Berlin - Heftig wurde zuletzt über ein schwarz-grünes Bündnis nach der Wahl 2013 debattiert - erst recht seit mit Katrin Göring-Eckardt eine eher bürgerlich angehauchte Spitzenkandidatin der Grünen antritt. Doch genau diese sieht keine Grundlage für eine Koalition mit der Union auf Bundesebene.
"Unsere Positionen sind in zentralen Politikfeldern unvereinbar - offene Gesellschaft, Familien- und Frauenpolitik, Energiewende, um nur einiges zu nennen", sagte Göring-Eckardt der "Welt". Zwischen Grünen und Union lägen "gesellschaftspolitisch Welten".
Daher würden die Grünen im Wahlkampf ihr eigenes Profil betonen und "unmissverständlich" sagen, "dass es mit diesem Profil keine inhaltliche Basis für eine Koalition zwischen uns und der Union gibt".
Göring-Eckardt, die mit Fraktionschef Jürgen Trittin von den Grünen-Mitgliedern ins Spitzenduo für den Wahlkampf gewählt wurde, stufte die Schwarz-Grün-Debatte als vorübergehendes Phänomen ein. "Die Debatte wird sich wieder legen", sagte sie. "Befeuert wird sie von der Union, die feststellen muss, dass ihr der Koalitionspartner FDP abhanden kommt und dass sie zudem ihre Vormachtstellung besonders in den Großstädten und im Südwesten an uns verliert."
Die Grünen kommen am Freitagnachmittag in Hannover zu ihrem Bundesparteitag zusammen, auf dem ein neuer Vorstand gewählt werden soll. Die beiden Spitzenkandidaten Göring-Eckardt und Jürgen Trittin wollen sich am ersten Tag des Parteitreffens den 800 Delegierten vorstellen, außerdem wird über die Außenpolitik diskutiert.
Zur Wiederwahl werden sich am Samstag die beiden Vorsitzenden Cem Özdemir und Claudia Roth stellen. Letztere hatte sich zur erneuten Bewerbung durchgerungen, obwohl sie bei der Urwahl für die Spitzenkandidatur zur Bundestagswahl weit abgeschlagen geblieben war.
jok/dapd/Reuters
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