Große Koalition CDU-Frauen fordern Hälfte der Kabinettsposten ihrer Partei

Die Frauen-Union macht Druck auf die Kanzlerin: Angela Merkel solle sich an ihre Ankündigung halten, die Hälfte der CDU-Ministerien mit Frauen zu besetzen.

Annette Widmann-Mauz
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Annette Widmann-Mauz


Im nächsten Kabinett sollen die Hälfte der Unionsministerien von Frauen geführt werden - dafür hatte sich Angela Merkel im Sommer ausgesprochen. Damals war Wahlkampf, jetzt ringen CDU und CSU mit den Sozialdemokraten um einen Koalitionsvertrag - und längst ist der Kampf um Posten und Ämter entbrannt. Da gibt es neben den Inhalten viele Interessen zu beachten: Holt die Kanzlerin auch jüngere Konservative ins Kabinett? Wie sind die Länder repräsentiert? Es gilt deshalb mitunter als fraglich, ob Merkel ihre Ankündigung einhalten kann.

Druck erhält die Kanzlerin nun jedoch von den CDU-Frauen. Sie beanspruchen in einer neuen Regierung 50 Prozent der ihrer Partei zustehenden Kabinettsposten. Das machte Annette Widmann-Mauz, Chefin der Frauen-Union, klar. Über Merkel sagte sie der "Südwest Presse" und der "Märkischen Oderzeitung": "Wenn sie eine solche Ankündigung macht, dann sicherlich in dem Bewusstsein, dass ihr das zumindest für den Koalitionspartner CDU gelingt."

Am Freitagnachmittag tagt erstmals die große Runde mit 91 Vertretern von CDU, CSU und SPD. Über die Hälfte der 17 Arbeitsgruppen soll mittlerweile ihre Verhandlungen abgeschlossen haben. In der Nacht auf Freitag einigten sich die Parteien etwa auf eine Grundgesetzänderung, damit sich der Bund stärker am Ausbau von Ganztagesschulen und einem Digitalpaket beteiligen kann. Vor dem Eintritt der Sozialdemokraten in eine neue Bundesregierung müssten jedoch die SPD-Mitglieder noch über den Koalitionsvertrag abstimmen.



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kev/dpa/Reuters

insgesamt 40 Beiträge
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Seite 1
Alias iacta sunt 02.02.2018
1. Erstes Auswahlkriterium muss die Qualifikation sein.
Erstes Auswahlkriterium muss die Qualifikation sein. Und da gibt es dann genau so wenige Frauen wie Männer (+ dazwischen) bei der Union. Wenn man sich nur mal das Verteidigungs- Verkehrs- und Innenministerium anschaut und die Bundeskanzlerin, dann erkennt man keine ausreichenden Qualilifikationen diese Ämter zum Wohle der Bundesregierung zu führen. Wenn man jetzt wenigstens die CDU/SPD/GRÜNE in einer Koalition zusammenspannt, wird die Auswahl erheblich grösser.
spon_2999637 02.02.2018
2. Quotenrelation
Man kann auch anders rechnen - die CDU-Fraktion im BT hat einen Frauenanteil von ca. 20%. Also könnte man auch ein Fünftel der Posten so verteilen. Vielleicht gibt es zu den nächsten Wahlen (Bayern!) ja mal Forderungen, der Wähler möge doch bitte das Parlament 50/50 besetzen für jede Partei - dann lässt sich über eine solche Quote in den Ämtern auch besser reden.
quark2@mailinator.com 02.02.2018
3.
Früher hieß es, Diskriminierung wäre, wenn ein Job vom Geschlecht abhängt. Heute heißt es, Diskriminierung ist, wenn jemand vom falschen Geschlecht einen Job bekommt. Als Bürger will ich, daß der Fähigste den Job bekommt und der hat diesen dann bitte sehr korrekt für beide Geschlechter auszuführen. Wenn ich Kritik an Frau Merkel habe, dann gewiß nicht, weil sie nun ne Frau ist. Also bitte - wer es am besten kann, sich am meisten anstrengt, moralisch am besten geeignet ist, soll es machen. Diskriminierung ist Diskriminierung und da hab ich was gegen.
angelobonn 02.02.2018
4. Wenn wundern die SPD-Werte?
Die SPD-Werte kann niemanden verwundern. Nicht nur, dass sie umfällt, sie ist auch tatsächlich bereit, Merkel wieder zur Kanzlerin zu wählen. Zudem vertritt sie beispielsweise in der Flüchtlingspolitik Positionen, die im klaren Gegensatz zu den Interessen ihrer Stammwählerschaft stehen.
Andiken 02.02.2018
5. Frauenanteil in der CDU
Eine solche Forderung ist nach dem Versprechen der "Kanzlerin" natürlich möglich - aber war das Versprechen seriös begründet ? Sollte der prozentuale Aufteilungsschlüssel für Ministerpöstchen nicht ungefähr dem Verhältnis Männlein / Weiblein in der Partei entsprechen ?
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