Nach LKA-Einsatz Mecklenburg-Vorpommern will zwei mutmaßliche Gefährder abschieben

Sie wurden schon einmal festgenommen, dann wieder freigelassen - und sollen nun abgeschoben werden. Der Grund: Die zwei Brüder mit bosnischem Pass gelten als islamistische Terrorverdächtige.

Antiterroreinsatz in Güstrow
DPA

Antiterroreinsatz in Güstrow


Vorläufiges Ende eines aufsehenerregenden Falls: Zwei bosnische Terrorverdächtige, die Ende Juli bei einem Einsatz in Mecklenburg-Vorpommern kurzzeitig festgenommen und dann wieder freigelassen worden waren, sollen nun abgeschoben werden. Das Innenministerium in Schwerin erließ eine Abschiebeanordnung gegen die beiden Gefährder.

Als Gefährder gelten insbesondere Islamisten, denen die Sicherheitsbehörden hierzulande Anschläge zutrauen. In einer groß angelegten Aktion der Bundesanwaltschaft, des Bundes- und des Landeskriminalamtes (LKA) waren die beiden Verdächtigen Ende Juli in Güstrow festgenommen worden. Sie wurden der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat verdächtigt.

Der Fall hatte deshalb bundesweite Bekanntheit erlangt, weil die beiden 26-jährigen Brüder und ein mit ihnen festgenommener Deutscher nach ihrer Verhaftung wieder freigelassen werden mussten. Der Grund: Sie waren einem Richter zu spät vorgeführt worden. Das Landgericht Rostock hatte anschließend eine Beschwerde des LKA gegen die Freilassung abgewiesen und angeordnet, dass die drei Männer auf freiem Fuß bleiben. Laut LKA wurden sie seitdem durchgehend überwacht.

Auf die nun erfolgte Abschiebeanordnung hin seien die beiden als Bosnier am Dienstag von Spezialkräften des LKA in Gewahrsam genommen worden, hieß es vom Innenministerium. Das Amtsgericht Güstrow habe in der Nacht vorübergehenden Freiheitsentzug angeordnet. Am Mittwoch soll das Gericht eine weitergehende Entscheidung treffen.

dop/dpa



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