Niedersachsen Verfassungsschutzchefin verliert nach Spitzelpanne ihren Job

In ihrer Amtszeit wurde ein V-Mann in der linken Szene Göttingens enttarnt. Jetzt wird die niedersächsische Verfassungsschutzpräsidentin Maren Brandenburger von Innenminister Boris Pistorius ausgetauscht.

Maren Brandenburger
DPA

Maren Brandenburger


Die niedersächsische Verfassungsschutzchefin Maren Brandenburger muss nach der versehentlichen Enttarnung eines V-Manns an der Universität Göttingen ihren Posten räumen. SPD-Landesinnenminister Boris Pistorius habe eine entsprechende Entscheidung getroffen, berichten das Politikjournal "Rundblick" und die Nachrichtenagentur dpa.

Ein in die linke Szene in Göttingen eingeschleuster V-Mann war durch Fehler des Verfassungsschutzes aufgeflogen. Die Szene konnte Rückschlüsse auf die Identität des Mannes ziehen, der den Geheimdienst mit Informationen versorgte. Laut "Rundblick" handelt es sich um einen 24-Jährigen, der daraufhin von der "Basisdemokratischen Linken" enttarnt wurde.

Anwalt erhielt sensible Infos

Auf das Auskunftsersuchen einer linken Aktivistin hin hatte der Geheimdienst einem Verwaltungsgericht Informationen übermittelt. Darunter auch Passagen, die eigentlich noch per Hand hätten aussortiert werden müssen. So erhielt der Anwalt der Aktivistin Einblick in die sensiblen Seiten, die die Rückschlüsse zuließen.

Wen Pistorius als Nachfolger der 50 Jahre alten Politologin holen wird, ist offen. Brandenburger hat das Landesamt für Verfassungsschutz fünf Jahre als Präsidentin geleitet. Zuvor war sie zehn Jahre lang Sprecherin der Behörde.

Die Verlässlichkeit des niedersächsischen Verfassungsschutzes stehe nun bei anderen Geheimdiensten infrage, kritisierte die Opposition. Zudem könne es Probleme beim Anwerben künftiger V-Leute geben.

apr/dpa

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