Ex-Ministerpräsident: Kinder streiten über Filbinger-Tagebücher

Verstorbener CDU-Politik Filbinger (1978): Kontroverse um Richterrolle im Dritten ReichZur Großansicht
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Verstorbener CDU-Politik Filbinger (1978): Kontroverse um Richterrolle im Dritten Reich

Die älteste Tochter des umstrittenen Hans Filbinger hat die Tagebücher ihres verstorbenen Vaters gefunden und darüber ein Buch geschrieben. Ihre Geschwister wollen nun die Veröffentlichung verhindern, eine Auflage musste bereits eingestampft werden.

Stuttgart - Zwischen den Kinder des früheren baden-württembergischen Ministerpräsident Hans Filbinger ist ein heftiger Streit entbrannt. Bei dem Konflikt geht es um die Verwertung der Tagebücher des 2007 verstorbenen CDU-Politikers. Sohn Matthias Filbinger und eine Schwester wollen verhindern, dass die älteste Schwester Susanna ein Buch über die bisher unentdeckten Tagebücher veröffentlicht.

Matthias Filbinger bestätigte einen entsprechenden Bericht der "Stuttgarter Zeitung". Seiner Schwester Susanna machte er schwere Vorwürfe: "Sie hat die Tagebücher entwendet, als das Erbe noch gar nicht verteilt war." Das sei Unterschlagung gewesen. "Solange ich den Inhalt der Tagebücher nicht kenne, kann ich keine Freigabe erteilen", so Matthias Filbinger. Die Anwälte einer seiner drei anderen Schwestern hätten Susanna Filbinger-Riggert und den Campus-Verlag in Frankfurt aufgefordert, eine Unterlassungserklärung zu unterschreiben.

Hans Filbinger war 1978 als Ministerpräsident Baden-Württembergs zurückgetreten, nachdem bekanntgeworden war, dass er im Dritten Reich als Marinerichter an der Entstehung von Todesurteilen beteiligt war. Bei Filbingers Beerdigung 2007 hatte der damalige Regierungschef Günther Oettinger (CDU) gesagt, Filbinger sei kein Nationalsozialist gewesen, sondern ein Gegner des Regimes. Diese Aussage hatte für heftige Kontroversen gesorgt.

Susanna Filbinger-Riggert kommt in ihrem Buch zu dem Schluss, dass ihr Vater kein NS-Gegner war. Er habe die Ermordung der Juden aber auch nicht gutgeheißen, hatte sie der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" gesagt.

Filbinger-Tochter hat Buch bereits vorgestellt

Das Buch soll am 2. Mai auf den Markt kommen. Ursprünglich hatte die Biografie mit dem Titel "Kein weißes Blatt" bereits am 18. April erscheinen sollen. Nach zahlreichen Änderungswünschen seinerseits habe der Verlag die erste Auflage einstampfen lassen, sagte Matthias Filbinger.

Eine Sprecherin des Campus-Verlags in Frankfurt sagte, man teile die Auffassung nicht, dass es sich um Unterschlagung gehandelt habe. Der Verlag sei weiterhin "davon überzeugt, dass die Autorin die Tagebücher ihres Vaters lesen durfte und auch berechtigt ist, über die daraus gewonnenen Informationen zu sprechen und zu schreiben". Sie fügte hinzu: "Das Buch verletzt die Urheberrechte an den Tagebüchern von Hans Filbinger nicht." Der Verlag habe auf Bitten von Matthias Filbinger alle Originalzitate und Bilder aus den Tagebüchern entfernt. "Damit haben wir unserer Pflicht Genüge getan", so die Sprecherin. Auch Filbinger-Riggert sehe keinen Grund, die Veröffentlichung zu stoppen.

Die Autorin stellte ihr Buch wie geplant am Abend in Berlin in einer Buchhandlung vor. Filbinger-Riggert las vor etwa 50 Zuhörern einige Passagen aus ihrem Buch, das auch schon verkauft wurde.

max/dpa

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insgesamt 6 Beiträge
cigarjoe 26.04.2013
lasst doch diesen misslungenen menschen in ruhe verwesen
lasst doch diesen misslungenen menschen in ruhe verwesen
clubzwei 26.04.2013
.... Familienstreitigkeiten bei den Filbingers an? Ist zudem völlig uninteressant!
.... Familienstreitigkeiten bei den Filbingers an? Ist zudem völlig uninteressant!
laolu 26.04.2013
dann kann es mir passieren, daß sich die Nachwelt über meine Gedanken Gedanken macht.
Zitat von sysopDie älteste Tochter des umstrittenen Hans Filbinger hat die Tagebücher ihres verstorbenen Vaters gefunden und darüber ein Buch geschrieben. Ihre Geschwister wollen nun die Veröffentlichung verhindern, eine Auflage musste bereits eingestampft werden. Hans Filbinger: Kinder streiten um Verwertung der Tagebücher - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/hans-filbinger-kinder-streiten-um-verwertung-der-tagebuecher-a-896641.html)
dann kann es mir passieren, daß sich die Nachwelt über meine Gedanken Gedanken macht.
Ganz einfach: man baut sich einen Skandal
Ganz einfach: man baut sich einen Skandal
rodelaax 26.04.2013
Wer bitte, um alles auf der Welt, interessiert sich für die Tagebücher dieses Mannes und gibt auch noch Geld dafür aus?
Wer bitte, um alles auf der Welt, interessiert sich für die Tagebücher dieses Mannes und gibt auch noch Geld dafür aus?
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  • Freitag, 26.04.2013 – 00:17 Uhr
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