Neue Krawalle in Heidenau Rechtsextreme attackieren Polizisten

Sie warfen Flaschen und zündeten Feuerwerk: Im sächsischen Heidenau haben erneut Rechtsradikale randaliert. Vor der örtlichen Flüchtlingsunterkunft rückte die Polizei mit Schutzschilden an.


Vor einer Notunterkunft für Flüchtlinge in Heidenau bei Dresden ist es die zweite Nacht in Folge zu Krawallen gekommen. Aus einer Gruppe von etwa 150 rechten Demonstranten flogen am späten Samstagabend Flaschen und Feuerwerkskörper. Die Polizei rückte daraufhin mit Schutzschilden vor und begann, die Straße zu räumen.

Die Rechtsextremen hätten sich vor der örtlichen Flüchtlingsunterkunft in einem leer stehenden Baumarkt versammelt und eine "offensichtlich organisierte massive Attacke" gegen Polizisten geführt, sagte ein Polizeisprecher. Beamte seien mit Flaschen, Steinen und Feuerwerkskörpern beworfen worden. Die Polizei habe sofort eingegriffen und die Störer abgedrängt. Ob es Verletzte oder Festnahmen gab, konnte der Sprecher nicht sagen. Zahlen und nähere Details zu dem Polizeieinsatz gebe es wahrscheinlich im Lauf des Sonntags.

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Rechte Randale in Heidenau: Böller, Flaschen, Alkohol

"Es waren ähnliche Szenen wie in der Nacht zuvor", sagte ein Sprecher der Polizei am Sonntagmorgen. Bereits in der Nacht zu Samstag hatten Hunderte Rechtsextreme gegen die Unterkunft randaliert, in der Flüchtlinge ein notdürftiges Heim gefunden haben. Sie bepöbelten Asylbewerber und bewarfen Polizisten mit Steinen, Flaschen und Feuerwerkskörpern. 31 Beamte wurden verletzt, der Bürgermeister des Ortes wurde bedroht. Erst nachdem die Polizei Reizgas gegen die Randalierer eingesetzt hatte, konnten die ersten Flüchtlinge in das Gebäude einziehen.

Am Samstagabend hatten zuerst etwa 150 linke Demonstranten in mehreren Gruppen für die Aufnahme von Flüchtlingen und gegen die gewalttätigen Ausschreitungen protestiert. Die Polizei konnte verhindern, dass rechtsextreme und linke Demonstranten aufeinander losgingen, die beiden Gruppen waren aber lediglich durch eine Bundesstraße voneinander getrennt. Die Atmosphäre war angespannt, es blieb in dieser konfrontativen Situation aber zunächst bei lautstarken Pöbeleien, Provokationen und Beleidigungen. Anschließend eskalierte die Situation erneut, als Polizisten angegriffen wurden.

Bis Samstagabend waren etwa 120 neue Flüchtlinge in der Notunterkunft in Heidenau angekommen. Vier Busse konnten das Gebäude ungehindert erreichen.

apr/fdi/dpa



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