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Lammert zu Hackerangriff auf den Bundestag: "Nicht endgültig abgewehrt und beendet"

Reichstagskuppel: "Angriff nicht endgültig abgewehrt und beendet" Zur Großansicht
DPA

Reichstagskuppel: "Angriff nicht endgültig abgewehrt und beendet"

Der Hackerangriff auf den Bundestag ist nicht endgültig abgewehrt - das teilt Bundestagspräsident Norbert Lammert den Abgeordneten mit. Daten seien zuletzt aber nicht mehr abgeflossen.

Lange hatte die Bundestagsverwaltung zur Cyberattacke auf das Parlament geschwiegen, nun hat sich der Bundestagspräsident bei den Abgeordneten gemeldet. In einer E-Mail, die Norbert Lammert (CDU) an die Parlamentarier schrieb und die SPIEGEL ONLINE vorliegt, heißt es, in den vergangenen zwei Wochen seien nach jetzigem Kenntnisstand keine weiteren Daten abgeflossen. "Das bedeutet nicht, dass der Angriff endgültig abgewehrt und beendet wäre", so Lammert.

Am Donnerstag tagte zunächst die zuständige IuK-Kommission und später der Ältestenrat, um über den Angriff zu beraten. Die Abgeordneten hatten Lammerts Verwaltung zuletzt kritisiert. Der SPD-Abgeordnete Lars Klingbeil sagte SPIEGEL ONLINE, die Informationspolitik der Bundestagsverwaltung sei "katastrophal".

Zum entstandenen Schaden teilte Lammert mit, das IT-Netz des Bundestags müsse teilweise neu aufgesetzt werden. "Nach derzeitigem Kenntnisstand" müsse jedoch keine Hardware ausgetauscht werden.

SPIEGEL ONLINE hatte hingegen am Mittwoch berichtet, dass es in Parlamentskreisen sogar für möglich gehalten wird, dass die komplette Hardware der Bundestagsnetzes ausgetauscht werden müsse. Schließlich ist es nach SPIEGEL-ONLINE-Informationen noch immer nicht gelungen, die Spähsoftware unschädlich zu machen.

Der Angriff war Mitte Mai bekannt geworden. Der Schaden beeinträchtigt die Arbeit im Parlament. Mehrere Abgeordnete und Mitarbeiter äußerten Frust über die aktuelle Lage.

Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) wird die weitere Analyse der Cyberattacke begleiten. Es erhalte die Informationen vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik und versorge den Bundestag seinerseits mit Erkenntnissen. Lammert betont gegenüber den Abgeordneten allerdings, der Verfassungsschutz werde nicht selbst innerhalb des Bundestagsnetzes tätig. Entsprechende Befürchtungen hatten mehrere Abgeordnete geäußert.

Lammert bestätigte in der Mail auch, dass der Generalbundesanwalt mittlerweile prüft, ob ein Anfangsverdacht für eine Straftat gegeben sei.

amz/fab

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insgesamt 61 Beiträge
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1. Unsere Sicherheit
fabfabfab 11.06.2015
Es ist an der Zeit dass wir einen eigenen Geheimdienst aufbauen der uns vor cyberattacken schützen kann und uns weniger abhängig von US Diensten macht!
2. wenn der
Grummelchen321 11.06.2015
Verfassungsschutz beweise für Straftaten findet die nichts mit dem hackerangriff zu tun hat sind die Beamten verpflichtet anzeigen zu erstatten.
3.
Referendumm 11.06.2015
"Der Generalbundesanwalt prüfe mittlerweile, ob ein Anfangsverdacht für eine Straftat gegeben sei." Ach i wo, diese Type braucht nix zu prüfen; unter Freunden und anderen Subjekten ist das üblich, dass Dateien im zweistelligen Gigabyte-Bereich einfach mal so verschwinden. Wir haben ja eh nix zu verergen ... Mannomann, was ist denn das für ne Transuse? Oder prüft der nur, obs keiner von der NSA war, denn die dürfen bekanntlich alles?
4. Der Spiegel hat den Schuldigen vorab bestimmt
nageleisen 11.06.2015
Noch bevor es passierte, wusste die Spiegel-Propaganda-Abteilung, dass es die Russen waren. Schnell zensieren.
5. Die Hacker sind die Russen.
wassolls 11.06.2015
Natürlich die Russen. Und wenn es die Amerikaner sind wird uns halt erzählt : Es waren die Russen. Theoretisch kämen auch noch die Chinesen in Frage, aber wer will denn unsere guten KFZ Kunden vergraulen ? Na ja, da bleibt evtl. noch der Iran. Aber mit die Ölreichen Muslim will man sich auch nicht anlegen. Also doch die Russen.
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