Frankfurt am Main - Die FDP könnte zum Jahreswechsel erstmals weniger Beitragszahler haben als die Grünen. Die Grünen zählten Mitte Dezember 59.727 Mitglieder, wie die "Frankfurter Rundschau" am Samstag berichtete. Das sind 650 mehr als am Jahresanfang. Die FDP war der Zeitung zufolge bereits bis Ende Juni um knapp 3000 auf 60.181 Mitglieder geschrumpft.
Aktuellere Zahlen wolle die Parteiführung der Liberalen erst Ende Januar veröffentlichen, schrieb das Blatt. Doch deute die Entwicklung in mehreren Bundesländern darauf hin, dass sich der Negativtrend im zweiten Halbjahr fortgesetzt habe. "Erkenntnisse, dass es deutliche Mitgliedergewinne gegeben hat, liegen uns nicht vor", räumte Parteisprecher Wulf Oehme ein.
Auch CDU und SPD haben in diesem Jahr weitere Mitglieder verloren. Die SPD, die nach der Nordrhein-Westfalen-Wahl zur Jahresmitte die CDU überholt hatte, lag der Zeitung zufolge Ende November mit 477.803 Mitgliedern wieder hinter der CDU mit 478.810 Mitgliedern.
Die Entwicklung der Mitgliederzahlen ist ein weiteres Anzeichen dafür, dass die FDP stark angeschlagen ins neue Jahr startet. Dem am Mittwoch veröffentlichten Forsa-Wahltrend zufolge ist die Partei in der Wählerzustimmung auf vier Prozent gefallen. Einen erneuten Einzug in den Bundestag würde sie damit verpassen.
Dabei steht gleich am 20. Januar ein wichtiger Termin an: die Landtagswahlen in Niedersachsen. Fliegt die FDP aus dem Landtag, dürfte Philipp Röslers Ende als FDP-Chef gekommen sein. Der Bundeswirtschaftsminister hatte in dieser Woche negative Schlagzeilen mit einem Positionspapier gemacht, in dem vom Verkauf von Staatsbeteiligungen im großen Stil die Rede war. Hinzu kommen die nicht enden wollenden Personaldebatten in der Parteiführung.
son/dapd
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