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Gregor Gysi: Kleine Huldigung eines großen Vorsitzenden

Von Stefan Berg

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Linken-Fraktionschef Gysi: Viele politische Witze auf Lager

Das Datum steht: An diesem Dienstag hört Gregor Gysi als Fraktionschef der Linken auf. Seine Verdienste um den innerparteilichen Frieden und den deutschen Humor sollen nicht unerwähnt bleiben. Eine Würdigung in sechs Punkten.

1. Gregor Gysi hat sich um den Frieden verdient gemacht, es gelang ihm, alle Konflikte in seiner Partei und seiner Fraktion in Einklang mit der Haager Landkriegsordnung auszutragen, die Zivilbevölkerung weitgehend zu verschonen und die Berichterstattung von den entscheidenden Schauplätzen der Auseinandersetzung zu ermöglichen.

2. Gregor Gysi hat sich um den deutschen Humor verdient gemacht. Er hatte so viele politische Witze auf Lager, dass man ihn gelegentlich selbst für einen halten konnte. Einer seiner Standardwitze bestand darin, die Funktionäre des DDR-Staatsapparats als "Elite" zu bezeichnen.

3. Gregor Gysi hat sich um die deutsche Schauspielkunst verdient gemacht. Aus dem Stand gelang es ihm, ein derartiges Theater zu veranstalten, dass man nicht mehr wusste, ob man einer Aussprache im Deutschen Bundestag oder einer Aufführung beiwohnte.

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4. Gregor Gysi hat sich um den Wirtschaftsstandort Berlin verdient gemacht. Er schied freiwillig und sehr schnell aus dem Amt des Wirtschaftssenators, weshalb der Stadt in der Kürze seiner Amtszeit kein Schaden entstehen konnte. Er war zugleich Senator für Frauen, diesbezügliche Fachkenntnisse sind unbestritten.

5. Gregor Gysi hat sich um die deutsche Sozialdemokratie verdient gemacht. Obwohl er selbst nie Mitglied der SPD war, übernahm er die Betreuung älterer Sozialdemokraten, denen Parteibuch oder/und Verstand verloren gegangen waren.

6. Unübertroffen sind Gregor Gysis Verdienste um das Ansehen Gregor Gysis. Ihm galt seine ganze Leidenschaft, für ihn war er zu großen Opfern bereit.

Wir gehen davon aus, dass er sich dieser großen Sache nun ganz widmet, wünschen ihm Erfolg, woran gewiss kein Zweifel besteht.

Im Namen des Publikums
Stefan Berg

Zum Autor

Stefan Berg, 1964 in Ost-Berlin geboren, ist seit 1996 beim SPIEGEL. Seine Laufbahn als Journalist begann er bei Kirchenzeitungen in der DDR.

E-Mail: Stefan_Berg@spiegel.de

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 241 Beiträge
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    Seite 1    
1. Meine Herren...
Muddern 13.10.2015
... Das war richtig schlecht.
2. Das Beste was ich seit langem gelesen habe.
ren1622 13.10.2015
Super. Mehr davon :-)
3. Geschmacklos
ceresbz 13.10.2015
Ich finde diesen Beitrag von Stefan Berg ganz und gar nicht witzig, auf halber Strecke wurde es zu gehässig und geschmacklos.
4. ziemlich anmassend
chatty1974 13.10.2015
zu behaupten das die Ex Sozialdemokraten gewechselt sind weil sie ihren Verstand verloren haben.
5. Flapsig belustigend aber
bmvjr 13.10.2015
nicht ganz ausreichend - Gysi ist es durchaus oft gelungen, aufzuruetteln, aufzuzeigen, aufzuwecken und den grauen Brei der alltaeglichen Politik ein wenig aufzumischen. Ob mit oder ohne Einsatz persoenlicher Eitelkeiten, spielt dabei eigentlich keine Rolle.
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