Falsches Geburtsjahr auf Grabkreuz Westerwelle und die verflixte Sieben

Hunderte haben sich in Köln von Guido Westerwelle verabschiedet. Wer am Grab genau hinguckte, dürfte sich gewundert haben: Das Kreuz machte den Ex-Außenminister sechs Jahre jünger.

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Es war ein emotionaler und bewegender Abschied. Die Spitzen des Staates waren nach Köln gekommen, um Guido Westerwelle die letzte Ehre zu erweisen: Kanzlerin Angela Merkel, Bundespräsident Joachim Gauck und Bundestagspräsident Norbert Lammert.

Hunderte Gäste waren bei der bewegenden Trauerfeier dabei, beim anschließenden Begräbnis auf dem Kölner Melaten-Friedhof aber gab es eine kleine Panne. Das Holzkreuz am Grab Westerwelles war mit dem falschen Geburtsjahr beschriftet. Sein Geburtstag war nicht der 27.12.1967, wie es auf dem Kreuz stand, sondern der 27.12.1961. Offenbar waren die Ziffern 1 und 7 verwechselt worden - siehe Foto oben.

Nach Ende der nicht öffentlichen Bestattung strömten mehrere Hundert Menschen zum Grab, um Blumen abzulegen. Merkel sagte, die Nachricht von Westerwelles Tod habe sie völlig unvermittelt getroffen. Sie habe nicht glauben wollen, dass es ihm nicht vergönnt sein sollte, sein "zweites Leben nach der Politik" gebührend auszukosten. Sein Tod sei schwer zu akzeptieren und schon gar nicht zu fassen.

In seiner Predigt ging Prälat Karl Jüsten, der Westerwelle von klein auf kannte, auch darauf ein, dass der Politiker polarisieren konnte. "Er war für viele eine Identifikationsfigur - und für manche genau das Gegenteil", sagte Jüsten. Westerwelle sei selbstbewusst, vielleicht auch selbstsicher, jedoch auch ein Suchender gewesen: "Er suchte Anerkennung, Liebe und Geborgenheit." Diese habe er vor allem bei seinem Mann Michael Mronz gefunden.

Der an Leukämie erkrankte Westerwelle war am 18. März im Alter von 54 Jahren gestorben.

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Guido Westerwelle: Mal schrill, mal still
Video: Zum Tode von Guido Westerwelle

hda/dpa

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