Mecklenburg-Vorpommern Ex-Minister Krause räumt illegal bewohntes Haus

Traumimmobilie mit Pool und Sauna: Monatelang wohnte Ex-Minister Krause in einem Haus an der Mecklenburgischen Seenplatte, ohne einen Cent zu zahlen. Jetzt kam er der Zwangsräumung zuvor.

Günther Krause
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Günther Krause


Der ehemalige Bundesverkehrsminister Günther Krause hat das illegal bewohnte Haus an der Mecklenburgischen Seenplatte geräumt. Krauses Anwalt Peter-Michael Diestel übergab am Montag vor dem Grundstück die Schlüssel an den Hamburger Anwalt Arne Trimpop.

"Es ist auch alles in Ordnung", bestätigte Trimpop nach einem ersten Rundgang. Er vertritt die Unternehmerfamilie, die das Haus vor einem Jahr an Krauses Frau verkauft, aber dafür kein Geld bekommen hatte. Mit dem Auszug kam der frühere CDU-Politiker, der selbst nicht zur Übergabe erschien, einer Zwangsräumung zuvor.

Die Krauses sollten für das mit Sauna und Pool ausgestattete Wohnhaus 459.000 Euro bezahlen, hatten die Eigentümer aber monatelang hingehalten. Ein gerichtlicher Vergleich hatte den Auszug zum 10. April festgesetzt, das Datum hielt das Paar aber nicht ein. "Er ist ins Brandenburgische gezogen", sagte sein Verteidiger Diestel.

Ende Januar hatte die Staatsanwaltschaft Potsdam Anklage gegen Krause wegen Insolvenzverschleppung und Bankrotts erhoben. Es ging um fast 900.000 Euro Schulden einer Beratungsfirma. Krause wies die Vorwürfe in dem Verfahren zurück; es sei genügend Kapital vorhanden. Am Ende akzeptierte sein Verteidiger in Krauses Namen einen Strafbefehl über 5400 Euro durch das Amtsgericht Potsdam.

Krause hatte 1990 für die ehemalige DDR den Einheitsvertrag mit ausgehandelt und war später Bundesverkehrsminister im Kabinett von Helmut Kohl. Gegen ihn sind aktuell weitere Verfahren anhängig. (Ein Porträt über Krause lesen Sie hier.)

Im Video: Der Fall Günther Krause

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cht/dpa



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