Sonntagsfrage Grüne verlieren nach Debatte über Steuerpläne

Der Streit über die Steuerbeschlüsse der Grünen schlägt sich jetzt auch in Umfragen nieder. Eine Mehrheit der Wähler glaubt laut ZDF-Politbarometer, dass die Pläne der Partei schaden werden. In der Sonntagsfrage verlieren die Grünen einen Zähler, Union und SPD können dagegen zulegen.

Grünen-Fraktionschef Trittin: Dämpfer in der Sonntagsfrage
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Grünen-Fraktionschef Trittin: Dämpfer in der Sonntagsfrage


Berlin/Hamburg - Die Grünen haben in einer Umfrage erstmals einen Dämpfer für ihre Steuerpläne erhalten. Im aktuellen ZDF-Politbarometer büßt die Partei einen Prozentpunkt ein und kommt nur noch auf 13 Prozent.

Eine Mehrheit von 53 Prozent der Befragten geht davon aus, dass die Steuerbeschlüsse den Grünen schaden werden. Nur knapp jeder Fünfte glaubt, die anvisierte Erhöhung des Spitzensteuersatzes und die Einführung einer Vermögensabgabe werde den Grünen nutzen. 24 Prozent rechnen mit keinen Auswirkungen der Steuerpläne auf die Popularität der Grünen.

Auch in den eigenen Reihen gibt es Zweifel, ob die Beschlüsse des Parteitags vor zwei Wochen gut beim Wähler ankommen: 45 Prozent der Grünen-Anhänger fürchten negative Folgen, 29 Prozent sehen positive und 24 Prozent keine Effekte.

FDP würde aus Bundestag fliegen

Unmittelbar nach dem Parteitag gab es keine negativen Auswirkungen in den Erhebungen. Seitdem setzte es nicht nur massive Kritik aus dem schwarz-gelben Lager, mit dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag wandte sich auch ein einflussreicher Wirtschaftsverband gegen die grünen Steuerpläne.

Union und SPD haben dagegen in der Sonntagsfrage zugelegt: CDU/CSU können derzeit mit 41 Prozent der Wählerstimmen rechnen, die Sozialdemokraten kämen auf 29 Prozent. Die Linke liegt unverändert bei sechs Prozent. FDP und die neu gegründete Alternative für Deutschland würden mit vier beziehungsweise drei Prozent den Einzug in den Bundestag verpassen. Die Werte für die Piraten werden nicht gesondert ausgewiesen, zusammengenommen kommen die sonstigen Parteien auf vier Prozent.

Neben einer Großen Koalition hätte damit weiterhin nur eine schwarz-grüne Koalition oder ein Bündnis aus SPD, Grünen und Linken eine Mehrheit.

Obwohl 74 Prozent der Befragten von der derzeitigen Bundesregierung keine Lösung der anstehenden Probleme erwarten, sprachen sich 62 Prozent dafür aus, dass Angela Merkel Bundeskanzlerin bleibt. SPD-Herausforderer Peer Steinbrück favorisierten nur 29 Prozent.

syd/AFP/dpa

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spon-facebook-10000211648 17.05.2013
1. optional
13 % für die Grünen sind erheblich zu viel. Jetzt, wo offensichtlich die Altkommunisten Morgenluft gewitter haben/hatten, da wird mal wieder die Mär von der Ungerechtigkeit in Deutschland ausgepackt. Ich hoffe sehr, dass die Wähler langsam aber sicher erkennen, das Grüne aber auch die SPD uns Steuerzahler zu Melkkühen degradieren wollen um uns dann mit ihren Gedanken und ihren Vorstellungen zu beglücken.
cruxxx 17.05.2013
2. Verprellung von Stammwählern
Die Grünen verprellen mit ihren Steuerplänen viele bürgerliche Stammwähler. Das liegt vielleicht nicht nur daran, dass diese plötzlich als Vielverdiener gebranntmarkt werden, sondern auch dadurch, dass die Grünen ihr liberales Image verspielen: Sie wandeln sich mehr und mehr von einer Besserwisser- zu einer Bevormundungspartei!
petrasha 17.05.2013
3. die grünen können einpacken
wer um himmelswillen wird deren steuerpolitik unterstützen wollen. es ist unglaublich. spitzensteuersatz erhöhen ja, aber nicht bei den mittleren einkommen. was für ein elender schwachsinn. der steuerbauch soll abgebaut werden, aber so doch nicht. ich bin entsetzt.
masc672 17.05.2013
4. Vielleicht
Zitat von sysopDPADer Streit um die Steuerbeschlüsse der Grünen schlägt sich jetzt auch in Umfragen nieder. Eine Mehrheit der Wähler glaubt laut ZDF-Politbarometer, dass die Pläne der Partei schaden werden. In der Sonntagsfrage verlieren die Grünen einen Zähler, Union und SPD können dagegen zulegen. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/gruene-verlieren-im-zdf-politbarometer-nach-kritik-an-steuerplaenen-a-900541.html
merken jetzt viele, dass nicht die 49% das Problem wären, sondern der Rest. Und das sie auf einmal "reich" sind und geschröpft werden müssen.
inmado 17.05.2013
5. Zu kurz gesprungen
Grundsätzlich ist die Idee, Spitzeneinkommen stärker zu belasten, nicht verkehrt. Das würde sicher auch von eine großen Mehrheit unterstützt werden. Nur sind die Einkommensgrenzen bei den Grünen viel zu niedrig angesetzt. Zusammen mit dem ungerechten Wegfall des Ehegattensplittings würden schon viele normale Arbeitnehmer zur Kasse gebeten.
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