Hauskredit-Affäre: Neue Vorwürfe gegen Wulff

Der Bundespräsident gerät in der Hauskredit-Affäre in immer größere Erklärungsnot. Nach SPIEGEL-Informationen stammt das Darlehen mutmaßlich doch von Ex-Unternehmer und Wulff-Freund Egon Geerkens selbst - nicht von dessen Frau Edith, wie es das Staatsoberhaupt angibt.

Bundespräsident Wulff: Kam das Darlehen doch von Ex-Unternehmer Geerkens selbst? Zur Großansicht
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Bundespräsident Wulff: Kam das Darlehen doch von Ex-Unternehmer Geerkens selbst?

Hamburg - Von wem kommt der Kredit über 500.000 Euro für Christian Wulff - von Ex-Unternehmer Egon Geerkens oder von dessen Frau Edith? Von dieser Frage hängt die Glaubwürdigkeit des Bundespräsidenten maßgeblich ab. Bisher hat Wulff gesagt, Darlehensgeberin sei Edith Geerkens gewesen. Doch lassen neue Aussagen ihres Mannes den Schluss zu, dass das Geld für den Kredit de facto von Egon Geerkens selbst stammt.

Der 67-Jährige sagte dem SPIEGEL, er selbst habe die Verhandlungen mit Wulff über das Darlehen geführt. Er habe sich auch überlegt, "wie das Geschäft abgewickelt werden könnte". Außerdem beruhe die freundschaftliche Verbindung in erster Linie auf dem Verhältnis zwischen Wulff und ihm.

Die Zahlung des Darlehens sei zwar über ein Konto seiner Frau erfolgt, für dieses Konto habe er allerdings eine Vollmacht. Die Rückzahlung der Kreditsumme im Jahr 2010 sei auf ein Konto erfolgt, das beiden Eheleuten gehöre.

Dafür, dass der ursprüngliche Eigentümer der Kreditsumme Egon Geerkens war, spricht zudem ein weiterer Umstand. Als das Paar Mitte der neunziger Jahre heiratete, war Geerkens bereits vermögend, während seine Frau Edith eine Angestellte seines Schmuckhandels war. Sie brachte Geerkens zufolge kein nennenswertes eigenes Vermögen in die Beziehung ein. Nach der Hochzeit habe seine Frau aufgehört zu arbeiten. Zudem sei Gütertrennung vereinbart worden.

Geerkens führte gewöhnlich bei Finanzfragen Regie

Bei der Ausreichung des Darlehens sei laut dem Unternehmer eigens ein Weg gewählt worden, bei dem die Namen der Beteiligten nicht auftauchen sollten. "Wir sind beide sehr bekannt in Osnabrück. Und ich wollte nicht, dass irgendein Bank-Azubi sieht, dass so viel Geld von mir an Wulff fließt", so Geerkens. Daher sei ein anonymer Bundesbankscheck ausgestellt und Wulff übermittelt worden, damit dieser ihn einlösen konnte.

Dass Egon Geerkens in Vermögensfragen des Ehepaars gewöhnlich die Regie führte, darauf deutet ein weiteres Immobiliengeschäft hin: Im Jahre 2008 kaufte Edith Geerkens für knapp eine Million Dollar ein Haus in Florida. Dort machte Wulff Weihnachten 2009 Urlaub. Das Geld für den Kaufpreis hatte ihr Egon Geerkens allerdings zuvor per notariellen Darlehensvertrag geliehen.

Wulff äußerte sein Bedauern

Wulffs hatte 2010 als damaliger niedersächsischer Ministerpräsident im Landtag in Hannover bestritten, dass es eine Geschäftsbeziehung zwischen ihm und Egon Geerkens gegeben habe. In einer schriftlichen Erklärung räumte er am Donnerstag nun Fehler ein: Er hätte Darlehen von der befreundeten Unternehmensgattin Geerkens früher erwähnen sollen. "Ich erkenne an, dass hier ein falscher Eindruck entstehen konnte", erklärte er. "Ich bedauere das."

