Newsblog Das war Der Morgen @SPIEGELONLINE am 19.06.2017

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Fahrgäste der Bahn
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Fahrgäste der Bahn

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Armin Himmelrath
Herzlich willkommen bei Der Morgen @SPIEGELONLINE.
Bis 9 Uhr begleitet Sie heute Armin Himmelrath beim Start in den Tag - hier finden Sie den Autor bei Twitter.
Die wichtigsten politischen Themen des Tages finden Sie kompakt in unserem Briefing DIE LAGE.
Ein völliges Chaos erleben Bahnkunden heute morgen in zahlreichen Regionen Deutschlands, unter anderem rund um Leipzig, in Berlin, NRW und Hamburg: Überall meldet die Bahn massive Störungen durch Vandalismusschäden.
 
Auffällig ist, dass sich die Arten der Zerstörungen gleichen: Es soll sich flächendeckend um Kabelbrände handeln. Das führt bei Kollegen wie Florian Flade von der "Welt", der sich viel mit Sicherheitsthemen beschäftigt, zu Stirnrunzeln - und sorgt für einige Fragen.
 
Flade vermutet, es könnte sich um einen Vorgeschmack auf die Proteste gegen den G20-Gipfel in Hamburg Anfang Juli handeln. Auch andere Journalisten sprechen von einer möglicherweise "gesteuerten Aktion".
 
Die Kollegen hier bei SPIEGEL ONLINE sind bereits dran und recherchieren, was es mit den vielen Ausfällen auf sich hat - später mehr dazu bei uns auf der Seite.
Und das war es schon wieder an diesem Montagmorgen. Ich danke Ihnen sehr für Ihr Interesse! Die Kollegen hier bei SPIEGEL ONLINE werden Sie weiter auf dem Laufenden halten - von der mutmaßlich breit koordinierten Sabotage an den Bahnstrecken bis zu den Ermittlungen nach dem neuen Terroranschlag in London, von den beginnenden Brexit-Verhandlungen bis zu den Reaktionen auf das Wahlergebnis in Frankreich.
Kommen Sie gut in den Tag und in diese Woche - bis bald!
Jetzt untersucht der Staatsschutz die Brände an den Zuggleisen bei Hamburg: Geprüft wird, ob es sich um einen politisch motivierten Anschlag handelt. In der Nacht zum Montag hatten im Stadtteil Eidelstedt und im Bereich Höltigbaum Kabel neben den Gleisen gebrannt, erklärte ein Polizeisprecher am Morgen. Weitere Einzelheiten waren zunächst unklar. Eine Sprecherin der Deutschen Bahn sagte, der Zugverkehr auf der Strecke Hamburg-Lübeck sei zwischen Rahlstedt und Ahrensburg unterbrochen. Sie sprach von Vandalismus.
Das wird Heiko Maas freuen: Nachdem es bisher viel Kritik gab, hat sich jetzt der Deutsche Richterbund hinter den Gesetzentwurf des Bundesjustizministers gestellt. Maas will damit erreichen, dass Facebook und andere Plattformen strafbaren Hass und Hetze in sozialen Netzwerken löschen. Das berichtet die "Berliner Zeitung" unter Berufung auf die Stellungnahme des Hamburger Staatsanwalts Ulf Bornemann für die Anhörung des Bundestags-Rechtsausschusses, die am Montag stattfindet. Bornemann tritt dort für den Richterbund auf. "Das Gesetz stellt ein klares Signal der Politik dar, gegen Hasskriminalität in sozialen Netzwerken vorzugehen und die Verfolgung dieser Kriminalitätsform - insbesondere der Straftatbestände des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen sowie der Volksverhetzung - zu ermöglichen", heißt es in der Stellungnahme, die der Zeitung vorliegt.
Bei unseren französischen Nachbarn gab es gestern die zweite Runde der Parlamentswahlen mit einem eindeutigen Ergebnis zu Gunsten von Emmanuel Macron. Die Regionalzeitung "Les Dernières Nouvelles d'Alsace" kommentiert das so:

