Ministerpräsident Weil "In der Rubrik Anmache liegt die CSU meilenweit vor der SPD"

Kein Krawall, mehr Klartext. Niedersachsens SPD-Ministerpräsident Weil fordert seine Partei im SPIEGEL auf, in einer erneuten Großen Koalition auf schärfere Abgrenzung zur Union zu setzen.

Stephan Weil
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Der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil ruft seine Partei zu einem Strategiewechsel auf, sollte es abermals zu einer Großen Koalition kommen.

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"Die SPD muss in der Bundesregierung kantiger, kritischer und konfliktbereiter auftreten als in den letzten Jahren", forderte Weil im Interview mit dem SPIEGEL. "Wir hören immer wieder den Vorwurf, dass wir gegenüber der Kanzlerin loyaler gewesen seien, als die CSU es war. Das darf der SPD kein zweites Mal geschehen." (Lesen Sie hier das vollständige Interview mit Stephan Weil im neuen SPIEGEL.)

Weil sieht Defizite in der Außenwirkung seiner Partei: "Allein in der Rubrik Anmache liegt die CSU meilenweit vor der SPD. Ich will keinen Krawall in der Regierung, aber bei inhaltlichen Differenzen müssen wir Klartext reden in einer neuen Koalition", sagte der Sozialdemokrat. "Die SPD sollte dringend vermeiden, sich vorschnell auf Kompromisse einzulassen, die unseren tiefsten Überzeugungen entgegenstehen."

In der Debatte um die Erneuerung der SPD warnte Weil davor, sich vor konkreten Schritten zu drücken: "Die SPD wird sich deutlich intensiver um ein eigenes Profil kümmern müssen. Die Rückkopplung zur Parteibasis muss auch eine andere werden. In der SPD gibt es derzeit ein großes Misstrauen gegen 'die da oben'. Das lässt sich nur lösen, wenn wir intensiver miteinander reden."

Weil nahm Parteichef Martin Schulz, der zuletzt stark in der Kritik stand, im SPIEGEL in Schutz: "Er ist erst im Dezember mit großer Mehrheit als Parteichef bestätigt worden. Daran gibt es nichts zu rütteln."

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Seite 1
dirk1962 26.01.2018
1. Lieber Herr Weil
die Außenwirkung der SPD ist eine einzige Katastrophe. Das lesen Sie auch an den Umfragen ab. Das die SPD überhaupt mit der Union über eine GroKo diskutiert ist ein Desaster, wenn dann der Schulz bei der Merkel auch noch Minister wird, brauchen Sie sich keine Gedanken mehr zu machen, dann kann sich die SPD besser selbst auflösen.
darampoucas 26.01.2018
2. Wozu dann überhaupt eine GroKo
Man will sich zukünftig besser voneinander abgrenzen, weil man die Jahre zuvor zu leicht Kompromisse eingegangen ist, aber versucht gerade wieder auf Biegen und Brechen eine Koalition einzugehen? Wozu das alles eigentlich? Geht es nur um Machterhalt?
WolfThieme 26.01.2018
3. No chance
Wer soll gegen den bierzelterprobten Dobrindt antreten? Gegen den Schienbeintreter Scheuer? Kreisch-Nahles? Eine Frau nehmen die doch gar nicht ernst. Zuviele mickrige und/oder Softies in der SPD, Schulz und Scholz, Maas, Weil, Juso-Kuhnert, Müller, der zunehmend müde Gabriel. Wo ist der Bluthund?
xxbigj 26.01.2018
4.
Ich finde es gerade toll, dass die SPD nicht auf diese Schiene abgleitet. Proleten und Machos, dass ist die Welt der Konservativen. Die Seehofers und Kauders dieser Welt. In der Union war bis in die achtziger ein allgemeiner Konsens darüber, dass es keine Vergewaltigung in der Ehe gibt... Man sieht also "was" für Menschen sich in diesen Parteien sammeln.
die Stechmücke 26.01.2018
5. soziale Spaltung überwinden,
dies ist der Knoten den die SPD zerschlagen muß um als Volkspartei zu überleben. Nur kratzen an der Oberfläche stabilisiert lediglich die Union. Die SPD ist jedoch unfähig diesen qualitativen Schritt zu gehen. Damit ist das Schicksal dieser Partei fixiert. Zur Erinnerung: Das Herz des Menschen schlägt links und um bei der Anatomie zu bleiben; auf der rechten Seite des Menschen befindet sich der Blinddarm. Damit ist alles gesagt.
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