Erster Bürgermeister Peter Tschentscher soll Nachfolger von Olaf Scholz in Hamburg werden

Peter Tschentscher wird Hamburgs Erster Bürgermeister. Das berichten die Nachrichtenagentur dpa und mehrere Medien. Der Finanzsenator wird damit Olaf Scholz beerben.

Peter Tschentscher
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Hamburgs Finanzsenator Peter Tschentscher (SPD) soll als Nachfolger von Olaf Scholz neuer Erster Bürgermeister der Hansestadt werden. Das erfuhr die Nachrichtenagentur dpa aus Parteikreisen. Zuvor hatten mehrere Medien darüber berichtet.

Die Personalie Tschentscher kommt für die meisten Rathausbeobachter sehr überraschend, galt SPD-Fraktionschef Andreas Dressel doch als klarer Favorit für die Scholz-Nachfolge. Nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung hatte Dressel offenbar Bedenken geäußert, weil seine familiäre Situation mit drei kleinen Kindern einen derartigen Job schlecht zulasse. Zuvor hatte Amtsinhaber Scholz erklärt, als Bundesfinanzminister und Vizekanzler nach Berlin zu wechseln.

Ruhiger und detailversessener Politiker

Tschentscher gilt als versierter Finanzexperte, der gemeinsam mit Scholz dazu beitrug, dass der rot-grüne Senat seinem Ziel der "Schwarzen Null" stetig näher kam. Der 52-Jährige, gebürtig aus Bremen, hat seit November den Vorsitz in der Finanzministerkonferenz inne.

Die politische Karriere des promovierten Mediziners startete 1991, zunächst als Mitglied der Bezirksversammlung Hamburg-Nord. Seit 2007 führt Tschentscher den SPD-Kreisverband Hamburg-Nord, ein Jahr später gelang ihm über die Landesliste der SPD der Sprung in die Bürgerschaft. Als Scholz 2011 Erster Bürgermeister Hamburgs wurde, installierte er Tschentscher als Finanzsenator.

Der Landesvorstand der Hamburger SPD sollte am Freitagnachmittag zusammenkommen, um über die Scholz-Nachfolge zu beraten. Unklar war zunächst, ob Scholz SPD-Landeschef bleiben will. Über seine Nachfolge an der Spitze des Senats soll ein SPD-Landesparteitag am 24. März entscheiden, ehe vier Tage später die Bürgerschaft darüber abstimmen könnte.

mho/dpa



insgesamt 3 Beiträge
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laotao 09.03.2018
1. Das Tschentscher-Syndrom
dürfte sich an dem Punk aufbauen, bei dem darüber investigiert und mit den entdecken Fakten darüber diskutiert wird, weshalb es dem Finanzsenator und dessen Finanzdeputation so wichtig gewesen ist, die mit dem Cum-Ex-Deal-Trick betrügerisch aus der Staatskasse gestohlenen Millionen von Euro NICHT von den Warburg Bankstern zurück zu fordern. So gesehen, ist der designierte neue Hamburger Senatsvorsteher, wie man den 1. Bürgermeister auch nennen kann, einen ziemlich großen Brocken, stinkenden Hundekots unter seinem Schuh ins Büro des 1. Bürgermeisters im Hamburger Rathaus hinein tragen.
hans-rai 10.03.2018
2. Ohne belastende Hypothek neu anfangen...
..., das kann auch eine große Chance für Tschentscher sein. Ich kann mir vorstellen, dass er möglicherweise einfach unterschätzt wird. Ich bin jedenfalls sehr gespannt, welche neuen Akzente er setzt. Es wäre schön, wenn er mit seiner Akribie bei den Projekten, vor allem dem Wohnungsbau, weiter denkt, als Olaf Scholz, der nur aus Masse aus war, ohne die Folgen - siehe fehlende schulische Infrastruktur - einzubeziehen.
BlogBlab 10.03.2018
3. Dr. med. Tschentscher
"Tschentscher gilt als versierter Finanzexperte" Ich wundere mich immer wieder, welche Karrieren in der Politik möglich sind. Ein promovierter Mediziner wird Finanzsenator und gilt sogar als Finanzexperte. Warum nimmt man für solche Posten nicht solche Politiker, die das Fach studiert und in dem Bereich auch schon jahrelang gearbeitet haben? Dafür ist dann der Gesundheitssenator ein Altphilologe oder Banker? Das ist doch alles nur zum Lachen.
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