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Anonyme Beleidigungen: "AfD Armee Fraktion" schickt Drohbriefe an Ex-Parteimitglieder

Hans-Olaf Henkel (Archivfoto vom 2014) Zur Großansicht
DPA

Hans-Olaf Henkel (Archivfoto vom 2014)

Gebt eure Mandate im Europaparlament der AfD, sonst geht es euch an den Kragen: Eine Gruppe namens "AfD Armee Fraktion" hat Drohbriefe an Hans-Olaf Henkel und fünf weitere frühere Parteimitglieder verschickt.

Ehemalige Mitglieder der AfD sind in anonymen Briefen bedroht worden. Absender der Schreiben ist eine bislang unbekannte Gruppierung, die sich "AfD Armee Fraktion" (AAF) nennt. Die Briefe gingen an sechs Personen, unter anderem Hans-Olaf Henkel, ehemals Mitglied des AfD-Bundesvorstandes. Das berichtet die "Welt am Sonntag".

Der 76-Jährige fand demnach im Briefkasten seiner öffentlich nicht bekannten Berliner Adresse einen Brief, in dem er aufgefordert wurde, sein Mandat im Europäischen Parlament "an Frauke Petry und ihre Männer" zurückzugeben. "Wie werden uns für jede Stimme rächen, die Du die AfD kostest! Blutig!!! Tod Dir und Deinen Alfa Schwachmaten", zitierte die Zeitung aus dem anonymen Schreiben.

Ein weiteres Schreiben ging an Bernd Kölmel, einst AfD-Landessprecher von Baden-Württemberg und heutiger Alfa-Vize. Wie Henkel wird Kölmel darin aufgefordert, sein Mandat im Europäischen Parlament niederzulegen. Wörtlich heißt es in dem Schreiben: "Verpiss Dich mit Deiner Arschloch Partei oder wir räumen auf und bei Deinen Kindern fangen wir an". Unterzeichnet ist das Dokument mit den Worten "Heil Höcke", offensichtlich eine Anspielung auf den Thüringer AfD-Chef Björn Höcke.

Alle sechs Schreiben sind nach Angaben der Polizei über das Briefzentrum der baden-württembergischen Stadt Waiblingen nordöstlich von Stuttgart versandt worden. Dort werden auch die Ermittlungen geführt.

"Beleidigungen und Drohungen von den Rechtsaußen aus der AfD"

Henkel sagte der "Welt am Sonntag", wegen seiner Überzeugungen sei er bereits seit Jahrzehnten immer wieder angefeindet worden. "Aber was ich an innerparteilicher Kritik, an Beleidigungen und Drohungen von den Rechtsaußen aus der AfD erlebte, sprengte alles", sagte.

Der frühere Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) hat den rechten Kurs der neuen AfD-Führung immer wieder kritisiert. So bezeichnete er die AfD als "NPD light" und sagte Ende des Vorjahres: "Es macht mir Kummer, dass ich mitgeholfen habe, ein richtiges Monster zu erschaffen."

Henkel, Kölmel und andere Vertreter des liberal-konservativen Flügels hatten die AfD nach einem Machtkampf im vergangenen Juli aus Protest gegen die Wahl Petrys zur neuen Bundesvorsitzenden verlassen. Sie schlossen sich der Partei "Allianz für Fortschritt und Aufbruch" (Alfa) des einstigen AfD-Parteigründers Bernd Lucke an. Henkel und andere einstige AfD-Europa-Abgeordnete behielten aber ihre Mandate. Im vergangenen Jahr hatten Petry und der AfD-Parteivize Gauland ehemalige Parteimitglieder aufgefordert, ihre Posten in Parlamenten zurückzugeben.

Ursprünglich waren für die AfD sieben Personen ins Europaparlament gewählt worden: Henkel, Kölmel, Lucke, Joachim Starbatty, Ulrike Trebesius, Beatrix von Storch und Marcus Pretzell.

Nur von Storch und Pretzell sind in der AfD geblieben. Die Fraktion der konservativen Europaskeptiker EKR will die beiden aber loswerden. Der EKR-Vorstand hat sie aufgefordert, die Fraktion bis Ende März zu verlassen - weil die AfD radikal und rassistisch sei.

ulz/AFP/dpa

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 294 Beiträge
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1.
Mach999 20.03.2016
Ich wäre da vorsichtig mit einer Schuldzuweisung. Ich traue einigen AfD-Sympathisanten sowas durchaus zu. Aber ich traue das auch AfD-Gegnern zu, die auf diese Weise die AfD diskreditieren wollen. Ich würde da erstmal die Ermittlungsergebnisse abwarten.
2. Zerlegen
ziooyong 20.03.2016
Wie ich schon des öfteren gesagt habe wird sich die Afd selbst zerlegen. Sobald die in Verantwortung treten müssen, z.Bsp. Landtagsvize in RLP wird man sehen, wie unfähig und widersprüchlich die sind. Ob die Drohungen echt sind wird sich weisen.
3. Angela könnte profitieren
butzibart13 20.03.2016
Ich kann mir gut vorstellen, dass im Augenblick trotz niedriger Sympathiewerte für Angela Merkel diese versucht, die Situation auszusitzen, und wieder Boden gut macht, obwohl sie abtreten sollte. Der Flüchtlingsstrom versiegt und ihre gegnerischen rechtsorientierten Parteien wie CSU, AfD, Alfa, ggf auch NPD nehmen sich gegenseitig die Butter vom Brot.
4. Einzelfälle und Ausrutscher
andreas.s 20.03.2016
Bedauerlicher Einzelfall bzw. unglücklicher Mausverrutscher. Kennt man ja. Und gleich heisst es dann noch, das das von linksgrünversifften Gegnern kommt, die die Adresslisten der AFD gehackt haben.
5. Alle Register ziehen ja auch die Ggener der afd
Mertrager 20.03.2016
Deshalb würde mich nicht wundern, wenn der Absender falsch ist. Gerade in der Phase des Erfolgs dieser Partei passt das gar nicht. Aber das werden ja unsere Ordnungshüter bestimmt schnell aufklären :-)
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