Im niedersächsischen Landtag droht zudem ein parlamentarisches Nachspiel: Der Ältestenrat befasst sich am Dienstagnachmittag auf Antrag von SPD, Grünen und Linken mit der Affäre.

heb

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1. Das stand zu erwarten
regierungs4tel 16.12.2011
Zitat von sysopDer Bundespräsident gerät in der Hauskredit-Affäre in immer größere Erklärungsnot. Nach SPIEGEL-Informationen stammt das Darlehen mutmaßlich doch von Ex-Unternehmer und Wulff-Freund Egon Geerkens selbst - nicht von dessen Frau Edith, wie es das Staatsoberhaupt angibt. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,804238,00.html
Es ist aber mittlerweile völlig gleich, won wem der Kredit stammt. Ein offenbar "durchgeknallter" Cicero-Chefredakteur Michael Naumann (SPD) beruft sich mittlerweile sogar auf Franz Josef Strauß, um Wulff zu verteidigen: Cicero-Chef Michael Naumann bekennt sich zum „Wulffen“ « Berlin 2011 (http://berlin2011.wordpress.com/2011/12/16/cicero-chef-michael-naumann-bekennt-sich-zum-wulffen/) Wulff wäre nach diesem link nachweislich nicht Kandidat für das Amtes des Bundespräsidenten geworden, wenn er seiner gestrigen Erklärung gefolgt wäre. Damit ist die Konsequenz für Wulff unausweichlich.
2. .........
janne2109 16.12.2011
Zitat von sysopDer Bundespräsident gerät in der Hauskredit-Affäre in immer größere Erklärungsnot. Nach SPIEGEL-Informationen stammt das Darlehen mutmaßlich doch von Ex-Unternehmer und Wulff-Freund Egon Geerkens selbst - nicht von dessen Frau Edith, wie es das Staatsoberhaupt angibt. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,804238,00.html
wer gestern Beckmann in der ARD gesehen hat, mußte bereits wissen, dass der Spiegel noch etwas in der Hinterhand hat. Peinlich, peinlich diese ganze Geschichte. Es wird auf einen Rücktritt hinauslaufen, jede Wette.
3. Das kenn ich doch?
panzerknacker51, 16.12.2011
Zitat von sysopDer Bundespräsident gerät in der Hauskredit-Affäre in immer größere Erklärungsnot. Nach SPIEGEL-Informationen stammt das Darlehen mutmaßlich doch von Ex-Unternehmer und Wulff-Freund Egon Geerkens selbst - nicht von dessen Frau Edith, wie es das Staatsoberhaupt angibt. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,804238,00.html
Salami-Taktik Guttenbergiensis - schon kommt wieder ein Teilstück raus. Was für eine Erklärung will uns der BP jetzt auftischen außer seiner Rücktritt-Erklärung...
4. Doch nicht die Ehefrau?
geistigmoralischewende 16.12.2011
Zitat von sysopDer Bundespräsident gerät in der Hauskredit-Affäre in immer größere Erklärungsnot. Nach SPIEGEL-Informationen stammt das Darlehen mutmaßlich doch von Ex-Unternehmer und Wulff-Freund Egon Geerkens selbst - nicht von dessen Frau Edith, wie es das Staatsoberhaupt angibt. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,804238,00.html
Es würde mich nicht wundern, wenn sich herausstellen sollte, dass der Kredit eigentlich von Herrn Maschmeyer stammt, über Veronika an die Ehefrau weitergeleitet und vom Ehemann ausgezahlt wurde.
5. Köhler
Anay2 16.12.2011
Köhler redete von der Wahrung deutscher Wirtschaftsinteressen am Hindukusch, sprach damit genau die Wahrheit aus, und konnte nicht anders, als zurücktreten, weil die Bullies v.a. von den Grünen ihn fertig machten. Wulff wahrt lediglich seine eigenen wirtschaftlichen Interessen, lügt dazu wie gedruckt (so scheint es jedenfalls), und wo bleibt der Aufschrei? Wird hier mit zweierlei Maß gemessen? Bin ich hier im falschen Film?! Mein Gott, hätte man doch echt die Käßmann genommen. Die fährt wenigstens nur besoffen Auto! Was für eine Bananenrepublik.
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