Brief an Parteifreunde Peter kündigt Rückzug von Grünen-Spitze an

Die Bewerbung einer niedersächsischen Parteifreundin habe sie "bewogen, den Platz frei zu machen": Grünen-Chefin Simone Peter verzichtet auf eine erneute Kandidatur.

Simone Peter
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Die Grünen-Vorsitzende Simone Peter will nicht wieder für den Parteivorsitz kandidieren. Sie wolle sich der Erneuerung der Parteispitze nicht verschließen, schrieb die 52-Jährige in einem Brief an die Grünen, der der Nachrichtenagentur dpa vorliegt.

Zuvor hatte die Fraktionsvorsitzende der Grünen im niedersächsischen Landtag, Anja Piel, ihre Kandidatur angekündigt. Sie sagte der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung", dass sie sich um das Amt der Parteivorsitzenden bewerben wolle. Außerdem kandidieren:

  • der schleswig-holsteinische Umweltminister Robert Habeck
  • und die brandenburgische Bundestagsabgeordnete Annalena Baerbock.

Mit der Kandidatur von Piel sei "weiter Bewegung" in die Kandidatenfrage gekommen, "die mich wiederum bewogen hat, den Platz frei zu machen", schrieb Peter. Sie ist seit 2013 Grünen-Vorsitzende. Im Oktober hatte sie noch angekündigt, sich beim Parteitag Ende Januar erneut zur Wahl zu stellen.

Die Grünen kommen am Montag zu einer eintägigen Vorstandsklausur in Berlin zusammen. Im Mittelpunkt stehen die Auswertung der Bundestagswahl und die Vorbereitung des Parteitags. Normalerweise teilen sich eine Frau und ein Mann den Vorsitz, die beide Flügel repräsentieren.

Da sowohl Habeck als auch Baerbock zum sogenannten realpolitischen Flügel zählen und die Grünen großen Wert auf den Flügelproporz legen, kann sich Piel durchaus Chancen ausrechnen. Sie wird eher dem linken Flügel zugerechnet. Piel warnte aber vor solchen Debatten. "Eine Nabelschau hilft uns nun wirklich nicht weiter", sagte sie der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung".



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cte/dpa



insgesamt 59 Beiträge
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wasistlosnix 08.01.2018
1. Simone Peter
wer wird sie vermissen. Allzuviel hat man von ihr die letzten Jahre nicht mitbekommen.
sossossos 08.01.2018
2. Glückwunsch
Das bringt den Grünen einen kräftigen Stimmenzuwachs bei den nächsten Wahlen. Noch so ein paar Bremsklötze entfernen und die Grünen sind Reif für eine Regierungsbeteiligung.
kenterziege 08.01.2018
3. Simone Peter war eigentlich unauffällig
Irgendwann hat sie dann mal Polizeieinsätze gegen Migranten kritisiert. Motto: Da hätte man weniger tough vorgehen können. Damit war sie für mich erledigt. Ihr Parteifreund Palmer ist da maximal realistischer! Die alte Garde bei den Grünen gehört komplett ausgetauscht. Ich finde es beachtenswert, dass Özdemir un Peter freiwillig das Feld räumen. Frau Bearbok ist in der Tat ein anders Kaliber. Auch wenn Habeck und Bearbok dem gleichen Flügel angehören, die wären ein gutes Team.
th.diebels 08.01.2018
4. Kein Mensch wird Fr. Peters vermissen !
Wir Saarländer waren heilfroh, als Peters aus dem Saarland verschwunden war ! Jetzt sind wir natürlich noch froher, dass sie sich endlich "nur" noch als "normale" Grünin im Bundestag einbringen will !
MartinBeck 08.01.2018
5. Überalterung vorbeugen
Was für ein merkwürdiges Schauspiel: Nacheinander treten erfahrene Spitzenkräfte der Grünen ab. Damit verliert die Partei das Wichtigste, nämlich Netzwerke, Erfahrung und öffentliche Präsenz. Das Leben geht natürlich auch ohne Özdemir und Peters weiter, aber als gelegentlicher Grünen-Wähler verstehe ich das Spiel nicht mehr.
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