Mitgliederzahlen: Grüne überrunden FDP

Noch ein Rückschlag für die FDP: Die Liberalen haben wahrscheinlich schon bald weniger Mitglieder als die Grünen, das berichtet die "Frankfurter Rundschau". Die Nachricht dürfte der ohnehin geschwächten Partei vor der Landtagswahl in Niedersachsen sehr ungelegen kommen.

Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler: Chef einer krisengeplagten Partei Zur Großansicht
DPA

Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler: Chef einer krisengeplagten Partei

Frankfurt am Main - Die FDP könnte zum Jahreswechsel erstmals weniger Beitragszahler haben als die Grünen. Die Grünen zählten Mitte Dezember 59.727 Mitglieder, wie die "Frankfurter Rundschau" am Samstag berichtete. Das sind 650 mehr als am Jahresanfang. Die FDP war der Zeitung zufolge bereits bis Ende Juni um knapp 3000 auf 60.181 Mitglieder geschrumpft.

Aktuellere Zahlen wolle die Parteiführung der Liberalen erst Ende Januar veröffentlichen, schrieb das Blatt. Doch deute die Entwicklung in mehreren Bundesländern darauf hin, dass sich der Negativtrend im zweiten Halbjahr fortgesetzt habe. "Erkenntnisse, dass es deutliche Mitgliedergewinne gegeben hat, liegen uns nicht vor", räumte Parteisprecher Wulf Oehme ein.

Auch CDU und SPD haben in diesem Jahr weitere Mitglieder verloren. Die SPD, die nach der Nordrhein-Westfalen-Wahl zur Jahresmitte die CDU überholt hatte, lag der Zeitung zufolge Ende November mit 477.803 Mitgliedern wieder hinter der CDU mit 478.810 Mitgliedern.

Die Entwicklung der Mitgliederzahlen ist ein weiteres Anzeichen dafür, dass die FDP stark angeschlagen ins neue Jahr startet. Dem am Mittwoch veröffentlichten Forsa-Wahltrend zufolge ist die Partei in der Wählerzustimmung auf vier Prozent gefallen. Einen erneuten Einzug in den Bundestag würde sie damit verpassen.

Dabei steht gleich am 20. Januar ein wichtiger Termin an: die Landtagswahlen in Niedersachsen. Fliegt die FDP aus dem Landtag, dürfte Philipp Röslers Ende als FDP-Chef gekommen sein. Der Bundeswirtschaftsminister hatte in dieser Woche negative Schlagzeilen mit einem Positionspapier gemacht, in dem vom Verkauf von Staatsbeteiligungen im großen Stil die Rede war. Hinzu kommen die nicht enden wollenden Personaldebatten in der Parteiführung.

son/dapd

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insgesamt 198 Beiträge
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1. wer ist so blöde ....
unixv 29.12.2012
Zitat von sysopDPANoch ein Rückschlag für die FDP: Die Liberalen haben wahrscheinlich schon bald weniger Mitglieder als die Grünen, das berichtet die "Frankfurter Rundschau". Die Nachricht dürfte der ohnehin geschwächten Partei vor der Landtagswahl in Niedersachsen sehr ungelegen kommen. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/gruene-ueberholen-fdp-bei-mitgliederzahlen-auch-cdu-und-spd-verlieren-a-875052.html
und will noch bei dieser sehr schlechten Boygroup mitmischen? Frech Dumm Peinlich, sagt über diesen Haufen übler Lobbyisten doch schon alles! Diese FDP braucht kein Schwein!
2.
Social_Distortion 29.12.2012
Zitat von sysopDPANoch ein Rückschlag für die FDP: Die Liberalen haben wahrscheinlich schon bald weniger Mitglieder als die Grünen, das berichtet die "Frankfurter Rundschau". Die Nachricht dürfte der ohnehin geschwächten Partei vor der Landtagswahl in Niedersachsen sehr ungelegen kommen. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/gruene-ueberholen-fdp-bei-mitgliederzahlen-auch-cdu-und-spd-verlieren-a-875052.html
Wen wunderts. Es gibt eben auch einige Besserverdiener, die von der grünen Klientelpolitik profitieren. Der Unterschied zwischen beiden Parteien ist lediglich der, dass die FDP keinen moralischen Anstrich hat.
3. Endlich!!
fritzlothar 29.12.2012
Endlich! Es wurde auch Zeit, daß sich diese sieche Klientelvertetung in ihre Einzelteile auflöst. Wer braucht sowas noch? In allen anderen ernstzunehmenden Parteien ist der Gedanke des Liberalismus längst Bestandteil der Programme. Wozu braucht die Republik noch Liberale, außer für Zahnärzte oder Hoteliers.
4. interessant ...
ellinger_2 29.12.2012
dann gibt es derzeit also 60 Tausend Apotheker, Ärzte und Hoteliers in Deutschland. Hätte ich nicht gedacht.
5.
Micha123 29.12.2012
Die FDP könnte tatsächlich die erste Partei sein, die nachhaltig wegstirbt. Ich bin wirklich sehr gespannt, ob sie bei der Bundestagswahl 2013 noch mal reinkommen. Vielleicht ziehen sie noch irgendein Thema aus dem Hut mit dem sie auf Dummenfang gehen, wer weiß. Ich denke aber, sie werden es nicht schaffen. Als nächstes wird die SPD sterben, weil sie nicht mehr sozial ist und sich kaum noch von der CDu unterscheidet. Das Personal ist auch nicht das gelbe vom Ei, im Grunde genommen haben sie niemanden. Und ein Steinbrück soll ein Anwalt der kleinen Leute sein? Lächerlich! Die CDU wird weiterhin von den Rentnern gewählt werden, da wird es noch ca. zwei Jahrzehnte dauern, bis die Partei in Schwierigkeiten kommt. Die Zukunft gehört vermutlich den Grünen.
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