Buchvorstellung Westerwelle wirbt fürs Spenden von Stammzellen

Bei der Vorstellung seines Buchs hat Ex-Außenminister Westerwelle dazu aufgerufen, sich als Stammzellen-Spender zur Verfügung zu stellen. Die Suche sei kompliziert: Ihm sei der erste Spender kurzfristig abgesprungen.


Er selbst hatte Stammzellen aus dem Knochenmark eines Spenders transplantiert bekommen - bei seiner Buchvorstellung warb der Ex-Außenminister Guido Westerwelle nun für dieses Verfahren. Allein in der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) sind inzwischen mehr als 5,7 Millionen potenzielle Spender registriert. Trotzdem fällt es immer noch schwer, passende Stammzellen zu finden.

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Heft 46/2015
SPIEGEL-Gespräch mit Guido Westerwelle über den Kampf gegen seine Leukämie

Westerwelle musste kurz vor der ersten geplanten Transplantation erfahren, dass der Spender abgesprungen war. Der 53-Jährige stellte am Sonntag sein neues Buch "Zwischen zwei Leben" in Berlin vor. Zu seinem heutigen Gesundheitszustand sagte der ehemalige FDP-Chef: "Mir geht es eigentlich ganz gut. Vor einem Jahr hätte ich diesen Zustand herbeigesehnt." Er sei aber immer noch nicht völlig gesund.

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Westerwelle hatte im Juni 2014 - ein halbes Jahr nach dem Ausscheiden aus dem Auswärtigen Amt - erfahren, dass er Leukämie hat. Er musste sich auch einer Chemotherapie unterziehen. Das Buch schrieb er zusammen mit dem ehemaligen "Stern"-Chefredakteur Dominik Wichmann.

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Ex-Außenminister: Westerwelle präsentiert sein neues Buch
Seine Zukunftsvision ist kämpferisch: "Ich habe einen Plan: zu überleben. Und mir mein altes Leben Schritt für Schritt zurückzuholen", sagte Westerwelle. "Das ist der einzige Plan, den ich habe." Erstmals seit seiner schweren Erkrankung ging er an die Öffentlichkeit. Ausführliche sprach er auch mit dem SPIEGEL: "Sie glauben gar nicht, was der Mensch alles aushält", sagte er über die vergangenen Monate. (Lesen Sie hier das ganze Gespräch im neuen SPIEGEL.)

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vek/dpa

insgesamt 37 Beiträge
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Seite 1
janne2109 08.11.2015
1. er mag
politisch nicht alles richtig gemacht haben ( aber wer macht das schon?), wer ihn kennt weiss, dass er unter seiner Schale immer ein warmherziger Kerl war. Es ist die Cruz seines Lebens, dass er, endlich einen Lebenspartner gefunden hat durch den er den Mut hatte mit seiner Lebensform an die Öffentlichkeit zu gehen, so krank werden musste. Ich drücke ihm die Daumen, dass er wieder völlig gesund wird, ich drücke sie auch seinem Mann.
bristolbay 08.11.2015
2. Tolle Idee
Vorab, das Buch habe ich nicht gelesen und werde es aus prinzipiellen Gründen nicht kaufen und lesen. Mein Sohn musste ich sich vor 18 Jahren einer KMT (Knochenmarktransplantation) unterziehen und meine Familie hat sich im Rahmen dieser Maßnahme sofort bei der DKMS erfassen lassen. Zu diesem Zeitpunkt waren wir aber alle bereits als Organspender registriert, von einer Knochenmarkspenderdatei wussten wir aber nichts. Leider ist die Transplantation nicht erfolgreich gewesen und unser Sohn ist verstorben. Das könnte auch daran gelegen haben, dass die Spendersuche, auch durch andere Umstände, sehr lange gedauert hat. Menschen wie Herr Westerwelle hatten es in der Hand dieses Problem zu ändern, in dem jeder Bürger automatisch Organspender ist und die Aufnahme in einer Spenderdatei quasi bei Geburt erfolgt. Hat Herr Westerwelle sich für dieses Verfahren damals eingesetzt? Erst wenn man persönlich betroffen ist, dann erfährt man wie wichtig Solidarität ist, leider ist aber dieses Wort und diese Einstellung in der politischen Gesinnung von Herrn Westerwelle fehl am Platze, hier gelten doch die bekannten Ellbogen.
rexsayer 08.11.2015
3. Schon komisch, dass sich so viele Überlebenskünstler in die Öffentlichkeit drängen !
Kaum bekommt einer dieser Menschen seine Krebsdiagnose, schon weint er sich öffentlich aus. Ich versteh das nicht. Als ich mit Colon Cancer konfrontiert wurde wandte ich mich an mein Innerstes.. Ich wusste meine Chancen stehen nicht gut da jeder zweite daran elend zugrunde geht. Ich fühlte mich wie auf einer Selektionsrampe. Öffentlichkeit war überhaupt kein Thema. Im Gegenteil.
dirk.limburg 08.11.2015
4. Mei
Wir haben alle unsere Wirrungen und Irrungen. Dennoch war er sls Kämpfer/Opposition klasse und mochte ihn auch wg seiner zumeist trefflichen zuspitzungen. Für mich hat er wirkliche Freiheit verkörpert. Alles Gute und Beste Gesundheit.
drent 08.11.2015
5. Es gibt doch ein Forum
Mit Politik hat der Beitrag nichts zu tun.
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