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Hamburg: Islamisten planten Anschlag auf Bundeswehr-Krankenhaus

Hamburg ist vermutlich nur knapp einem Terroranschlag entgangen. Radikale Islamisten haben nach Polizeiangaben einen Selbstmordanschlag mit einer Autobombe auf das Hamburger Bundeswehr-Krankenhaus geplant. Der Bereich um die Klinik ist komplett abgeriegelt.

Hamburg - Nach einem entsprechenden Hinweis von Sicherheitsbehörden habe die Polizei das Gebäude um 14.30 Uhr gesichert und mehrere Straßen gesperrt, sagte Polizeisprecher Reinhard Fallak. Die Einrichtung ist von starken Sicherheitskräften und gepanzerten Fahrzeugen hermetisch abgeriegelt. Derzeit würden parkende Autos durchsucht, sagte der Sprecher weiter. Die Sicherung des Gebäudes solle durch eine Hundertschaft der Polizei gewährleistet werden. Es gebe konkrete Hinweise auf Personen, die den Anschlag verüben wollten.

Nach Angaben des Hamburger Innensenators Dirk Nockemann planten islamistische Selbstmordattentäter der Gruppe Ansar-e Islam einen Anschlag. Als alternatives Ziel sei ein US-Militärflughafen im Rhein-Main-Gebiet in Frage gekommen. Sprecher der Frankfurter Polizei, der US-Airbase in Frankfurt und der US-Air-Force Europa in Ramstein erklärten dagegen übereinstimmend, man habe keine Hinweise auf eine terroristische Bedrohung erhalten.

Fallak sagte im Sender n-tv: "Keiner kommt mehr in den Bereich rein außer medizinischem Personal mit Legitimation." Mehr als eine Hundertschaft sei im Einsatz, dazu Sprengstoffexperten mit Spürhunden. Wie lange die Sperrmaßnahmen im größten Hamburger Stadtteil Wandsbek dauern, sei noch völlig ungewiss. Die mutmaßlichen Täter "kommen nicht aus Hamburg, sondern aus Europa", ergänzte Fallack.

Die Hinweise auf den bevorstehenden Anschlag stammen nach ARD-Informationen vom amerikanischen Geheimdienst CIA. Allerdings sei bislang nicht geklärt, wie ernst der Hintergrund der Warnung tatsächlich zu nehmen sei.

Im Hamburger Bundeswehrkrankenhaus werden gegenwärtig keine US-Soldaten behandelt. Das sagte eine Polizeisprecherin am Dienstag. Es sei aber durchaus möglich, dass US-Soldaten, die im Irak im Einsatz waren, dort behandelt worden seien.

Die Polizei habe einen Führungsstab eingerichtet und arbeite eng mit der Bundeswehr zusammen, hieß es in einer Mitteilung. Die Schutzmaßnahmen würden bis auf weiteres aufrechterhalten.

Die Terrorgruppe Ansar-e Islam (Unterstützer des Islam) vereinigt nach Erkenntnissen des bayerischen Verfassungsschutzes radikale islamistische Kurden aus dem Nordirak und hat Verbindungen zum Terrornetzwerk al-Qaida. Die im September 2001 unter dem Namen Jund-e Islam (Soldaten des Islam) gegründete Gruppierung hat Schätzungen zufolge insgesamt 1000 Anhänger aus verschiedenen Splittergruppen, davon rund 100 in Deutschland. Ansar e Islam soll auch Kämpfern von Terroristenchef Osama bin Laden Unterschlupf gewährt haben.

Das Bundeswehr-Krankenhaus in Hamburg-Wandsbek verfügt über 305 Betten. Rund 950 Mitarbeiter, darunter 150 Bundeswehr-Ärzte, sind auf die Bereiche Gesichtschirurgie, Urologie und Psychiatrie spezialisiert. In dem Krankenhaus im Norden der Hansestadt werden heute nicht mehr nur Soldaten, sondern auch zivile Patienten behandelt. Die Ärzte sind fest am Krankenhaus beschäftigt und starten von Hamburg aus auch zu Auslandseinsätzen. Das angeschlossene Rettungszentrum sorgt für die ständige Ausbildung in der Notfallmedizin.

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