"Die Urnen des Jahres 2017 haben ein Katapult verdeckt, das eine Partei, die noch vor einem Jahr unbekannt war, in die Nationalversammlung geschleudert hat. Man muss festhalten, dass das Szenario einer Überflutung der sozialistischen Partei (PS) und der Republikaner durch die extreme Linke und die extreme Rechte nicht stattgefunden hat. France Insoumise et Front National (FN) haben in der ersten Runde der Präsidentenwahl geglänzt, waren aber danach nicht mehr auf der Höhe ihrer Erwartungen."
Ein neues Rekordhoch gibt es weltweit bei Flüchtlingen und im eigenen Land Vertriebenen: Vor Krieg, Gewalt und Verfolgung waren im vergangenen Jahr 65,5 Millionen Menschen auf der Flucht, 300.000 mehr als im Jahr davor. Jeder fünfte stammte aus Syrien. Jede einzelne Minute des Jahres mussten irgendwo auf der Welt 20 Menschen fliehen, berichtete das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR). Jeder 113. Mensch auf der Welt ist ein Flüchtling. Seit 1997 hat sich die Flüchtlingszahl damit praktisch verdoppelt.
 
Foto: dpa
 
Thematisch passend dazu gibt es eine neue Umfrage: Nur eine Minderheit der Deutschen will Flüchtlingskindern von Anfang an die gleichen Möglichkeiten einräumen wie ihren deutschen Altersgenossen. 42 Prozent seien dafür, aber 52 Prozent dagegen, hat das Deutsche Kinderhilfswerk bei einer repräsentativen Befragung herausgefunden. Sechs Prozent der Befragten hatten demnach keine Meinung dazu. Damit sei die Zustimmung zur Gleichbehandlung von Flüchtlingskindern in den vergangenen beiden Jahren "deutlich gefallen", teilte die Kinderschutzorganisation mit. Sie bezeichnete dies als "Warnsignal". Auch bei der Frage des Familiennachzugs für Flüchtlingskinder sind die Deutschen laut Umfrage gespalten. 42 Prozent sprachen sich dafür aus, dass die Eltern und minderjährigen Geschwister der Kinder nach Deutschland kommen dürften. 42 Prozent waren dagegen, während 16 Prozent der Befragten dazu keine Meinung hatten.

Na, da schau her - ist das ein Wetterchen, das uns da für heute prognostiziert wird? Und dann noch diese Lyrik, die uns der Meteorologe zukommen ließ: "Die Luft erwärmt sich auf 27 bis 33 Grad, mit den höchsten Werten im Südwesten. An den Küsten bleibt es bei auflandigem Wind mit 21 bis 24 Grad zum Teil kühler." Man könnte auch sagen: Es wird schön heute. Und wenn Sie mehr wissen möchten, dann werden Sie hier fündig.
Was erleben Sie heute Morgen beim Bahnfahren? Sind Sie auch von den massiven Störungen betroffen?
 
Schneller Rundblick über die Nachrichtenlage um 8 Uhr:
  • In London hat es erneut einen Terroranschlag mit einem Auto gegeben, es gab einen Toten und acht Verletzte.
  • Bundesweit kommt es zu Störungen im Bahnverkehr durch Vandalismus - möglicherweise handelt es sich um eine koordinierte Sabotage-Aktion.
  • Heute beginnen die Brexit-Verhandlungen, beide Seite sind im Vorfeld ziemlich nervös.
Ganz ohne Ihren Versicherungsvertreter müssen Sie heute auskommen, wenn Sie in Stuttgart, Karlsruhe oder Mannheim leben: Die Arbeitnehmer der Versicherungsbranche sind dort nämlich heute zum Streik aufgerufen. Die Gewerkschaft Verdi will damit den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen. In Stuttgart sind unter anderem Mitarbeiter der Allianz und des Finanzkonzerns Wüstenrot & Württembergische zu befristeten Arbeitsniederlegungen aufgerufen. Landesweit werden mehr als 1500 Teilnehmer an Protesten erwartet. Verdi fordert 4,5 Prozent mehr Geld für die Beschäftigten sowie Regeln für flexible Arbeitszeiten und mobiles Arbeiten in den Tarifverhandlungen. Die Arbeitgeber finden das viel zu viel und haben erstmal 1,8 Prozent mehr Geld für die Beschäftigten ab 1. November 2017 und weitere 1,5 Prozent ab 1. Februar 2019 angeboten.
Er lebt seit fünf Jahren in der Botschaft von Ecuador in London: Wikileaks-Gründer Julian Assange will heute Mittag vom Balkon seines Exils eine Rede halten. Der Australier war 2012 in die Botschaft geflüchtet, um einer Festnahme wegen Vergewaltigung zu entgehen. Die schwedische Staatsanwaltschaft hat die Vorwürfe aber im Mai fallengelassen. Assange befürchtet aber, beim Verlassen der Botschaft von der Londoner Polizei festgenommen und möglicherweise an die USA ausgeliefert zu werden.
 
