Grünen-Spitzenkandidatur: Schröder macht sich für Trittin stark

Mit einer Urwahl wollen die Grünen über ihre Spitzenkandidaten für die kommende Bundestagswahl entscheiden. Fraktionschef Trittin hat jetzt einen prominenten Unterstützer: Ex-Kanzler Gerhard Schröder empfiehlt seinen einstigen Minister.

Trittin (l.) und Schröder (2000): "Wenn die Grünen klug sind..." Zur Großansicht
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Trittin (l.) und Schröder (2000): "Wenn die Grünen klug sind..."

Berlin - Der frühere Kanzler Gerhard Schröder empfiehlt den Grünen, Fraktionschef Jürgen Trittin als Spitzenkandidat ins Rennen zu schicken. "Trittins Europapolitik zeichnet sich durch eine sehr staatstragende Haltung aus", sagte Schröder der "tageszeitung". "Das halte ich für sinnvoll: Wer regieren will, darf keine Fundamentalopposition machen." Und: "Wenn die Grünen klug sind, machen sie Trittin zum Spitzenkandidaten." Der Grünen-Politiker habe sich einen "staatsmännischen Habitus erarbeitet".

Trittin war zweimal unter Schröder Minister: von 1990 bis 1994 in Niedersachsen für Bundes- und Europa-Angelegenheiten und von 1998 bis 2005 Bundesumweltminister.

Bisher haben sechs Grünen-Politiker angekündigt, Spitzenkandidat werden zu wollen: neben Trittin auch die Fraktionsvorsitzenden Renate Künast, Parteichefin Claudia Roth, Bundestags-Vizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt sowie zwei weitgehend unbekannte Basis-Vertreter.

Bei den Grünen gibt es kritische Stimmen zur Urwahl, aber auch Zustimmung. So sagte NRW-Landeschef Sven Lehmann: "Während in vielen anderen Parteien in Hinterzimmern über Personal entschieden wird, beteiligen die Grünen jedes einzelne Mitglied." Die beiden Spitzenkandidaten stehen den Plänen zufolge bis zum nächsten Parteitag Mitte November in Hannover fest - dann soll es auch verstärkt um das Programmprofil für 2013 gehen.

Die Abstimmung selbst soll sicherstellen, dass nicht mehr als ein Mann dem Spitzen-Duo angehört. "Jedes Mitglied kann bis zu zwei Stimmen vergeben, wobei nicht zwei Stimmen auf zwei männliche Bewerber entfallen dürfen und nicht beide Stimmen auf eine Person vereint werden dürfen." Alternativ könne mit Nein oder Enthaltung gestimmt werden.

lei/dpa/dapd

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