Gratis-Fastfood: Ministerium verteilt McDonalds-Gutscheine an Schüler

Die Bundesregierung sagt Hamburger, Fritten und Cola den Kampf an - und hat ein Programm gegen Übergewicht aufgelegt. Trotzdem ließ das Verteidigungsministerium massenhaft Fastfood-Gutscheine an Schüler verteilen: McDonalds-Coupons im Wert von 73.000 Euro.

Berlin - Das Verteidigungsministerium hat trotz aller Warnungen vor falscher Ernährung an Schüler Tausende Fastfood- Gutscheine verteilt. Das geht aus der Antwort des Ministeriums auf eine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion hervor, die dem SPIEGEL vorliegt.

McDonalds-Klassiker Pommes Frites: "Es gibt auch Mineralwasser und Salat" Zur Großansicht
AFP

McDonalds-Klassiker Pommes Frites: "Es gibt auch Mineralwasser und Salat"

Demnach hat das Haus von Minister Franz Josef Jung (CDU) in den vergangenen vier Jahren Gutscheine im Wert von rund 73.000 Euro für die Fastfood-Kette McDonalds an Schülergruppen verteilt, die das Ministerium besuchten.

Ein Sprecher des Ministeriums sagte dazu am Samstag auf Anfrage, aus Kapazitätsgründen könnten nicht alle Besuchergruppen in der Kantine versorgt werden. Deshalb würden Gutscheine ausgegeben. McDonalds habe den Zuschlag in einer Ausschreibung erhalten. Lehrer und Schüler würden aber ausdrücklich darauf hingewiesen, dass auch Mineralwasser und Salate - also kalorienarme Kost - gewählt werden könne.

Inzwischen kämpft die Bundesregierung mit großem Aufwand gegen Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen. Gesundheits- und Verbraucherministerium stellen bis 2011 zusammen 30 Millionen Euro für das Programm "In Form" bereit.

Essen bei McDonalds entspreche den "Lebensgewohnheiten der Schülerinnen und Schüler", heißt es im Schreiben des Verteidigungsministeriums an die Grünen-Verbraucherschutzexpertin Ulrike Höfken. Außerdem seien die angebotenen Speisen des Hamburger-Grills im Sinne des Ernährungsprogramms. Das bestreitet Höfken: Das Verteidigungsministerium betreibe eine "skandalöse Förderung von Fehlernährung".

amz

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