Grünen-Kampagne: Fischaugenoptik gegen die Kanzlerin

Grüne Spitzenleute Trittin, Göring-Eckardt: Einfache Botschaften Zur Großansicht
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Grüne Spitzenleute Trittin, Göring-Eckardt: Einfache Botschaften

Weg mit dem alten Logo, leicht verzerrte Gesichter, einfache Slogans: So wollen die Grünen im Wahlkampf gegen Angela Merkel punkten. Der aus ihrer Sicht beliebigen Politik der Kanzlerin will man Inhalte entgegensetzen.

Berlin - Hauptsache, es wird diskutiert. So könnte man den Kampagnen-Ansatz der Grünen beschreiben, mit dem sie in den Wochen bis zum 22. September Wahlkampf machen wollen. "Wir können Menschen respektieren, die eine andere Meinung haben", sagte Spitzenkandidat Jürgen Trittin bei der Vorstellung der Kampagne in einem Kreuzberger Loft, "aber wir wollen verhindern, dass sie gar keine Meinung haben."

Der Vorwurf von Trittin und seiner Ko-Spitzenkandidatin Katrin Göring-Eckardt: CDU-Kanzlerin Angela Merkel lulle mit ihrem Politikstil die Deutschen ein. Dagegen setzen die Grünen auf einfache Botschaften - und sanft verzerrte Gesichter. Auf jedem der neun Themenplakate sind Menschen zu sehen, die mit einer leichten Fischaugenoptik fotografiert wurden. Sie blicken den Betrachter intensiv an.

"Mensch vor Bank" steht unter anderem dabei, oder "Für faire Miete statt Rendite". Über ein forsches Mädchen ist der Spruch gedruckt: "Ich sag: Hello Kita." Auch ein bisschen Jugendsprache hat die zuständige Werbeagentur Zum Goldenen Hirschen eingebaut: "Meine Mudda wird Chef" ist über dem Bild eines Kindes zu lesen.

Zwei Spitzenkandidaten-Plakate

Außerdem gibt es zwei Plakate mit den Spitzenkandidaten: Trittin mit dem Slogan "Wir bringen neue Energie", Göring-Eckardt mit der Forderung "Für Mut gegen Armut". Auch die bereits laufende Plakatserie, die sich in ironisch-aggressiven Stil mit der Koalition beschäftigt, wird es weiterhin zu sehen geben.

Und: Zur besseren Erkennbarkeit hat man in der neuen Serie auf das bisherige Grünen-Logo verzichtet. "Und Du?", heißt es auf allen Plakaten in weißer Schrift in einem grünen Kreis, vom Logo ist nur der angedeutete Blütenblätterkreis einer Sonnenblume übriggeblieben.

Die Grünen geben für den Bundestagswahlkampf 2013 rund 5,5 Millionen Euro aus. Auf die Frage, wie die Grünen auf die in Umfragen derzeit eher schwache Perspektive für den erwünschten Erfolg von SPD und Grünen reagierten, sagte Trittin: "Wir stehen für starke Grüne." Die Grünen kommen in aktuellen Umfragen auf 13 bis 14 Prozent, die SPD auf 22 bis 26 Prozent.

flo/dpa

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insgesamt 46 Beiträge
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1.
feurig 03.07.2013
Die grüne Politik - mehr Staat, weniger Freiheit.
2. Warum echtes Grün unterstützen?..
espressoli 03.07.2013
...weil die Allerwelts-Kanzlerin, die sich Wahlkampf-taktisch auch mal gerne "grün" gibt, grade eben erst den Klimaschutz an die Auto-Lobbyisten der Grosskarren verscherbelt hat... Spätestens jetzt muss eigentlich jedem Wähler klar sein, dass "Grün" nie und nimmer bei "Merkel-schwarz" eine lobbyistische Wahl-Unterschrift leisten wird... Mit "Grün" kann Merkel nach dem Wahl-September nix mehr werden... :-)
3. Na ja..........
warndtbewohner 03.07.2013
erschreckend dass immer noch so viele den Grünen hinterer rennen. Überall haben die Brüder nur Phrasen gedroschen und sich die Taschen gefüllt. Die sind auch bereit mit Merkel zu koalieren, da soll sich keiner was einbilden. Und wenn ich dann noch die eingebildete Kirchentante an der Spitze seh, könnte ich gerad k.....!
4. glitschig
bettyboop2013 03.07.2013
Hm. Klingt ja alles austauschbar. Außer die Froschoptik. Kann man die mal sehen, gibt's da Bilder?
5. Mit Umfragen sollte SPON sich zurückhalten
spon-facebook-10000320629 03.07.2013
Zitat von sysopWeg mit dem alten Logo, leicht verzerrte Gesichter, einfache Slogans: So wollen die Grünen im Wahlkampf gegen Angela Merkel punkten. Der aus ihrer Sicht beliebigen Politik der Kanzlerin will man Inhalte entgegensetzen. Grüne stellen ihre Wahlkampagne vor - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/gruene-stellen-ihre-wahlkampagne-vor-a-909263.html)
Wichtig ist nach der Wahl - Ich kenne nicht mehr einen einzigen Bekannten, der grün, rot, orange oder gelb wählt. Früher waren das ganz schön viele (inkl. mir) - alle suchen nach der Alternative! Die bisher in keinen Umfragen auftaucht. Also wenn SPON sich nicht noch weiter blamieren möchte, sollte es mal seine "Nähe" zu gewissen Alt-Parteien überprüfen. Die wird in Zukunft ganz schön Auflage kosten. Die Leute können es nämlich nicht mehr hören!
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