Foto: dpa
 
 
Foto: dpa
 
Ach, liebe Mütter - lasst das besser sein mit dem Rauchen, wenn eure Kinder noch klein sind. Sonst geht es euch wie der Frau in Italien, die mit ihrem Kind im Schnellzug von Mailand nach Neapel unterwegs war. Sie wollte den Halt in Rom für eine Zigarette auf dem Bahnsteig nutzen - da fuhr die Bahn mit ihrer sechsjährigen Tochter an Bord plötzlich davon. Als sich die Türen des Zuges plötzlich schlossen, versuchte die Mutter die Türen noch in heller Aufregung zu öffnen, wie Polizisten am Bahnhof Tiburtina beobachteten. Das Mädchen konnte vom Zugpersonal schnell ausfindig gemacht werden. Eine Station später - am Hauptbahnhof in Rom - waren die beiden wieder beieinander.
Für Ballsportliebhaber gibt es heute einen Pflichttermin vor dem Braunschweiger Landgericht: Die Sportartikelhersteller Puma und Adidas streiten sich um einen Sportschuh. "Den Beklagten soll aufgrund einer Verletzung eines europäischen Geschmacksmusters untersagt werden, das Modell 'Stan Smith Boost' anzubieten", heißt es in der Ankündigung des Gerichts. Der "Stan Smith Boost" gehört zu einer Reihe von Retro-Modellen aus den 1970ern, die Adidas erfolgreich wiederbelebt hat. Nach Angaben des Gerichts dreht sich der Streit um zwei Geschmacksmuster. Beide Geschmacksmuster sind auf Puma angemeldet. Ein Adidas-Sprecher wollte sich unter Hinweis auf das laufende Verfahren nicht äußern.
Warum ist Mathematik im Alltag wichtig? Deshalb vielleicht.
 
Was Sie um 7 Uhr von der Nachrichtenlage wissen sollten:
Foto: dpa
 
Einen Toten hat ein illegales Autorennen in Mönchengladbach in der Nacht von Freitag auf Samstag gefordert, und einer der mutmaßlichen Raser ist noch immer auf der Flucht. Der Mann hatte sich gemeinsam mit einem 28-Jährigen ein Rennen geliefert. Dabei war ein 38 Jahre alter Fußgänger von einem der Fahrzeuge erfasst und tödlich verletzt worden. Er starb noch an der Unfallstelle. Der 28-Jährige wurde vorläufig festgenommen, kam aber nach wenigen Stunden wieder auf freien Fuß. Der Fahrer des zweiten Autos raste davon und wird derzeit noch gesucht, teilte die Polizei mit.
In der Vergangenheit hat es in Deutschland immer wieder schwere Unfälle bei illegalen Autorennen gegeben. Heute beginnt in Saarlouis im Saarland der Prozess um ein mutmaßliche illegales Rennen, bei dem eine 14-Jährige ums Leben gekommen war.
 
Nach dem Hochhausbrand in London könnte die Zahl der Todesopfer weiter steigen. Bislang war die Polizei auf Basis von Vermisstenmeldungen von mindestens 58 Toten ausgegangen. Für heute haben die Ermittler jedoch neue Angaben angekündigt. Über die Zahl wolle man jetzt aber noch nicht spekulieren. Außerdem könnten einige der Toten womöglich nie identifiziert werden, weil sie so schwer verbrannt seien, sagte Stuart Cundy von Scotland Yard. Die Polizei veröffentlichte Fotos aus dem Innern des ausgebrannten Gebäudes, die das Ausmaß der Katastrophe zeigen.
Foto: Kyodo/ Reuters
 
