Parteitagsbeschluss Veggie-Day ist den Grünen ab sofort "herzlich egal"

Die Grünen verabschieden sich endgültig vom "Veggie-Day". "Ob jemand am Donnerstag Fleisch isst oder nicht, ist uns herzlich egal", heißt es in einem Grundsatzpapier. Die Partei will zurück zu grünen Wurzeln.


Hamburg - Schluss mit dem Image der Verbotspartei: Die Delegierten des Hamburger Parteitages der Grünen haben ein Grundsatzpapier beschlossen, in dem sich die Partei von der Idee eines wöchentlichen "Veggie Day" lossagt. In dem Antrag bekennen sich die Grünen zu einer freiheitlichen Gesellschaft, in der der sozialer Ausgleich gesucht werden müsse.

Strukturelle Änderungen bei Lebensmitteln müssten bei den Produzenten, und nicht bei den Konsumenten ansetzen, heißt es in dem beschlossenen Antrag. "Ob jemand am Donnerstag Fleisch isst oder nicht, ist uns herzlich egal." Ein Antrag, diesen Satz zu streichen, fand unter den Delegierten keine Mehrheit. Der Vorschlag eines wöchentlichen vegetarischen Tages in Kantinen hatte der Partei vor der Bundestagswahl heftige Kritik eingebracht und galt als ein Grund für ihr mageres Abschneiden.

"Freiheit erfordert Gerechtigkeit und eine sozial ausgleichende Politik, wenn sie nicht die Freiheit einiger weniger meinen soll", heißt es in dem Antrag weiter. Zugleich wird in dem Papier neoliberalen Tendenzen eine klare Absage erteilt.

Grünen wolle "einfach grün" sein

In dem bis kurz vor der Abstimmung am Abend formulierten "Versöhnungsantrag" namens "Grüner Aufbruch 2017" heißt es: "Wir bekräftigen den nach der Bundestagswahl eingeschlagenen Kurs und wollen weiter Fahrt aufnehmen." In dem dann mit klarer Mehrheit gebilligten Antrag wird auch die Eigenständigkeit der Partei betont: "Wir sind nicht rot-grün, nicht schwarz-grün, nicht die neue FDP, sondern schlicht und einfach grün."

Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann warb vor den knapp 500 Delegierten für seinen wirtschaftsfreundlichen Kurs. Der Vorsitzende Cem Özdemir räumte Startschwierigkeiten des seit einem Jahr amtierenden Führungsquartetts der Grünen ein. Das neue Team mit Co-Chefin Simone Peter sowie den Fraktionschefs Katrin Göring-Eckardt und Anton Hofreiter habe sich erst einspielen müssen. "Aber das haben wir jetzt", sagte Özdemir. "Und jetzt geht es nach vorne", sagte der Grünen-Chef mit Blick auf die nächsten Wahlen.

isa/AFP/dpa

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insgesamt 140 Beiträge
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THINK 21.11.2014
1.
Ähnlich wie Hr. Schröder, der niemals ein Sozialdemokrat war, die SPD zerstört hat, hat Hr. Fischer, der niemals ein Grüner war, die Grünen zerstört.Heute gibt es bei den Grünen keine echten Grünen mehr.
crabman66 21.11.2014
2. Zurück zu den Wurzeln?
Also wieder zurück zu höchst verwerflichen pädophilen und päderastischen Meinungen. Ganz grandios.
hermanbalk 21.11.2014
3. Grüne ...
Eben auf Phönix gesehen: " ... da kann man sich auf was gefasst machen." Das war O-Ton Öcdemir in seiner heutigen Rede. Und ich denke, bei erneutem Regierungsmandat für diese politische Gruppierung kann man sich wirklich auf was gefasst machen: Regulierung, Lobbyismus, bissl Bevormundung und alles zusammen wird blinder Kahlschlag frei nach angeblich ökologischer Prämisse. Und um an die Honigtöpfe zu gelangen, werden sich die Herrschaften verbiegen bis die Schwarte kracht. Es liegt am Bürger, zu entscheiden, ob das möglich wird.
jamguy 21.11.2014
4. Ideale
Nur darum hatten die Grünen einst Zulauf!In der Konstellation in der Sie sich heute bewegen sind Sie nur ein unglaubwürdiger Haufen!
rollp 21.11.2014
5. tja
mir egal, meine grünen freunde. ich wähl euch nicht mehr. einmal ess-diktat reicht.
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