Krebsbehandlung Westerwelle liegt wieder im Krankenhaus

Ex-Außenminister Guido Westerwelle kämpft weiter mit den Folgen seiner Leukämie-Erkrankung. Seit Ende November liegt er wieder in der Universitätsklinik Köln.

Guido Westerwelle
imago/ Metodi Popow

Guido Westerwelle

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Im Herbst vergangenen Jahres hatte Guido Westerwelle für kurze Zeit die Öffentlichkeit gesucht. Der frühere Außenminister und FDP-Vorsitzende stellte sein Buch "Zwischen zwei Leben" in Berlin vor, zwei Mal trat er im Fernsehen auf, unter anderem auch mit seinem Lebenspartner Michael Mronz. Und er gab dem SPIEGEL ein vierstündiges, ausführliches Gespräch über seine Leukämie-Erkrankung.

Völlig gesund war der 54-Jährige damals nicht, aber er hatte Hoffnungen, auf dem Weg der Besserung zu sein. Westerwelle selbst sagte es so: "Ich habe einen Plan: Zu überleben. Und mir mein altes Leben Schritt für Schritt zurückzuholen."

Im Juni 2014 war die Blutkrebserkrankung Westerwelles bekannt geworden, er hatte sich danach weitgehend zurückgezogen und einer Chemotherapie unterzogen. Zudem erhielt er eine Knochenmarktransplantation.

Der Kampf gegen die Folgen des Krebses ist für den früheren FDP-Spitzenpolitiker noch lange nicht zu Ende. Seit Ende November vergangenen Jahres liegt Westerwelle wieder in der Kölner Universitätsklinik, wie SPIEGEL ONLINE von der "Westerwelle-Foundation" in Berlin erfuhr. "Nach wie vor ist eine Medikamenten-Umstellung notwendig, um die Abstoßungsprobleme des Körpers nach der Knochenmarktransplantation unter Kontrolle zu bekommen", sagte der Leiter des Berliner Stiftungsbüros, Alexander Vogel.

Westerwelle-Stiftung eröffnet Büroräume in Tunis

Westerwelle war zuletzt im September in den Räumen der Stiftung gewesen, die in einem klassizistischen Gebäude am Kurfürstendamm im Berliner Westen residiert. Die Stiftung, im Dezember 2013 kurz nach seinem Ausscheiden aus dem Außenamt von Westerwelle und dem Internetunternehmer Ralph Dommermuth gegründet, widmet sich unter anderem der Demokratieförderung in Staaten des arabischen Raumes.

Ein Schwerpunkt der Arbeit bildet dabei Tunesien. Das Land hatte sich nach der arabischen Rebellion vor sechs Jahren auf den Weg hin zu einer Demokratie gemacht und gilt als eines der wenigen Leuchttürme in einer unruhigen, vom IS-Terror bedrohten Region. Westerwelle hatte Tunesien mehrmals als Außenminister der schwarz-gelben Koalition besucht. In dem nordafrikanischen Land eröffnet seine Stiftung nun am kommenden Dienstag im Zentrum der Hauptstadt das Startup Haus Tunis, mit dabei wird auch der Botschafter der Bundesrepublik sein.

Auf 500 Quadratmetern sollen junge Unternehmer die Möglichkeit erhalten, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen, Tipps für den Zugang zu nationalen und internationalen Programmen und Kontakte zu potenziellen Investoren und Behörden erhalten. Die ersten Gründer seien bereits im März eingezogen, sagte der Berliner Büroleiter Vogel. Man sei davon überzeugt, dass "wirtschaftlicher Erfolg zu mehr demokratischer Stabilität führt". Mitbeteiligt ist an dem Projekt auch der Verein enpact.

Vogel, einst persönlicher Referent Westerwelles im Auswärtigen Amt, ist derzeit im Wesentlichen für die Außendarstellung der Westerwelle-Foundation verantwortlich, nachdem im Januar ihr Generalsekretär Hans-Jürgen Beerfeltz verstorben war. Der FDP-Politiker, einst langjähriger Bundesgeschäftsführer der Partei und zuletzt Staatssekretär im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, war wie Westerwelle an Leukämie erkrankt und verstarb am 20. Januar an den Folgen einer Lungenentzündung.

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