Göring-Eckardt zu schwarz-grüner Sondierung "Ich bin offen für mögliche Überraschungen"

Führende Grüne gehen pessimistisch in die entscheidende Sondierungsrunde mit der Union - doch Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt will Schwarz-Grün noch nicht abhaken. "Ich bin neugierig auf die zweite Runde und offen für mögliche Überraschungen", sagt sie SPIEGEL ONLINE.

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  Göring-Eckardt: "Das ist doch keine Alibiveranstaltung"
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Göring-Eckardt: "Das ist doch keine Alibiveranstaltung"


Berlin - Am Dienstagnachmittag werden sich die Delegationen von Grünen und Union wieder gegenübersitzen - mit dabei ist auch Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt. Doch anders als führende Parteifreunde will Göring-Eckardt Schwarz-Grün noch nicht abhaken. "Ich bin neugierig auf die zweite Runde und natürlich offen für mögliche Überraschungen", sagte sie SPIEGEL ONLINE mit Blick auf die Sondierung mit CDU und CSU. "Das ist doch keine Alibiveranstaltung." Göring-Eckardt sagte weiter: "Wir gehen ernsthaft in die Sondierungsgespräche am Dienstag."

Grüne und Union treffen sich am Nachmittag zu einer zweiten Sondierungsrunde, sie waren schon am vergangenen Donnerstag zusammengetroffen. Nach dem zweiten Treffen mit der Union wollen die Grünen entscheiden, ob sie für Koalitionsverhandlungen mit CDU und CSU zur Verfügung stehen. Vieles spricht dafür, dass sich die Partei dagegen entscheidet. Dann würde zunächst alles auf eine Große Koalition von SPD und Union hinauslaufen.

Die scheidende Parteichefin Claudia Roth betonte am Montag, die Grünen machten sich nun nicht kompatibel für irgendwelche Partner von der CDU oder CSU. Sie leitet gemeinsam mit dem Co-Vorsitzenden Cem Özdemir die grüne Sondierungsgruppe. Auch der bisherige Fraktionschef Jürgen Trittin, ebenfalls Teil des Sondierungsteams, äußerte sich skeptisch. In dem Gespräch mit der Union am Donnerstag habe es keine so große Annäherung gegeben, dass Schwarz-Grün wahrscheinlich erscheine. "Die erste Runde hat mich da nicht optimistischer gestimmt", sagte er. In Beratungen des Grünen-Parteirats war man sich am Montag weitgehend einig gewesen, dass es nicht nach Schwarz-Grün aussehe.

Göring-Eckardt: "Viele Themen im ersten Gespräch nur angerissen"

Bei dem ersten Treffen am Donnerstag hatten beide Seiten gute drei Stunden zusammen gesessen, inhaltlich war jedoch vieles liegen geblieben. Fraktionschefin Göring-Eckardt sagte: "Viele Themen haben wir ja im ersten Gespräch nur angerissen." Die Grünen-Politikerin, die im vergangenen Bundestagswahlkampf mit Trittin Spitzenkandidatin war, kündigte an: "Wir bleiben bei den Schwerpunkten, die uns besonders wichtig sind - allen voran Vorschlägen für eine nachhaltige Klimapolitik und eine offenere Gesellschaft."

"Bei der Klimapolitik interessiert uns genau, ob wir tatsächlich zu CO2-Einsparungen in den unterschiedlichen Bereichen kommen, da geht es doch auch um einen moderneren, zukunftsgerechteren Blick auf die Wirtschaft", sagte Göring-Eckardt. Sie fügte hinzu: "Es gibt viele weitere Themen: Wir wollen über Voraussetzungen für eine offenere Gesellschaft reden, über Bürgerrechte und Gleichstellung, über Integrations-, Asyl- und Flüchtlingspolitik." Göring-Eckardt: "Wir wollen auch über Rente, Sozial- und Außenpolitik reden - und dann schauen wir insgesamt, ob es eine Annäherung gibt."

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Sondierung: Wer sich bei Schwarz-Grün mag - und wer nicht

Mit Material von dpa

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insgesamt 34 Beiträge
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warndtbewohner 15.10.2013
1. Alles ist drin.........
hoffen wir dass der Modellversuch schwarz-grün klappt.
mitverlaub 15.10.2013
2. Ein politischer Alptraum
würde wahr, wenn Grün/Schwarz eine Koalition bilden und die berufsbetroffene-empörte C. Roth stellvertretende Bundestagspräsidentin würde. Welch eine Karriere für Leute, die ihre Partei heruntergewirtschaftet haben und nicht einmal eine Berufsausbildung voweisen können und hier mit hochdotierten Pöstchen versorgt werden.. So etwas ist nur in Deutschland möglich.
FocusTurnier 15.10.2013
3. Gleichstellungs-Wahnsinnige
Frau KGE, bleiben Sie, wo Sie sind - in der Opposition. Sie haben mit Ihhrer Partei versucht, mithilfe der Gender-Ideologie freie, demokratische Wahlen zu unterlaufen: "Um den geringen Frauenanteil in den kommunalen Räten zu erhöhen, werden die Wahlzettel umgestaltet, was wahlweise als bloße Produktinformation oder gezielte Wahlanleitung anzusehen ist. Auf dem Stimmzettel wird nunmehr der Satz „Männer und Frauen sind gleichberechtigt“ abgedruckt, außerdem der „Geschlechteranteil in der Vertretungskörperschaft zwei Monate vor der Wahl“." http://www.faz.net/aktuell/politik/staat-und-recht/gastbeitrag-die-gendergerechte-demokratie-12602100.html Schwarz-grün wird nicht kommen - keiner will eine Pädophilen-freundliche Partei in der regierungsverantwortung sehen. Gehen Sie und arbeiten Sie auf - da haben Sie die nächsten Jahre viel zu tun.
ChristianWild 15.10.2013
4. Warum nicht!
Eine Koalition mit Schwarz bringt Minister- und Staatsposten und, da die Grünen ohnehin kein Programm haben, können sie doch alles absegnen. So wie es die FDP vorgemacht hat. Das letzte Aufbäumen vorm dem Nirwana, aber versüsst mit üppigen Pensionen und Posten in der freien Wirtschaft. Also Grüne vorwärts und hoch die Fahnen.
mademoiselledani 15.10.2013
5. Schwarz-Grün,
das würde zu dieser Republik passen. Dann fährt man die Bio-Bananen mit dem Jeep ins solarbetriebene Eigenheim mit Carlift und Akademikermütter beziehen Betreuungsgeld. Passt.
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