Zum Unfall zwischen dem US-Zerstörer "USS Fitzgerald" und einem Containerschiff (hier im BIld zu sehen) vor der japanischen Küste gibt es neue Einzelheiten. Die US-Marine hat den Tod von sieben Matrosen bestätigt. Die Leichen der Soldaten wurden identifiziert, wie die Marine mitteilte. Zuvor hieß es, mehrere Leichen seien im Bereich der Schlafkojen gefunden worden, die bei dem Unglück plötzlich überflutet wurden. Die Toten waren zur Identifizierung in ein Marinekrankenhaus in Yokosuka gebracht worden. Das Kriegsschiff war in der Nacht zum Samstag rund 56 Seemeilen südwestlich von Yokosuka mit dem Frachter "ACX Crystal" zusammengestoßen. Die "ACX Crystal" fährt unter philippinischer Flagge, gehört jedoch der japanischen Reederei NYK Line.
In China sind während eines Linienflugs 26 Passagiere verletzt worden. Die Maschine der China Eastern Airlines war auf dem Weg von Paris nach Kunming, als Flug MU 774 in Turbulenzen geriet. Die Fluggäste hätten Prellungen und zum Teil auch Brüche erlitten, melden chinesische Agenturen. Mindestens vier Personen seien bei dem Vorfall schwer verletzt worden. Die Fluglinie erinnerte in einem Statement daran, dass sich Passagiere während des Flugs immer anschnallen sollten.
Bei all den schweren Nachrichten, die da heute Morgen hereinkommen, habe ich das Gefühl, dass ein bisschen Aufmunterung gut tun würde. Vielleicht hilft ja Musik - hier ist die amerikanische Sängerin und Musikerin Garrison Starr.
 
Richtig toll scheint die Personalsituation in vielen Kitas nicht zu sein: Nach Informationen der "Welt am Sonntag" beschäftigen etliche Einrichtungen weniger Betreuungspersonal als vorgeschrieben. Dies ergebe sich aus Daten der Landesrechnungshöfe der 16 Bundesländer. Demnach deckten unabhängige Prüfer in drei Bundesländern - Nordrhein-Westfalen, Berlin und Hamburg - bei Sonderprüfungen auf, dass in den überprüften Kitas deutlich weniger Erzieherinnen arbeiteten als durch die Mindestpersonalverordnungen der Länder vorgegeben.
In Berlin beschäftigten die 111 Kitas, die in der Stichprobe unter die Lupe genommen wurden, zusammen 163 Fachkräfte weniger als vorgeschrieben. In Hamburg arbeiteten in Gruppen für unter Dreijährige nur zwischen 77 und 83 Prozent der festgelegten Kräfte. Und in Nordrhein-Westfalen unterschritt fast jede zweite Einrichtung die Vorgaben. Mögliche Gründe sind der Fachkräftemangel im Kita-Bereich - und der Versuch der Betreiber, die Betriebskosten niedrig zu halten.
Im Rahmen der Trauerfeierlichkeiten nach dem Tod von Helmut Kohl soll es ausschließlich einen europäischen Staatsakt in Straßburg geben. Ein weiterer nationaler Staatsakt in Deutschland sei nicht vorgesehen, schreibt die „Bild“-Zeitung in ihrer heutigen Ausgabe. Dies sei Kohls ausdrücklicher Wunsch gewesen. Der Altkanzler war am Freitag im Alter von 87 Jahren in seinem Haus in Ludwigshafen-Oggersheim gestorben.
 
