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Reparationsforderungen: Gauck offen für Wiedergutmachung an Griechen

Gauck: Ausloten, "welche Möglichkeiten von Wiedergutmachung es geben könnte" Zur Großansicht
DPA

Gauck: Ausloten, "welche Möglichkeiten von Wiedergutmachung es geben könnte"

Joachim Gauck hat sich in den Streit über Reparationszahlungen an Griechenland eingeschaltet. Der Bundespräsident regt eine Wiedergutmachung für deutsche Kriegsverbrechen an.

Bundespräsident Joachim Gauck hat sich offen gezeigt für eine Wiedergutmachung deutscher Kriegsverbrechen in Griechenland. "Wir sind ja nicht nur die, die wir heute sind, sondern auch die Nachfahren derer, die im Zweiten Weltkrieg eine Spur der Verwüstung in Europa gelegt haben - unter anderem in Griechenland, worüber wir beschämend lange wenig wussten", sagte er der "Süddeutschen Zeitung".

Es sei "richtig, wenn ein geschichtsbewusstes Land wie unseres auslotet, welche Möglichkeiten von Wiedergutmachung es geben könnte." Die neue griechische Regierung drängt auf Reparationen in Milliardenhöhe. Die Bundesregierung sieht solche Forderungen allerdings 70 Jahre nach dem Kriegsende als erledigt an.

Gauck sagte, als Bundespräsident vertrete er zwar keine andere Rechtsauffassung als die Bundesregierung, die Reparationen mit Verweis auf den sogenannten Zwei-Plus-vier-Vertrag vor der Wiedervereinigung Deutschlands ablehnt. Dennoch verfolge er mit Interesse die Diskussion über unterschiedliche Vorschläge, dem Bedürfnis vieler Griechen nach einer Art Wiedergutmachung gerecht zu werden. Dabei wünsche er sich allerdings auch, "dass die griechische Regierung hier etwas verbindlicher aufträte, als sie es bisweilen tut".

Bei einem Griechenland-Besuch im vergangenen Frühjahr hatte Gauck Unbehagen über den bisherigen Umgang mit deutschen Kriegsverbrechen in Griechenland erkennen lassen. Das Unrecht sei nur unzureichend aufgearbeitet. Im Gespräch war zunächst die Idee einer Stiftung, etwa nach dem Vorbild jener für ehemalige Zwangsarbeiter in Deutschland.

als/dpa/Reuters/AFP

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 555 Beiträge
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1. Wir zahlen gerne
maxwell0411 01.05.2015
Könnte man in dem Zusammenhang nicht auch gleich prüfen ob nicht noch andere Länder Reparationen haben wollen? Eventuell auch noch aus dem ersten Weltkrieg? Sorry, aber es sollte keinen einzigen € geben!!!
2.
TS_Alien 01.05.2015
Der ganze Überfall auf Griechenland ist ein Verbrechen gewesen. Wäre doch schön, wenn die Nachfahren der deutschen und italienischen Soldaten, die dort gewütet haben, das Geld aufbringen müssen.
3.
Amerikanski1234 01.05.2015
Zitat von TS_AlienDer ganze Überfall auf Griechenland ist ein Verbrechen gewesen. Wäre doch schön, wenn die Nachfahren der deutschen und italienischen Soldaten, die dort gewütet haben, das Geld aufbringen müssen.
was haben denn die nachfahren der soldaten damit zu tun? wenn schon, dann eher die nachfahren der verantwortlichen politiker
4.
kon/nos 01.05.2015
Es ist nicht wichtig was BP Gauck sagt oder die Regierung sondern was die zuständige Gerichte,vorausgesetzt dass Griechenland rechtmäßig diesen Ziel verfolgt. Im übrigen sollte die "Wiedergutmachung " von Schuld en Streit getrennt werden weil die heutige Schulden gross teils illegal waren.
5. Interessant
roger13 01.05.2015
Herr Gauck macht ein neues Fass auf!Von 52 an dem Krieg gegen Deutschland beteiligten Nationen waren nur 4 bei den Wiedervereinigungsverhandlungen zugegen. Nicht nur die Griechen,sondern 47 weitere Nationen haben nach Gauck also Ansprüche.Alle Forderungen anerkennen und sofort eine Staatsinsolvenz erklären.Das war es dann mit Euro und Europa!!!
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