Insolvenzverschleppung Ex-Bundesminister Krause zu Geldstrafe verurteilt

Einst handelte er für die DDR den Einheitsvertrag aus, später wurde er Minister in der Bundesrepublik: Wegen Unregelmäßigkeiten rund um eine Firma musste sich Günther Krause nun vor Gericht verantworten.

Günther Krause
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Günther Krause


Das Amtsgericht Potsdam hat gegen den früheren Bundesverkehrsminister Günther Krause einen Strafbefehl mit einer Geldstrafe in Höhe von 5400 Euro erlassen. In dem Prozess ging es um die Vorwürfe der Insolvenzverschleppung und Bankrott.

Die Strafe setzt sich aus 180 Tagessätzen à 30 Euro zusammen. Die Staatsanwaltschaft hatte den Strafbefehl - eine vom Gericht ohne Verhandlung verhängte Strafe für geringfügige Delikte - kurz zuvor beantragt. Krauses Anwalt Peter-Michael Diestel nahm den Strafbefehl sofort an.

Nach Ablauf der Fristen wäre Krause damit verurteilt. Der 64-Jährige war selbst nicht vor dem Amtsgericht erschienen.

Ende Januar hat die Staatsanwaltschaft Potsdam Anklage gegen ihn erhoben: wegen Insolvenzverschleppung und Bankrotts. Seine Beratungsfirma IBP schuldet Gläubigern fast 900.000 Euro. Krause weist die Vorwürfe zurück; es sei genügend Kapital vorhanden. Es ist nicht das einzige Verfahren, das gegen ihn anhängig ist. (Ein Porträt über Krause lesen Sie hier.)

1990 hatte Günther Krause mit Wolfgang Schäuble den Einheitsvertrag verhandelt, anschließend machte er im Westen Karriere als Bundesverkehrsminister im Kabinett von Kanzler Helmut Kohl.

mho/dpa



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