Entschädigung für Griechenland Kohl trickste bei Athens Reparationsforderungen

Kanzler Helmut Kohl tat 1990 einiges, um Reparationen an Griechenland und andere Staaten zu vermeiden. Der SPIEGEL hat historische Unterlagen ausgewertet, die zeigen, wie trickreich die Bundesregierung vorging.

Kanzler Kohl (r., im Mai 1990 mit Außenminister Genscher): Die Griechen vom Verhandlungstisch ferngehalten
DPA

Kanzler Kohl (r., im Mai 1990 mit Außenminister Genscher): Die Griechen vom Verhandlungstisch ferngehalten


Hamburg - Die Bundesregierung hielt 1990 bei den Verhandlungen über die deutsche Einheit Länder wie Griechenland fern, denn dort sollte auch über Reparationsansprüche gesprochen werden. Auf diese Weise trickste Kanzler Helmut Kohl, um Zahlungen an Griechenland und andere Staaten zu vermeiden. Das zeigen Unterlagen aus dem Revolutionsjahr 1989/90, die der SPIEGEL ausgewertet hat. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

Kohls Unterhändler sorgten demnach zudem dafür, dass der Begriff "Friedensvertrag" nicht verwendet wurde, der vermutlich zu griechischen Forderungen geführt hätte. An einem "Friedensvertrag" könne man "aus finanziellen Erwägungen kein Interesse haben", erklärte Staatssekretär Friedrich Voss.

Stattdessen unterzeichneten die vier Siegermächte und die beiden deutschen Staaten den Zwei-plus-vier-Vertrag.

Heute argumentiert Berlin, die Griechen hätten ihre Forderungen 1990 vorbringen müssen.

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 184 Beiträge
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kuac 21.02.2015
1.
Zitat: "Heute argumentiert Berlin, die Griechen hätten ihre Forderungen 1990 vorbringen müssen." ........ Warum müssen Politiker immer so heucheln?
agua 21.02.2015
2. Geld
Es geht immer um Geld, sogar bei Friedensverträgen.Dieser Punkt ist nicht neu. Dass bei diesen Verhandlungen unter anderem Griechenland ausgeschlossen wurde,damit keine Forderungen gestellt werden konnten,stellt diese Forderungen eigentlich unter ein neues Licht, denke ich.
tim.berg78 21.02.2015
3. Ist das alles?
Ein sehr bescheidener Artikel, den man sich, aus meiner Sicht, hätte sparen können...
jus94 21.02.2015
4. Ist das so?
Trickreiches Handeln unterstellt eine Absicht, welche den anderen Verhandlungspartner nicht ersichtlich erscheint. Dies kann ich so nicht erkennen. Etwas weniger persönliche ideologische Überzeugung beim schreiben würde nicht schaden.
biba_123 21.02.2015
5. Auch andere können eben tricksen
Kohl hat das clever eingefädelt. Es müsste keiner die Anschlusserklärungen unterzeichnen.Griechenland tat es freiwillig. Auch Griechen müssen lernen,dass Verträge zu halten sind!
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