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Archiv des Altkanzlers: Streit über Helmut Kohls politischen Nachlass

Das Ehepaar Kohl: "Ich stehe unter Groupie-Verdacht" Fotos
DPA

Es geht um das umfangreiche Handarchiv des Altkanzlers. Zwischen dem Ehepaar Kohl und der CDU gibt es nach SPIEGEL-Informationen einen Disput über den Verbleib der rund 400 Aktenordner.

Hamburg - Zwischen der CDU und dem Ehepaar Kohl bahnt sich ein Streit über den politischen Nachlass von Helmut Kohl an. Der Altkanzler hat nach SPIEGEL-Informationen bereits Ende des Jahres 2010 sein privates Handarchiv, das er kurz nach seiner Abwahl im Jahr 1998 dem Archiv der Konrad-Adenauer-Stiftung in Sankt Augustin bei Bonn übergeben hatte, in sein Privathaus nach Oggersheim bringen lassen. (Die ganze Geschichte lesen Sie hier im aktuellen SPIEGEL.)

Die Akten enthalten unter anderem zahlreiche Redeentwürfe nebst Korrekturen des Altkanzlers, aber auch Briefe internationaler Staatsmänner. Offiziell wurde der Stiftung mitgeteilt, Kohl benötige die rund 400 Aktenordner für die Abfassung des vierten Bandes seiner Memoiren. In der CDU wird allerdings bezweifelt, dass der kranke Altkanzler die Kraft findet, seine Erinnerungen zu vollenden.

Der Ehrenvorsitzende der Adenauer-Stiftung, Bernhard Vogel, forderte Kohl und seine Frau auf, die Akten der Stiftung zurückzugeben. "Natürlich ist Helmut Kohl mehr als eine Privatperson. Deshalb hat auch die Öffentlichkeit einen Anspruch auf seinen politischen Nachlass", sagte der ehemalige Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz und Thüringen. "Er wäre sicherlich am besten im Archiv der Adenauer-Stiftung aufgehoben."

Streit über 200 Tonbänder

Hintergrund ist die in der CDU verbreitete Sorge, dass sich Maike Kohl-Richter zur alleinigen Herrin des politischen Erbes von Kohl erklärt. Kohl hat sich im vergangenen Dezember vor dem Landgericht Köln auch die Herausgabe jener 200 Tonbänder mit Gesprächen erstritten, die der WDR-Journalist Heribert Schwan mit Kanzler Kohl führte und die die Grundlage bilden für die Memoiren des Altkanzlers.

Kohl gibt in den Interviews tiefen Einblick in sein Wirken. Die Tonbänder enthielten zumindest teilweise das "historische Vermächtnis" Kohls, heißt es in dem Urteil des Landgerichts. Schwan, der als Ghostwriter die ersten drei Bände der Kohl-Erinnerungen verfasst hatte, legte Berufung gegen das Urteil ein. Eine Entscheidung soll Mitte Juli fallen.

Das Verhältnis zwischen der Union und Maike Kohl-Richter ist schon seit geraumer Zeit angespannt. Kohl-Richter hatte sich zuletzt in einem Interview geäußert. Dort erklärte sie unter anderem, dass sie die "alleinige Entscheidungsbefugnis" über den Kohl-Nachlass innehaben soll.

