Glückwünsche nach Kuba Linken-Brief an Castro wurde von Automat unterschrieben

Wirklich besser macht es die Angelegenheit nicht: Die Linken-Chefs Ernst und Lötzsch sollen einem Bericht zufolge über den Inhalt ihres Glückwunsch-Briefes an Kubas Revolutionsführer Fidel Castro nur vage im Bilde gewesen sein. Die Unterschrift leistete demnach ein Automat.

Linke-Chefs Ernst, Lötzsch: Unterschrift vom Automaten
DPA

Linke-Chefs Ernst, Lötzsch: Unterschrift vom Automaten


Berlin - Das umstrittene Glückwunschschreiben der Linkspartei an den kubanischen Revolutionsführer Fidel Castro ist von den beiden Parteichefs angeblich nur vage zur Kenntnis genommen und von einem Unterschriftenautomaten signiert worden. Der Text, in dem Castro zum 85. Geburtstag zu seinem "kampferfüllten Leben und erfolgreichen Wirken" gratuliert wird, sei von Mitarbeitern der Linken-Parteizentrale verfasst und versandt worden, berichtete die "Leipziger Volkszeitung". Es trug demnach die automatisierte Unterschrift der beiden Parteichefs Gesine Lötzsch und Klaus Ernst. "Da bekommt die Bezeichnung Apparatschik eine ganz neue Bedeutung und einen tieferen Sinn", spottete Grünen-Chefin Claudia Roth.

Inzwischen verfügten die beiden Linken-Parteichefs, dass keine Schreiben mit elektronischer Unterschrift mehr versandt werden, wie eine Parteisprecherin auf Anfrage bestätigte. Der "Leipziger Volkszeitung" zufolge heißt es in einem internen Schreiben: "Liebe Genossinnen und Genossen, im Auftrag der Vorsitzenden teile ich euch mit, dass wir ab sofort keine elektronischen Unterschriften der Vorsitzenden mehr verwenden. Schreiben im Namen der Vorsitzenden werden nur dann verschickt, wenn sie persönlich von ihnen unterzeichnet sind."

Lötzsch hatte das Glückwunschschreiben am Montag gegen Kritik aus den eigenen Reihen und von anderen Parteien verteidigt. Gratulationsbriefe zum Geburtstag seien nicht dazu da, grundsätzliche Kritik zu üben, sagte Lötzsch. Sie betonte zugleich: "Natürlich kann man immer alles besser und schöner formulieren." Den Stil des Schreibens an Castro hatte auch Fraktionschef Gregor Gysi kritisiert. Darin waren auch die "Errungenschaften des sozialistischen Kuba mit seiner Beispielwirkung für so viele Völker der Welt" gewürdigt worden.

phw/AFP/dapd



insgesamt 24 Beiträge
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caecilia_metella 23.08.2011
1. Nun weiß es aber bald jeder
Herr Castro hat einen Glückwunsch zum Geburtstag erhalten. Und unterschrieben war er auch. Nichts zu tun?
klemme1952 23.08.2011
2. Peinlich, peinlich
Zitat von caecilia_metellaHerr Castro hat einen Glückwunsch zum Geburtstag erhalten. Und unterschrieben war er auch. Nichts zu tun?
Wenn ich Parteigänger der LINKEN wäre, würde ich auch Wert darauf legen, dass über diesen doppelten Faux pas der Mantel des Schweiigens gebreitet wird. Mit der offenbar ungeregelten Verwendung der Automaten-Unterschrift wird das Ganze doppelt peinlich.
Moxxo 23.08.2011
3. &
Zitat von klemme1952Wenn ich Parteigänger der LINKEN wäre, würde ich auch Wert darauf legen, dass über diesen doppelten Faux pas der Mantel des Schweiigens gebreitet wird. Mit der offenbar ungeregelten Verwendung der Automaten-Unterschrift wird das Ganze doppelt peinlich.
Faux pas? Mitnichten, es scheint vielmehr in der Politik zum guten Ton zu gehören, sich mit Herrschern in nicht gerade demokratischen Staaten bestens zu arrangieren. Merkel musste sich ja auch beim saudischen Diktator anbiedern, um den Airbus-Deal zu besiegeln. Welche Gefälligkeiten sie wohl erweisen musste, damit die Saudis Leo2 statt Abrams kaufen, kann man nur mutmaßen.
fourchette 23.08.2011
4. Parteigänger
Zitat von klemme1952Wenn ich Parteigänger der LINKEN wäre, würde ich auch Wert darauf legen, dass über diesen doppelten Faux pas der Mantel des Schweiigens gebreitet wird. Mit der offenbar ungeregelten Verwendung der Automaten-Unterschrift wird das Ganze doppelt peinlich.
Wenn ich Parteigänger der CDU wäre, würde ich mich mindestens seit dem 7.9.1987 aber fürchterlich schämen. An diesem Tag hat ein Herr Doktor Helmut Kohl Herrn Honecker in der BRD empfangen. Es gab im Übrigen einen regelrechten Wettkampf, wer denn Herrn Honecker in seiner Heimat begrüßt. Die Sozis haben verloren. Konservative Kreise im Westen vergessen doch nur zu gern, mit wem sie sich einmal eingelassen haben. Dies gilt von Pinochet bis Pol Pot!
jasthoff 23.08.2011
5. doch doch ....
Zitat von caecilia_metellaHerr Castro hat einen Glückwunsch zum Geburtstag erhalten. Und unterschrieben war er auch. Nichts zu tun?
ich muss noch vielen Menschen erzählen, wie peinlich "Linke" so sind...
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