Sachsen-Anhalt Probewahllokal für Migranten in Halle zugemauert

Unbekannte haben in Halle den Eingang eines Gebäudes zugemauert, in dem eine Probewahl für Migranten stattfinden sollte. Die Polizei geht von einer politischen Tat aus.

Mauer vor Wahllokal in Halle
DPA

Mauer vor Wahllokal in Halle


In sechs Reihen stapeln sich die roten Ziegelsteine, aus den Fugen quillt Bauschaum: Eine Mauer versperrt die Tür zu dem Gebäude in der Bernauer Straße. In großen Buchstaben hat jemand darauf gesprüht: "NO WAY".

Es ist kein Anschlag mit einem Brandsatz, keine Prügelei. Es ist vielmehr ein psychologischer Angriff, der offensichtlich zeigen soll: Wir wollen euch hier nicht. Ihr sollt euch nicht integrieren.

Hier, in dem Haus in Halle, im Süden von Sachsen-Anhalt, sollen Migranten wählen dürfen - eine Probeabstimmung, die das Landesnetzwerk Migrantenorganisationen (LAMSA) veranstaltet. Kurz vor der Landtagswahl am Sonntag wollen die Veranstalter Menschen ohne deutschen Pass die Möglichkeit zu geben, auf diese Weise das politische System hierzulande kennenzulernen. Einen Einfluss auf die Landtagswahl hat die Probeabstimmung nicht.

Der Staatsschutz hat nun die Ermittlungen aufgenommen. Das teilt die Polizei am Freitag mit. Wer hinter der Tat steckt, ist bislang unklar. Die Beamten gehen jedoch von einer politischen Motivation der Täter aus.

Derzeit wird ein möglicher Zusammenhang zu einem ähnlichen Vorfall geprüft. Ebenfalls in Halle hatten Unbekannte in der Nacht den Zugang zu einem Begegnungstreff für Flüchtlinge mit einer Plastikkette versperrt. Die Hauswand wurde mit fremdenfeindlichen Plakaten beklebt.

kev/AFP

Mehr zum Thema


© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.