Kritik in der CDU "Der Kabinettszuschnitt ist ein politischer Fehler"

In der CDU wächst der Unmut über die Verteilung der Ministerposten in einer möglichen Großen Koalition. Besonders der Verlust des Finanzministeriums wurmt viele Christdemokraten.

Christian von Stetten (CDU)
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Christian von Stetten (CDU)


Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hat nach Ende der Koalitionsverhandlungen die Verteilung der Ministerposten in einem möglichen Kabinett unter Führung von Angela Merkel kritisiert.

Der Zuschnitt, den CDU, CSU und SPD vereinbart hatten, könne die Union nicht zufriedenstellen, sagte Günther, der an den Koalitionsverhandlungen teilgenommen hatte. Dass die CDU das Innen- und das Finanzressort gegen das Landwirtschafts- und das Wirtschaftsministerium getauscht habe, sei eine Einbuße, die vom Wahlergebnis nicht gedeckt sei, sagte er der "Welt".

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Auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Christian von Stetten kritisierte den Koalitionskompromiss. "Der Kabinettszuschnitt ist ein politischer Fehler", sagte der Vorsitzende des Parlamentskreises Mittelstand der Unionsfraktion im ARD-"Morgenmagazin".

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Gerade die Entscheidung, das Finanzministerium an die SPD abzugeben, werde bei den CDU-Mitgliedern "nicht gerade für Begeisterungsstürme sorgen". Am Mittwoch hatte CDU-Innenexperte Wolfgang Bosbach im Südwestdeutschen Rundfunk bereits kritisiert, die Union habe "ohne Not" das Finanzressort aufgegeben.

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Der vergleichsweise unbekannte CDU-Abgeordnete Olav Gutting hatte bereits am Mittwoch mit einem Tweet den Nerv vieler in der CDU getroffen, als er schrieb: "Puuuh! Wir haben wenigstens noch das Kanzleramt."

Gegen die parteiinternen Kritiker stellt sich hingegen die rheinland-pfälzische CDU-Vorsitzende Julia Klöckner (CDU). Ihre Partei habe seit Jahrzehnten das Wirtschaftsministerium wiederbekommen, "das ist auch ein wichtiges Zeichen", sagte Klöckner dem Bayerischen Rundfunk.

Unter dem Strich erhalte die Union viele Schlüsselministerien. Die Abgabe des Finanzministeriums sei der Kompromiss in den Verhandlungen gewesen. Klöckner soll für die CDU das Landwirtschaftsministerium übernehmen.

cht/dpa/AFP



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