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Pädophilie-Debatte: Grüne wollen Anlaufstelle für Missbrauchsopfer einrichten

Parteibüro der Grünen in Berlin: "Aufarbeitung vorantreiben" Zur Großansicht
HC Plambeck

Parteibüro der Grünen in Berlin: "Aufarbeitung vorantreiben"

Die Grünen machen eine Kehrtwende beim Umgang mit ihrer dunklen Vergangenheit: Der Bundesvorstand plant, eine Anlaufstelle für Pädophilie-Opfer einzurichten. Dies hatten führende Parteimitglieder zuvor abgelehnt.

Hamburg - Die Grünen wollen bei der Aufarbeitung der Pädophilie-Vorwürfe gegen die Partei selbst die Initiative ergreifen. In einem Beschluss des Bundesvorstandes heißt es, die Partei werde einen Kreis aus Mitgliedern, Zeitzeugen und Experten bilden, der die "Aufarbeitung unserer Parteigeschichte und Forderungen der Grünen in den achtziger Jahren zur Straffreiheit von Pädophilie" vorantreiben solle.

Der Arbeitskreis soll demnach herausfinden, "wie es zu den Debatten und Beschlüssen speziell in unserer Partei kommen konnte".

Bisher hat der Göttinger Politologe Franz Walter im Auftrag der Grünen den Einfluss der Pädophile-Befürworter auf die Partei untersucht. Der Wissenschaftler fand heraus, dass unter anderem der Grüne Spitzenkandidat bei der vergangenen Bundestagswahl, Jürgen Trittin, in die Affäre verstrickt war.

Laut der Beschlussvorlage soll der Kreis "auch als Kontakt für Betroffene dienen" und die Frage klären, "wie wir uns Personen zuwenden, denen im grünen Umfeld oder in Bezug auf grüne Positionen Leid angetan wurde".

Eine solche Anlaufstelle hatten führende Parteipolitiker zuvor noch strikt abgelehnt. Jürgen Trittin sagte der "Welt", die möglichen Straftaten seien "nicht Parteistrukturen zuzuordnen, sondern Individuen". Claudia Roth sagte der "taz" dazu: "Ich will nicht, dass wir als Partei die Instanz sind, die definiert, wer ein Opfer ist und wer nicht."

Zuvor hatte unter anderem ein Mann, der laut eigenen Angaben in den Achtzigern Opfer sexueller Gewalt eines Grünen-Politikers wurde, in einem Interview mit der "Welt" die Einrichtung eines runden Tisches sowie eines Entschädigungsfonds gefordert.

flo/cst

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insgesamt 56 Beiträge
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    Seite 1    
1. Und wer leitet die ? Beck/Trittin oder Frau Roth ?
Alfred Ahrens 28.09.2013
Langsam reichen die Ideen der Grünen! Der Wähler wird es nicht vergessen !!!
2. Gute Idee aber Vorsicht!
fredadrett 28.09.2013
Die Idee ist gut aber Vorsicht damit der Bock nicht letztendlich Gärtner wird. Diese Anlaufstelle sollte unabhängig von grünen ehemals Pädo-Vertretern aufgebaut werden. Kein Opfer würde sich sonst bei den geistigen Tätern Hilfe suchen.
3. ein kleiner Schritt ...
Hilfskraft 28.09.2013
... in eine menschlichere Gesellschaft.
4. Nur konsequent
cdrenk 28.09.2013
Die Grünen entlarven und entsorgen sich selber - und gründen dazu eine Geschäftsstelle. Seeehr deutsch...
5.
Whitejack 28.09.2013
Zitat von Alfred AhrensLangsam reichen die Ideen der Grünen! Der Wähler wird es nicht vergessen !!!
Dann sagen Sie konkret: Was soll die grüne Partei im Zusammenhang mit der Pädophilie-Vergangenheit tun? Was stellen Sie sich vor?
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