suc

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insgesamt 75 Beiträge
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1. Natürlich will "die ICH Partei" à la Merkel wissen,
CONTRAST 29.06.2014
Zitat von sysopREUTERSEs geht um das umfangreiche Handarchiv des Altkanzlers. Zwischen dem Ehepaar Kohl und der CDU gibt es nach SPIEGEL-Informationen einen Disput über den Verbleib der rund 400 Aktenordner. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/helmut-kohl-cdu-und-ehepaar-kohl-streiten-ueber-nachlass-a-978079.html
was Kokl über seinen Verein, sein Mädchen aus der DDR, so dachte. Natürlich auch über die Bayern Filiale CSU. Da sind nicht nur freundliche Worte zu Papier gebracht! Das ist Kohls geistiges Eigentum und sollte n i c h t den CDU Schnüfflern überlassen werden.
2. gespaltene Persönlichkeiten...
colonium 29.06.2014
Zitat von sysopREUTERSEs geht um das umfangreiche Handarchiv des Altkanzlers. Zwischen dem Ehepaar Kohl und der CDU gibt es nach SPIEGEL-Informationen einen Disput über den Verbleib der rund 400 Aktenordner. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/helmut-kohl-cdu-und-ehepaar-kohl-streiten-ueber-nachlass-a-978079.html
Frau Kohl scheint einem Irrglauben aufzusitzen. Sie denkt, dass Sie durch die Ehe mit dem Altkanzler , der Altkanzler geworden wäre. Die permanente Dominanz von Frau Kohl in fast jeder Lebenslage des Altkanzlers, das Verprellen fast aller alten Freunde Kohls, das Zerwürfnis mit den Söhnen Kohls, die eigentümlichen Barabhebungen großer Summen vom Konto H. Kohls usw.. kann kein Zufall sein. Frau Kohl scheint ihren Mann weitesgehend isoliert zu haben und durchaus finanzielle Interessen in den Vordergrund zu stellen. Aber ihr geht es wohl auch um Anerkennung. Sie will ein Stück vom "Glanz" des Altkanzlers und das geht nur aus einer Machtposition heraus. Sie merkt aber nicht, dass ihr Verhalten ihren Minderwertigkeitskomplex gegenüber Hanelore Kohl nicht heilen kann, sondern ihre öffentliche Wahrnehmung nur noch mehr beschädigt. Ich stehe Helmut Kohl politisch nicht nahe, seine Rolle in der Spendenaffäre war ein moralisches Desaster, aber ihn jetzt so leiden zu sehen, unter seiner Frau, löst bei mir Mitleid aus. Es erinnert mit ein wenig um die Vorgänge um die letzte Ehefrau von Willy Brandt.
3. Streit ! Streit ?
Hilfskraft 29.06.2014
warum Streit? Was erhofft man sich von diesen 400 Aktenordnern? Was könnte drinstehen, was das Ehepaar Kohl verheimlichen will? Wenn es um die Herkunft des weggeschafften Geldes geht, hätte die Staatsanwaltschaft sicher Möglichkeiten genutzt. Das wird es wohl nicht sein. Vielleicht vermutet man andere Geheimnisse über Kohls Staatsführung, der Wende, dem Verhältnis zu seiner Nachfolgerin ... Kann ich verstehen. Das interessiert mich auch. Mir ist daher nicht ganz klar, wie hier überhaupt die persönlichen Besitzrechte lauten. Es geht um Arbeitsmaterial. Wenn ein normaler Arbeitnehmer seinen Platz räumt, kann er auch nicht über alles, was seine Handschrift/Unterschrift trägt, es als sein EIGENTUM ansehen und darüber frei verfügen. Man sollte diesen beiden vielleicht mal erklären, dass er nicht unser König Helmuth war. WIR SIND DAS VOLK !!!
4.
tkedm 29.06.2014
Zitat von CONTRASTwas Kokl über seinen Verein, sein Mädchen aus der DDR, so dachte. Natürlich auch über die Bayern Filiale CSU. Da sind nicht nur freundliche Worte zu Papier gebracht! Das ist Kohls geistiges Eigentum und sollte n i c h t den CDU Schnüfflern überlassen werden.
Naja, das weiß man doch eh schon. Das wurde doch alles in der Öffentlichkeit ausgetragen. So passiert das doch heute immer noch.
5. Der gute Mann
hjcatlaw 29.06.2014
ist noch nicht tot, und schon wird über seinen "Nachlass" gestritten. Hat der Altkanzler eigentlich noch eine eigene Meinung oder ist seine Frau bereits Vormund?
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