Volker Kauder über Kritik aus Athen "Die Bundeskanzlerin wurde herabgewürdigt"

Der Ton passt ihm gar nicht. Unionsfraktionschef Kauder rügt die neue Regierung in Athen scharf. Im SPIEGEL sagt er: Griechenland solle den Deutschen lieber dankbar sein.

Unionsfraktionschef Kauder: "Diese Worte hallen nach"
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Unionsfraktionschef Kauder: "Diese Worte hallen nach"


Hamburg/Berlin - Der Chef der Unionsbundestagsfraktion, Volker Kauder (CDU), hat die neue griechische Regierung für ihren Umgangston gegenüber Deutschland scharf gerügt und zu verstärkten Reformbemühungen aufgefordert.

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Heft 7/2015
Strategien gegen den Anlagenotstand

"Die Bundeskanzlerin und unser Land wurden in der Vergangenheit mehrfach herabgewürdigt. Diese Worte hallen nach, um es mal deutlich zu sagen", sagte Kauder dem SPIEGEL. "Deutschland hat die Griechen mit vor dem Ruin gerettet. Es ist an der Zeit, dass die neue Regierung in Athen dies in ihrer Gesamtheit auch einmal herausstreicht und nicht stattdessen versucht, einen Keil zwischen die Eurostaaten zu treiben." (Das komplette Interview mit Kauder finden Sie im neuen SPIEGEL.)

Kauder forderte den neuen Regierungschef Alexis Tsipras auf, weitere Reformen auf den Weg zu bringen. "Unser Vorschlag war und ist: Treibt von den Reichen doch endlich mal die Steuern ein! Das ist bis heute nicht geschehen. Ich hätte mir gewünscht, dass der hemdsärmelige neue Ministerpräsident das als Erstes anpackt. Die Reichen besteuern, das müsste doch ein Betätigungsfeld für einen Linkspopulisten sein." Kauder weiter: "Wir wären immerhin bereit, den Griechen beim Aufbau einer funktionierenden Steuerverwaltung zu helfen."

Dieses Thema stammt aus dem neuen SPIEGEL - erhältlich ab Samstagmorgen und schon heute ab 18 Uhr im digitalen SPIEGEL.

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 277 Beiträge
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Seite 1
Eckfahne 07.02.2015
1. Herr Kauder hat...
... doch recht. Die Griechen sollen erst mal ihr Land auf Vordermann bringen bevor sie weiter Unterstützer beschimpfen und anbetteln. Die Kanzlerin läßt diese Halbstarken links liegen, sie interessiert sich einfach nicht für deren überbordes Gehabe. Bravo!
eumenes 07.02.2015
2. Dreist!
Es ist schon dreist von einem deutschen Politiker, sich über "Herabwürdigung" zu beschweren!!! Die beleidigenden, an Hetze grenzenden Kommentare deutscher Politiker und Medien bezüglich Greichenland und den Griechen über Jahre (!) hallen ebenfalls nach!!! Mir ist nicht bekannt, dass sich ein Herr Kauder jemals kritisch zur Anti-Griechen Propaganda deutscher Medien geäußert habe. P.S.: Schon die Bezeichnung "Linkspopulisten" für die neue griechische Regierung spricht Bände! Des Weiteren, täte es einem Herrn Kauder gut, sich mit dem Programm der greicheischen regierung erst vertraut zu machen bevor er seine Meinung über die erwünschten Prioritäten kundtut.
zauselfritz 07.02.2015
3. Es braucht immer zwei zum streiten
Die unangemessenen Aggressionen aus Griechenland sind ja nur eine Seite der Geschichte. In Deutschland wird von den Bürgern über die Medien bis hin zu einigen aber nicht eben wenigen Politikern (auch aus der Bundesregierung) ebenfalls ständig Öl ins Feuer gegossen indem die gesamte griechische Bevölkerung als faule Schnorrer und Betrüger diffamiert werden - das hallt auch nach. Und Kauder machts nicht viel besser indem er Dankbarkeit einfordert. Griechenland ist schon lange pleite und ruiniert. Davor hat sie niemand gerettet. Ich bin im Gegenteil mittlerweile auch der Ansicht, dass diese zu tode sparen und gleichzeitig Milliarden überweisen ein Fehler war. Gebracht hat es nichts, die Strategie ist völlig verfehlt. Dafü muss niemand dankbar sein.
coyote38 07.02.2015
4. Die Herabwürdigung der Kanzlerin ...
... besteht zu allererst DARIN, dass sie sich mit solchen servilen Speichelleckern wie Herrn Kauder umgibt, die weder intellektuell noch politisch substanziell IRGENDWAS aufzubieten haben.
mikohl 07.02.2015
5. Guter Vorschlag!
"Unser Vorschlag war und ist: Treibt von den Reichen doch endlich mal die Steuern ein!" Der Vorschlag ist so gut, daß ihn die Bundesregierung auch mal daheim ausprobieren sollte! Aber solange Frau Merkel Bankergeburtstage im Kanzleramt feiert, bleibt dieser Vorschlag wohl nur Kauder-Welsch.
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