Foto: Steffi Loos/ dpa

Kohl soll als erste Persönlichkeit in der Geschichte der EU mit einem europäischen Staatsakt geehrt werden. Der genaue Termin und die Details sind nach Angaben der EU-Kommission aber noch offen. An dem Staatsakt sollen EU-Spitzenvertreter und politische Weggefährten Kohls teilnehmen. Aber auch in Deutschland dürfte es wohl eine größere Trauerzeremonie geben. Direkt nach den Feierlichkeiten in Straßburg sei im Dom zu Speyer in Rheinland-Pfalz eine Totenmesse geplant.
Was ist in den vergangenen Stunden passiert?
  • In London ist schon wieder ein Auto in eine Menschengruppe gerast, es gab mindestens einen Toten und mehrere Verletzte, die Polizei ist im Großeinsatz. Über die Hintergründe ist noch wenig bekannt, allerdings soll es sich bei den Opfern um Muslime handeln, die gerade aus einer Moschee kamen.
  • Nach der Parlamentswahl in Frankreich verfügt Emmanuel Macron jetzt über eine satte absolute Mehrheit.
  • Nach den Anschlägen in Teheran hat der Iran IS-Stellungen in Syrien bombardiert. Die Regierung in Teheran spricht von "Rache".
  • Außerdem hat die US-Luftwaffe erstmals einen syrischen Kampfjet abgeschossen. Der Zwischenfall ereignete sich über Nordsyrien.
Eine neue Woche, ein neuer Montag: Herzlich willkommen zum "Morgen" und damit zum Nachrichtenstart in diese 25. KW des Jahres, verehrte Leserin und lieber Leser. Es geht - leider - mit einer weiteren Terrornachricht los, und die kommt schon wieder aus London.


insgesamt 16 Beiträge
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Seite 1
friemel2000 19.06.2017
1. Natürlich
Moin zusammen Natürlich wird es keinen Staatsakt geben. Denn bei dem Akt, wird der Sarg mit einer Deutschen Flagge bedeckt. Wir alle wissen ja, wie Merkel auf Deutsche Flaggen reagiert. Sie konnte sich schon kaum zurück halten bei Schmidts Staatsakt. Man siehe sich nur das Gesicht von Merkel an. Steht alles auf der Stirn. Von daher war mir völlig klar, dass es keinen Staatsakt für Kohl oder weitere geben wird.
ekel-alfred 19.06.2017
2. Ja mei....
Warum provinziell, wenn es auch eine Nummer größer geht? Ein deutscher Staatsakt reicht da nicht mehr.....
alkman 19.06.2017
3. kein Staatsakt in Deutschland?
Wenn sich Kohl wirklich einen Staatsakt in Deutschland verbeten hat, dann sicher aus Kränkung über seine öffentliche Behandlung in der Spendenaffäre. Kohl war nachtragend. Es gibt auch historische Vorbilder: König Wilhelm II. von Württemberg hat letztwillentlich verfügt, daß sein Trauerzug auf dem Weg von Bebenhausen nach Ludwigsburg Stuttgarter Boden nicht berührte, da er den Novemberrevolutionären von 1918 den Sturm auf das Wilhelmspalais nicht verziehen hatte, Noch bekannter ist die Tatsache, daß sich de Gaulle die Anwesenheit in- und ausländischer Politiker an seinem Grab in Colombey-les-deux-eglises verbeten hat, lediglich die Armee war mit einer Abordnung vertreten. Es gab dann auch keinen Staatsakt und keinen Trauerzug, lediglich ein Requiem in Notre Dame (Paris) ohne Politikerreden. Das Testament wurde von de Gaulle m.W. 1953 verfaßt, als er im unfreiwilligen politischen Exil lebte und seine Rückkehr in die Politik 1958 nicht absehbar war. Dennoch änderte er es später nicht mehr. Offenbar machte er sich keine Illusionen über den Wankelmut seiner Mitmenschen, deren Unbeständigkeit er verachtete. Wenn Kohl das ähnlich verfügt hat, sollte es mich nicht überraschen. Nach seiner Überzeugung hat ihm das Volk seine historische Leistung schlecht vergolten. Ein europäischer Staatsakt in Straßburg Verbindung mit einem deutschen Dom in Speyer ist da eine "elegante" Lösung-
panzerknacker 51 19.06.2017
4. Typisch
Nachtragend bis in den Tod - auch das war Helmut Kohl.
esgehtdoch1974 19.06.2017
5. zum Schluss eine schallende Ohrfeige
Jetzt hat Helmut Kohl es noch mal allen gezeigt, wie seine Position zum Deutschen Volk. Er stand über dem Gesetz (er nannte bis zuletzt nicht die Spender) und nun hat er selber den Deutschen Staatsakt abgelehnt. Bei allem gebührenden Respekt ... so geht kein Demokrat. #notmykanzler
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