Große Koalition Merkel drückt aufs Tempo

"Die Menschen erwarten, dass wir in Richtung einer Regierungsbildung kommen": Kanzlerin Merkel hat Union und SPD unmittelbar vor Beginn der Gespräche zu zügigen Koalitionsverhandlungen aufgerufen.

Angela Merkel
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Angela Merkel


Zum Start der Koalitionsverhandlungen zwischen Union und SPD drückt Angela Merkel aufs Tempo. Sie werde darauf achten, "dass wir zügig verhandeln", sagte die Kanzlerin am Freitag.

"Ich glaube, das ist auch machbar in einer relativ überschaubaren Zeit", sagte Merkel bei ihrer Ankunft in der CDU-Parteizentrale. "Die Menschen erwarten, dass wir in Richtung einer Regierungsbildung kommen."

Merkel wies darauf hin, mit den vor zwei Wochen erzielten Ergebnissen der Sondierungsgespräche mit der SPD gebe es "einen sehr guten Rahmen" für die Koalitionsverhandlungen. Sie ging damit indirekt auf Distanz zu Forderungen der SPD nach Korrekturen an den Sondierungsergebnissen.

Es müsse jetzt darum gehen, Zukunftsimpulse noch deutlicher herauszuarbeiten. Als Beispiele nannte sie die Digitalisierung von Schulen und "dass wir schneller werden in Planungsverfahren". Es gehe jetzt "um eine neue Dynamik für Deutschland."

Die Koalitionsverhandlungen sollten mit einem Gespräch der drei Parteichefs Merkel, Martin Schulz (SPD) und Horst Seehofer (CSU) beginnen. Im Anschluss solle es Verhandlungen in größerer Runde geben.

Auch Schulz kündigte zügige und konstruktive Verhandlungen an. Ziel der Sozialdemokraten sei es, Deutschland nach innen gerechter zu machen und auf internationaler Ebene wieder zu einer führenden Kraft in der Europäischen Union. Angesichts der neuen Herausforderungen aus China und den USA werde ein starkes proeuropäisches Deutschland gebraucht, sagte Schulz vor dem Hintergrund des Abschottungskurses von US-Präsident Donald Trump.



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als/dpa/AFP



insgesamt 86 Beiträge
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rilepho 26.01.2018
1. Merkel mahnt zur Eile
das ist ja klar, denn derzeit steht keine Wahl an, deren Ausgang man als CDU eben noch abwarten möchte. Wer die ganze Legislatur über Schlaftabletten verteilt hat, sollte sich verkneifen, einen eiligen Beschluss zu wollen! Vielmehr ist nüchterne Verhandlung - ohne schlafraubende Nachtsitzungen - gefordert!
darkwukong 26.01.2018
2. Zügig verhandeln?
Die Geschichte zeigt, dass zügiges Verhandeln nie zu einem guten Ergebnis führt, da viele wichtige Punkte nicht näher beleuchtet oder gar ignoriert werden und somit eine der beiden Verhandlungsparteien den Kürzeren zieht und in den sauren Apfel beißen muss. Das das natürlich der Union gut in den Kram passt, ist wenig schockierend. Die klüngeln mit Unternehmen herum, die ähnliche Methoden anwenden.
denkendermenschen 26.01.2018
3. Was die Menschen wollen...
Wenn es darum ginge, was die Menschen wollen, dann müssten die Gespräche sofort eingestellt werden.
GSYBE 26.01.2018
4. Die Menschen erwarten.... Richtung einer Regierungsbildung kommen
Einfach meisterlich die Frau, wenn es darum geht, Verantwortung abzuwenden. Es liegt doch nur und alleine an ihr, an niemandem sonst...aber diese Frau redet immer von `wir´. Echt wirr.
hmueller0 26.01.2018
5. Liebe Frau Merkel
"Die Menschen erwarten, dass wir in Richtung einer Regierungsbildung kommen". Ach ja? Kann man ja einfach mal behaupten, weil sich eh Keiner (Presse inkl.) die Mühe macht, mal den Wahrheitsgehalt zu überprüfen. Wer sind denn "die Menschen" von denen Fr. Merkel spricht? Ich schon mal nicht. Und vermutlich auch nicht Diejenigen, die a) gar nicht gewählt haben oder b) so, dass sie keine weitere GroKo wollten. Frau Merkel, was die Menschen wirklich erwarten sind Politiker, die Ihre Arbeit ernst nehmen, zum Wohle des Landes und der Bevölkerung - statt nur zu ihrem eigenen, Probleme angehen statt aussitzen, Klartext statt Worthülsen - kurz gesagt: eine ganz andere Politik als die, für die Sie und die GroKo stehen.
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