SPIEGEL ONLINE

SPIEGEL ONLINE

28. Oktober 2012, 14:44 Uhr

Kein Comeback im Bundestag

Guttenberg lässt CSU abblitzen

Er kommt - doch nicht zurück. Karl-Theodor zu Guttenberg hat nach SPIEGEL-Informationen mehrere CSU-Politiker abblitzen lassen, die ihn zu einer erneuten Bundestagskandidatur bewegen wollten. Die Planspiele der CSU sind somit vom Tisch, zumindest vorerst.

Berlin - Mehrere CSU-Politiker sind in den vergangenen Monaten damit gescheitert, Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg dazu zu bewegen, 2013 erneut für den Bundestag zu kandidieren. Nach Informationen des SPIEGEL traf sich Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich Ende Juli mit Guttenberg in Oberfranken, um ihn für eine erneute Kandidatur zu gewinnen.

Guttenberg müsse zwar bei null anfangen, so Friedrich, der auch Bezirksvorsitzender in Guttenbergs Heimat Oberfranken ist. Der Minister fügte aber hinzu: "Der Aufstieg kommt ganz von allein."

Der CSU-Landrat von Lichtenfels, Christian Meißner, konnte Guttenberg ebensowenig zu einer Rückkehr überreden. Am Rande des CSU-Parteitags am Freitag vor einer Woche fand der vorerst letzte Versuch eines prominenten CSU-Politikers statt, den Gesprächsfaden mit Guttenberg wieder aufzunehmen.

Während sich die CSU in der Münchner Messehalle traf, residierte der ehemalige Parteiliebling im Bayerischen Hof, wo er an einer außenpolitischen Diskussion teilnahm. Christian Schmidt, Parlamentarischer Staatssekretär im Verteidigungsministerium und CSU-Vize, traf sich mit dem Ex-Verteidigungsminister in dem Nobelhotel.

Guttenberg, der in den USA als "Angesehener Staatsmann" bei einem Thinktank arbeitet, plant am 8. November seinen nächsten größeren Auftritt in den USA. Das Center for Strategic and International Studies lud im Namen des CSU-Manns zu einer "offenen Diskussion über transatlantische Herausforderungen". Auf der Einladung ist ausdrücklich vermerkt, die Veranstaltung sei "on the record". Berichterstattung ist also erwünscht.

Im Vorfeld hatte die Ankündigung eines möglichen Guttenberg-Comebacks für Wirbel gesorgt: Parteichef Horst Seehofer hatte auf dem CSU-Parteitag angekündigt, sich um die Rückkehr des Ex-Verteidigungsministers zu bemühen.

Zuvor hatte Seehofer angekündigt, Guttenberg erst nach der Wahl 2013 zurück in die Politik zu holen. "Nach der Wahl werde ich mich darum bemühen", so der CSU-Parteichef. Der frühere Minister solle eine "maßgebliche" Aufgabe übernehmen, hatte Seehofer gesagt. Zumindest vorerst dürfte es allerdings kein Comeback von Karl-Theodor zu Guttenberg geben.

Lesen Sie die Geschichte zu dieser Meldung im neuen SPIEGEL. Hier können Sie das neue Heft direkt kaufen oder ein Abo abschließen.

lei

URL:

Verwandte Artikel:


© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH