Forsa-Umfrage zur Bundestagswahl: Grüne nur noch einstellig

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Grünen-Spitzenkandidat Trittin: Abwärtstrend in den Umfragen

Die SPD kann punkten, die Grünen verlieren: In der aktuellen Forsa-Umfrage rutscht die Ökopartei auf den niedrigsten Stand seit 2009. Der hessische Grünen-Chef räumt ein, man habe die Steuerpläne nicht optimal vermittelt.

Berlin - Anderthalb Wochen vor der Bundestagswahl hat die Regierungskoalition laut einer Forsa-Umfrage in der Wählergunst weiterhin einen hauchdünnen Vorsprung vor der Opposition. Wie die Erhebung für das Magazin "Stern" und den TV-Sender RTL ergab, kommt die Union auf 39 Prozent (minus einen Punkt) und die FDP auf sechs Prozent (plus einen Punkt). Die SPD gewinnt im Vergleich zur Vorwoche zwei Prozentpunkte und klettert auf 25 Prozent.

Der große Verlierer sind die Grünen. Sie geben zwei Punkte ab, rutschen auf neun Prozent ab und kommen somit zum ersten Mal seit Mai 2009 nur auf einen einstelligen Zustimmungswert. Auch bei anderen Instituten verlor die Partei zuletzt deutlich und liegt in den meisten Erhebungen zwischen 10 und 12 Prozent.

Der hessische Grünen-Vorsitzende Tarek Al-Wazir räumte ein "kommunikatives Problem" seiner Partei in der Steuerpolitik ein. Zu den grünen Plänen, die Einkommensteuer für Spitzenverdiener zu erhöhen und eine Vermögensteuer einzuführen, sagte er der "Frankfurter Rundschau": "Viele Menschen denken, sie seien betroffen, die es gar nicht sind. Das ist sicher ein kommunikatives Problem." Wenn ein Drittel der Leute glaube, "dass sie zu den oberen sieben Prozent gehören, dann stimmt irgendetwas nicht".

Hessens Grünen-Chef zeigte sich jedoch zuversichtlich, dass es den Grünen langsam gelinge klarzumachen: "Wir machen das nicht, um Leute zu quälen." Die Grünen wollten "ehrliche Antworten auf die Frage geben, woher das Geld kommen soll, um Schulden zurückzuzahlen, um Infrastruktur zu finanzieren und zukünftige Aufgaben anzugehen, etwa bessere Bildungspolitik". In Hessen wird am Tag der Bundestagswahl, dem 22. September, ein neuer Landtag gewählt.

In der bundesweiten Forsa-Umfrage hat sogar die Linkspartei die Grünen überholt. Sie klettert wieder auf zehn Prozent. Die eurokritische Partei Alternative für Deutschland (AfD) fällt um einen Punkt auf drei Prozent. Auch die Piratenpartei liegt bei drei Prozent.

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Daten zur Umfrage:

Stichprobe: Forsa befragte 2500 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger.

Zeitraum: 3. bis 9. September 2013

Statistische Fehlertoleranz: +/- 2,5 Prozentpunkte

fab/dpa/Reuters

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 471 Beiträge
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1. Das
ozi 11.09.2013
ist jetzt schon das Glanzlicht des Tages für mich! Herrlich!
2.
GrinderFX 11.09.2013
Das größte Problem was sie haben ist nur, dass sie überhaupt nicht grün sind, sondern genau das gegenteil und das haben zwar nicht alle aber die meisten durchschaut.
3. Und das
larry_lustig 11.09.2013
ist auch gut so.... Ideologisch geprägte Vorstellungen sind meisten nicht finanzierbare Träume. hier in NRW schaffen die Grünen zusammen mit der SPD es zum 3. Mal in Folge nicht einen verfassungsgemäßen Haushalt zu erstellen. BW, mit dem ersten grünen Ministerpräsidenten, ist auf dem besten Weg vom Geber zum Nehmerland beim Länderfinanzausgleich zu werden. Nicht das schwarz-gelb gut mit Geld umgehen kann aber im Vergleich zu rot-grün, sind schwarz-gelb immer noch die Blinden unter den Taubstumm-Blinden.
4. Warum wählt ihr nicht die Grünen?
David67 11.09.2013
Sie stehen für - EEG-Gesetz und hohe Strompreise (brauchen wir für die umwelt), - Milliardentransfers und Haftungen für Südänder (wegen WK 2) - Steuerhöhungen, - ungebremsten Zuzug von Armen und Diskriminierten in unsere Sozialsysteme (wegen der Solidarität und für eine gerechte Welt), - für einen Beggyday (ist gesund). Die Grünen stehen für eine bessere Welt- wählt sie!
5. Glaub' ich nicht!
danelectro 11.09.2013
In meinem persönlichen Umfeld vermitteln mir die Leute, dass sie diesmal den Protest wählen und der AfD ihre Stimme geben. Ich bin kein Demoskop. Habe aber eine Wahrnehmung. Und diese sagt mir, dass die AfD zwischen 6 und 8 Prozent landen wird. Mit anderen Worten: Ich wette gegen die Demoskopen. Oder verfolgen sie mit ihrer demoskopischen Negierung der AfD einen Zweck?
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