Hamburger Schlammschlacht Schill will von Beust anzeigen

Hamburgs gefeuerter Innensenator Schill will die Outing-Affäre offenbar noch weiter treiben. Er kündigte an, Bürgermeister von Beust wegen Verleumdung anzuzeigen, weil dieser ihn der Erpressung bezichtigt habe.




Ronald Schill war fast zwei Jahre lang Innensenator
DDP

Ronald Schill war fast zwei Jahre lang Innensenator

Hamburg - Schill kündigte in einem Interview mit der "Hamburger Morgenpost" an, er wolle Ole von Beust wegen Verleumdung verklagen. Der Ex-Senator beteuert, er habe den Bürgermeister nicht erpressen wollen und hätte sich nie mit seinen Informationen an die Öffentlichkeit gewandt.

Für die Zukunft plant er, sein Abgeordneten-Mandat in der Hamburger Bürgerschaft auf jeden Fall wahrzunehmen. "Wenn ich nicht mehr Senator sein darf, dann gehe ich eben ins Parlament." Für die restliche Zeit kann er sich offenbar alles mögliche als Job vorstellen, auch TV-Richter oder Talkmaster. "Ich bin offen für alle Optionen."

Erstmals sprach sich ein maßgeblicher Politiker der in der Hamburger Koalition vertretenen Parteien für Neuwahlen aus. Der stellvertretende FDP-Bundesvorsitzende Walter Döring sagte der "Rhein-Neckar-Zeitung": "Die brauchen in Hamburg dringend Neuwahlen. Es geht nicht mehr anders." Dem Regierungsbündnis sei mit der Entlassung Schills die Legitimation entzogen.



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