Guttenbergs Erklärung im Wortlaut "Zu keinem Zeitpunkt bewusst getäuscht"

Verteidigungsminister Guttenberg hat vor einem kleinen Kreis von Journalisten zu den Plagiatsvorwürfen Stellung bezogen. In seiner Doktorarbeit habe er nicht bewusst getäuscht, sagte er nun - über Fehler sei er selbst "am unglücklichsten". Lesen Sie die Erklärung im Wortlaut.


"Für diese Stellungnahme bedurfte es keiner Aufforderung, und sie gab es auch nicht. Meine von mir verfasste Dissertation ist kein Plagiat, und den Vorwurf weise ich mit allem Nachdruck von mir. Sie ist etwa über sieben Jahre, neben meiner Berufs- und Abgeordnetentätigkeit als junger Familienvater in mühevollster Kleinarbeit entstanden, und sie enthält fraglos Fehler. Und über jeden einzelnen dieser Fehler bin ich selbst am unglücklichsten.

Es wurde allerdings zu keinem Zeitpunkt bewusst getäuscht oder bewusst die Urheberschaft nicht kenntlich gemacht. Und sollte sich jemand hierdurch oder durch inkorrektes Setzen und Zitieren oder versäumtes Setzen von Fußnoten, bei über 1300 Fußnoten und 475 Seiten, verletzt fühlen, so tut mir das aufrichtig leid.

Die eingehende Prüfung und Gewichtung dieser Fehler obliegt jetzt der Universität Bayreuth. Ich werde selbstverständlich aktiv mithelfen festzustellen, inwiefern darin ein wissenschaftliches, und ich betone ein wissenschaftliches, Fehlverhalten liegen könnte. Und ich werde gerne bis zum Ergebnis dieser Prüfung vorübergehend, ich betone vorübergehend, auf das Führen des Titels verzichten, allerdings nur bis dahin. Anschließend würde ich ihn wieder führen. Ich werde mir keine anderen Maßstäbe anlegen, als ich sie bei anderen angesetzt hätte.

Jede weitere Kommunikation über dieses Thema werde ich von nun an ausschließlich über die Universität Bayreuth führen. Die Menschen in diesem Lande erwarten, dass ich mich um das fordernde Amt des Verteidigungsministers mit voller Kraft kümmere, und das kann ich auch. Wir stehen vor einer historischen Bundeswehrreform, und ich trage die Verantwortung für die Soldaten im Einsatz, wie ein Ereignis am heutigen Tag einmal mehr auf bittere Weise zeigt. Herzlichen Dank."

kgp/Reuters

Forum - Schaden die Plagiats-Vorwürfe Minister Guttenberg?
insgesamt 8927 Beiträge
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Seite 1
ewsz 16.02.2011
1. Nein, sicher nicht ...
Zitat von sysopVor vier Jahren erhielt Karl-Theodor zu Guttenberg seinen Doktortitel, jetzt kritisiert ein Juraprofessor dessen Dissertation. Dann wurden gegen den Verteidigungsminister Guttenberg weitere Fußnotenvorwürfe laut. Schaden diese nachhaltig dem Minister?
Davon ist nicht auszugehen. Er ist nach wie vor telegen, hat eine schicke Frau, ist adelig und kann drei Sätze frei sprechen, ohne allzu verbindlich zu werden. Alles in Butter ...
mickimücke 16.02.2011
2. ch glaube eher nicht.
Zitat von sysopVor vier Jahren erhielt Karl-Theodor zu Guttenberg seinen Doktortitel, jetzt kritisiert ein Juraprofessor dessen Dissertation. Dann wurden gegen den Verteidigungsminister Guttenberg weitere Fußnotenvorwürfe laut. Schaden diese nachhaltig dem Minister?
Werden Sie ihm schaden? Ich glaube eher nicht. Ausgerechnet der Mann, der in seiner Doktorarbeit abschreibt nennt einen Mann wie Wilders einen Scharlatan! Aber welchen Wert haben schon die Worte des "von und zu`s" noch ? Keinen
vatsug 16.02.2011
3. Praktikum
Zitat von sysopVor vier Jahren erhielt Karl-Theodor zu Guttenberg seinen Doktortitel, jetzt kritisiert ein Juraprofessor dessen Dissertation. Dann wurden gegen den Verteidigungsminister Guttenberg weitere Fußnotenvorwürfe laut. Schaden diese nachhaltig dem Minister?
Nein, der Dr. zu Guttenberg wird mit seinem Freund Kerner ein Praktikum auf der Gorch Fock absolvieren und anschliessend zum Admiral befördert. Dann werden ihn Bild, Bunte, Focus zum nächsten Kanzler aufbauen , das deutsche Volk wird jubeln und ihn wählen und das wars.
lalito 16.02.2011
4. Aller guten Dinge sind drei!
Na, wenn er jetzt den dritten, innerhalb eines Tages, zum Thema veröffentlichten Strang auch noch liest, oder lesen lässt, dann könnt er schon einen dauerhaften Schaden davontragen ;-))
Florian Geyer, 16.02.2011
5. Da wird jemand gezielt "angepinkelt"
Zitat von sysopVor vier Jahren erhielt Karl-Theodor zu Guttenberg seinen Doktortitel, jetzt kritisiert ein Juraprofessor dessen Dissertation. Dann wurden gegen den Verteidigungsminister Guttenberg weitere Fußnotenvorwürfe laut. Schaden diese nachhaltig dem Minister?
Nein, höchstens kurzfristig. Schon die Kunduzaffäre hat ihm zurecht nicht geschadet, er war noch nicht im Amt. Die Gorch Fock Affäre, den Unglücksfall in AFG und die Öffnung von Privatpost der Soldaten wird er auch überstehen. Ein Rückblick in die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland zeigt, dass Minister schon ganz andere Affären, ausgesessen haben. Zudem wird der Bogen überspannt und das merkt natürlich auch der Wähler. Ich bin überzeugt, bei Umfragen gibt es noch nicht einmal Kratzer. Warum? Ganz einfach, die Mehrheit der Bundesbürger hat das Gefühl, dass hier bewußt mit allen Mitteln zu Guttenberg "angepinkelt" werden soll! Das mögen die Leute nicht!
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