Radikales Familienmodell Grüne fordern Rechte für bis zu vier Eltern pro Kind

Das könnte eng werden am Frühstückstisch: Zwei Grünen-Politiker sprechen sich für das Modell der "sozialen Eltern" aus - zusätzlich zu den biologischen. Um das Sorgerecht dürfe man aber nicht streiten.

Grünen-Abgeordneter Volker Beck
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Grünen-Abgeordneter Volker Beck


Varianten gibt es viele: Die Eltern trennen sich und finden neue Partner. Oder: Ein lesbisches Paar bekommt ein Kind mit einem schwulen. Für solche Fälle fordern Grünen-Politiker Rechte und Pflichten für bis zu vier Eltern. Neben den biologischen Eltern sollten bis zu zwei soziale Eltern die "elterliche Mitverantwortung" erhalten können - unabhängig von Trauscheinen.

Das verlangen die Bundestagsabgeordneten Volker Beck und Katja Dörner in einem Papier, aus dem die Nachrichtenagentur dpa zitiert. Darin heißt es weiter: "Voraussetzung ist, dass die Beteiligten sich einig sind und keine Sorgerechtsstreitigkeiten entstehen."

Sogenannte soziale Eltern hätten dann die Möglichkeit, Entscheidungen beim Arzt zu treffen, Schulausflüge zu erlauben oder mit dem Kind in den Urlaub zu fahren. Sie besäßen zwar Unterhaltspflichten für das Kind, aber keine Unterhaltsansprüche an das Kind - sonst drohe später eine finanzielle Überbelastung von Sohn oder Tochter für den Fall, sie müssten vier Elternteile im Alter finanziell unterstützen, falls sie nicht selbst in der Lage dazu sind.

Soziale Eltern könnten dem Vorschlag zufolge Kindergeld, Freibeträge und Elterngeld bekommen und Kindererziehungszeiten bei der Rentenversicherung geltend machen. Solche Konstellationen der Elternschaft sollten schon vor der Geburt eines Kindes vereinbart werden können, fordern Beck und Dörner.

"Wir Grünen sollten offen sein für die Diskussion über neue familienrechtliche Absicherung jenseits von Verlobung und Ehe für alle", heißt es in dem Papier, das am Wochenende auf einem Kongress der Parteilinken diskutiert werden sollte. Bloßes Zusammenleben sei aber auch nicht ausreichend - es solle keine "Zwangsverrechtlichung" von Lebensgemeinschaften geben.

jok/dpa

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