SPD Schulz soll Außenminister werden - und Parteivorsitz an Nahles abgeben

Martin Schulz will nach einem positiven Mitgliedervotum zur Großen Koalition Außenminister werden und den SPD-Vorsitz abgeben. Den Posten des Vizekanzlers strebt er nach SPIEGEL-Informationen nicht an.

Martin Schulz
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Kurz nach der Bundestagswahl hatte er noch kategorisch ausgeschlossen, in ein Kabinett von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) einzutreten. Jetzt kommt es offenbar anders: Martin Schulz will nach SPIEGEL-Informationen in der neuen Großen Koalition Außenminister werden.

Zuvor hatten dies auch die "Bild"-Zeitung und die Deutsche Presse-Agentur gemeldet. Die Sozialdemokraten sollen insgesamt sechs Ministerien bekommen. Darunter sind die prestigeträchtigen Ressorts Außen und Finanzen sowie Arbeit/Soziales.

Nach einer Absegnung des Koalitionsvertrages durch ein Mitgliedervotum will Schulz dann nach SPIEGEL-Informationen den SPD-Vorsitz abgeben. Seine Nachfolgerin soll die bisherige Fraktionschefin Andrea Nahles werden. Zuvor hatte die "Süddeutsche Zeitung" darüber berichtet.

Der künftige SPD-Finanzminister soll dann auch Vizekanzler sein. Auch auf diesen inoffiziellen Posten verzichtet Schulz also offenbar.

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Nun liegt es in den Händen der SPD-Mitglieder, ob eine neue Große Koalition unter Führung von Merkel zustande kommt. Das Ergebnis des Mitgliedervotums könnte bereits am Wochenende 3./4. März bekannt gegeben werden.

als/vme/cte/dpa

insgesamt 326 Beiträge
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geris 07.02.2018
1. Postenschacherei
Ich werden den Eindruck nicht los, dass Schulz die GroKo nur wollte, um einen Ministerposten zu erhaschen. Er wird viele, sehr viele enttäuschen! Sicherlich hat er es schon ...
henrikw 07.02.2018
2. Steuererhöhungen
Die SPD bekommt die Finanzen. Dann ist klar wo die Reise hingeht. Geld ausgeben und wenn nicht genügend da ist, dann werden Steuern erhöht und Schulden gemacht.
der Bulle 07.02.2018
3. Das ist
ja eine ganz große Überraschung. Ich bin sowas von erleichtert, dass Herr Chulz nun doch über seinen Schatten gesprungen ist, um zum Wohle „seiner Menschen“, dass Land nach außen zu vertreten! Ich bewundere diese Selbstlose Spezies des Berufspolitikers ! Danke Danke Danke, habe jetzt Pipi in den Augen!
kuschl 07.02.2018
4. Um Himmels Willen
Schrecken unsere Politiker denn vor gar nichts mehr zurück. Natürlich wird er den Bundesgrüßaugust machen können. Wie erbärmlich ist doch aber die Geschichte dahinter. Schulz: "Keine Regierung mit der CDU, Wir gehen in die Opposition, Kein Ministeramt unter Merkel". Und jetzt?! Herr Schulz, ich weiß, Sie rasieren sich ja selten, aber wenn, was denken Sie eigentlich über sich, wenn Sie sich im Spiegel anschauen müssen? Sie werden dieses Land auf den Opfertisch der EU legen, in der Hoffnung, dort wieder ein Amt abzustauben, wenn die Groko abgewirtschaftet hat und ich kann mir vorstellen, dass Sie einer der Kläger gegen den Mitgliederentscheid der SPD sind und Sie ihre eigenen Mitglieder opfern.
cecile10 07.02.2018
5. Es ist nicht nachvollziehbar,...
...dass 400.000 SPD Mitglieder über die Regierungsbildung das letzte Wort haben sollen. Auch als CDU-Wähler tue ich mich sehr schwer mit dem Erreichten: das ist ein pures SPD-Programm und für mich in dieser Form nicht tragbar. Alles andere wäre besser besser gewesen: in jedem Falle Jamaika, selbst eine Minderheitsregierung schwarz-grün und auch noch eine erneute Profilierung der Parteien bei Neuwahlen. Dass ausgerechnet die ewig unterlegene und weinerliche SPD jetzt das letzte Wort haben soll, ist ein trauriger Witz.
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