann mit ihrem Mann Axel Draxler von der "Bild"-Zeitung sowie Wulffs Tochter aus erster Ehe Annalena." Jetzt werden die schon geviertelten kleinen Karos nochmal geviertelt.
2. Präsident Bobbycar. So weit ist es gekommen.
chiaron 25.01.2012
sagt der Stern: Bundespräsident Wulff: Falscher Mann am falschen Platz - Politik | STERN.DE (http://www.stern.de/politik/deutschland/bundespraesident-wulff-falscher-mann-am-falschen-platz-1777917.html) .... Karnevalspräsident, Lügner - so hätte früher keiner gewagt, über das Staatsoberhaupt herzuziehen. Die Wahrheit aber ist: Deutschland hat derzeit gar keinen Bundespräsidenten. Es hat nur eine Hülle. Einen Darsteller. Es gibt kein Staatsoberhaupt. Es gibt nur Christian Wulff. Das ist der Preis, den das Land zahlt für die Lächerlichkeit, der sich Wulff preisgegeben hat...." Damit ist alles gesagt. Warum ist der Mann immer noch im Amt??
3. Wilhelm Busch
gab.lei 25.01.2012
Zitat von sysopChristian Wulff muss sich neuen Vorwürfen stellen: Als Bundespräsident soll er eine Gästeliste für eine Party von Manfred Schmidt geschrieben haben. Sein ehemaliger Sprecher Glaeseker pflegte offenbar engen E-Mail-Verkehr mit dem Eventmanager - er nannte sich darin "Generalfeldschnulli". Glaesekers Mail-Verkehr: Wenn der "Schnulli" an den "Oberschnulli" schreibt - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,811385,00.html)
...was muss von den "bösen Buben" nicht noch alles hören oder lesen ... ?
4. Generalfeldmarschnulli
spontifex 25.01.2012
Zitat von sysopChristian Wulff muss sich neuen Vorwürfen stellen: Als Bundespräsident soll er eine Gästeliste für eine Party von Manfred Schmidt geschrieben haben. Sein ehemaliger Sprecher Glaeseker pflegte offenbar engen E-Mail-Verkehr mit dem Eventmanager - er nannte sich darin "Generalfeldschnulli". Glaesekers Mail-Verkehr: Wenn der "Schnulli" an den "Oberschnulli" schreibt - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,811385,00.html)
Der Bundespräsident hat es doch selbst auf den Punkt (http://www.youtube.com/watch?v=sioJMpjNLQU) gebracht. Solche Geschichten können die Medien in der deutschen Politik ausgraben, wo sie wollen.
5. Es bedarf doch keine Aufdeckung neuer Affären mehr!!
-besserwisser- 25.01.2012
Zitat von knieselstein"Wulffs Wunschgäste waren laut "Stern" sein Unternehmerfreund Egon Geerkens, der heutige FDP-Chef Philipp Rösler, Wulffs Parteifreundin Martina Krogmann mit ihrem Mann Axel Draxler von der "Bild"-Zeitung sowie Wulffs Tochter aus erster Ehe Annalena." Jetzt werden die schon geviertelten kleinen Karos nochmal geviertelt.
Es bedarf wahrlich keine zusätsliche Verfehlungen mehr, egal wie massiv oder vernachläßigbar, aufgedeckt zu werden!! Das bereits Bekannte würde bei ehrenvollen und würdevollen Menschen oder Bundespräsidenten für einen sofortigen Rücktritt mehrfach genügen!! Aber selbsvrständlich nicht für einen solchen BP aus den tiefsten moralischen Niederungen! Daher brauchen Sie nicht hier den Kaperl zu miemen! Wer sich auf seine Seite stellt, zeigt lediglich, daß er - entweder durch ihn in den Genuß irgendwelcher Vorteile kommt, wie seine schmierige Parteikumpanen z.B. - oder vermisst er jegliches analytisches Denkvermögen zum Verstehen simpler Zusammenhänge der Verfehlungen, die eines Bundespräsidenten ganz und gar nicht würdig sind! Oh ja Würde! gehört für manche als Fremdwort nur noch ins Wörterbuch!!
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