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Nachlass des Altkanzlers: Regierung erteilt Plänen für Kohl-Stiftung vorerst Absage

Altkanzler Kohl: "Keine Planungen" für Gründung einer Stiftung Zur Großansicht
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Altkanzler Kohl: "Keine Planungen" für Gründung einer Stiftung

Die Veröffentlichung von geheimen Gesprächsauszügen von Helmut Kohl erzürnt alte Weggefährten. Doch wie soll mit dem Nachlass des Altkanzlers umgegangen werden? Eine Helmut-Kohl-Stiftung wird es zunächst nicht geben.

Berlin - Die vom SPIEGEL veröffentlichen Auszüge aus Protokollen von Helmut Kohl haben die Debatte über den Umgang mit dem Vermächtnis des Altkanzlers neu befeuert (lesen Sie hier die Titelgeschichte über Helmut Kohl im aktuellen SPIEGEL).

Der ehemalige CDU-Generalsekretär Volker Rühe hatte gegenüber SPIEGEL ONLINE die Gründung einer Helmut-Kohl-Stiftung ins Gespräch gebracht, die den historischen Nachlass verwahren und der Forschung zugänglich machen könnte. Die Bundesregierung hat diesen Überlegungen nun eine Absage erteilt: Hierfür gebe es "keinerlei Planungen", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Er verwies darauf, dass derartige vom Bund finanzierte Einrichtungen wie etwa für Ex-Kanzler Willy Brandt Gedenkstiftungen seien. Hierfür würden zu Lebzeiten der Persönlichkeiten keine Planungen gemacht.

Die Gedenkstiftungen des Bundes würdigen Politiker des 19. und 20. Jahrhunderts, die eine bedeutende Rolle in der deutschen Geschichte gespielt haben - neben Willy Brandt (Kanzler) zählen dazu Konrad Adenauer (erster Bundeskanzler), Theodor Heuss (erster Bundespräsident), Otto von Bismarck (erster deutscher Reichskanzler) und Friedrich Ebert (erster Reichspräsident).

Angesprochen auf im SPIEGEL zitierte kritische Äußerungen Kohls unter anderem über Angela Merkel sagte Seibert: "Kein Kommentar." Unter anderem hatte der langjährige CDU-Chef der heutigen Kanzlerin attestiert: "Die Merkel hat keine Ahnung." Und schlimmer noch: "Frau Merkel konnte ja nicht richtig mit Messer und Gabel essen. Sie lungerte sich bei den Staatsessen herum, sodass ich sie mehrfach zur Ordnung rufen musste."

Verlag startet Buch-Auslieferung

Diese Protokolle sind Auszüge aus geheimen Gesprächen, die der frühere WDR-Journalist Heribert Schwan 2001/2002 mit Kohl führte, und die er nun zusammen mit dem Autor Tilman Jens publiziert hat. Die damalige Wut auf die heutige Parteichefin hatte offenbar einen Grund: Merkel war zuvor als CDU-Generalsekretärin in der Spendenaffäre auf Distanz zu ihm gegangen.

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Kohls Abrechnung: Wen der Altkanzler schmähte

Das Buch "Vermächtnis. Die Kohl-Protokolle" erscheint in dieser Woche im Heyne-Verlag. Trotz eines schwelenden Streits über die Veröffentlichung begann der Verlag am Montag damit, das Buch auszuliefern. "Wir haben bisher keine Unterlassungsaufforderung bekommen, die Bücher befinden sich in der Auslieferung und sind dann ab morgen sukzessive im Handel erhältlich", sagte eine Verlagssprecherin.

Hintergrund ist der Bruch zwischen Kohl und Schwan. Der WDR-Journalist zeichnete insgesamt mehr als 600 Stunden lang Gespräche mit dem Altkanzler auf. Sie dienten Schwan bei der Abfassung der Kohl-Memoiren, bevor sich Kohl im Jahr 2009 im Streit von Schwan trennte.

Kohl hat sich die Tonbandprotokolle gerichtlich zurückgeklagt, nachdem er sich mit Schwan überworfen hatte. Sie lagern seit März dieses Jahres in seinem Haus in Oggersheim, wo er mit seiner zweiten Frau, Maike Richter-Kohl, lebt. Abschriften, die sich Schwan bis dahin gemacht hatte, dienten als Grundlage für das nun erscheinende Buch. Das Berliner Büro Kohls äußerte sich auf Anfrage am Montag nicht dazu, ob nun rechtliche Schritte geplant sind.

syd/sev/dpa

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insgesamt 32 Beiträge
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1. Nachlass
Herr Hold 06.10.2014
Wie mit dem nachlass umgegangen werden soll? Wie mit dem aller anderen Menschen auch. Im Keller der Angehörigen lagern, verkaufen, verschenken etc. Kohl-Stiftung. Ich fasse es nicht.
2. Ein Andenken an Kohl? Nur über Merkels ...
fc-herrenturnverein 06.10.2014
... Leiche. Und: Sorry, das einzige Denkmal an dem fleissig gebaut wird ist das der Kaiserin Merkel und das des volldebildementen Michels, der das alles so zulässt und sich nicht gegen die neofeudale-großkapitale Herrscherclique von Merkels und der Banken Gnaden auflehnt. Da der Michel schläft, hoffe ich auf Seehofer, die CSU und AFD. Von dort kommt der Gegenwind für Mutti und ihre Sozenfreunde. Und da wird sie ihr Fähnchen nicht mehr ruhig flattern lassen können, sie wird agieren müssen und sie wird dabei Schaden nehmen, denn auch der Gabriel will ihren Job :-)
3. Wie es ein Professor an meiner Uni sagte
dschmi 06.10.2014
Die Geschichte wird nicht gnädig mit Helmut Kohls Vermächtnis umgehen... Die Wiederverinigung haben hauptsächlich die Ostdeutschen Bürger zu verantworten. Jeder andere Kanzler hätte es genauso (schlecht-) machen können wie Helmut Kohl. Wäre die Wiedervereinigung nicht gekommen, wäre Kohl 1990 nicht wiedergewählt worden das wissen wir alle! Denn schon damals hat Kohl die nötigen Reformen verschlafen etc... Jeder der sich über die Hartzgesetze beschwert kann sich bei Herrn Kohl bedanken... Hätte er schon in den 80igern reformiert wären die Hartz Reformen nicht so hart gekommen! Viele haben seine Lügen und gebrochenen wahlversprechen vergessen...
4.
Helga-B- 06.10.2014
Wenn ich mich richtig erinnere, ist, ich glaube aus einem Buch von Bernd Engelmann, Herrn Kohl von seinem damaligen politisch wandlungsfähigen Protektor und Gönner seine Frau Hannelore an die Seite gegeben worden, damit der ungeschliffene grobschlächtige Herr Kohl durch seine Frau gute Manieren beigebracht bekommt. Aber viel hat es wohl jedenfalls auf Dauer nicht gebracht.
5. Sehr interessant.
nikolaus1962 06.10.2014
Es ist doch immer wieder sehr interessant wie die Bürger jetzt mit alt Kanzler Helmut Kohl in Gericht gehen. Er wurde immer von der Mehrheit gewählt. Wenn Kohl als Kanzler so schlecht war, dann war, das Volk die ihn damals gewählt haben noch schlechter, bei all den Fehlern die Kohl gemacht haben mag. Wenn Barack Obama einen Friedensnobelpreis erhalten hat so kann man doch auch Helmut Kohl seine Kohlstiftung lassen und ihm ein Denkmal setzen. Verdient hat er es und er war immerhin der Kanzler der Einheit Deutschlands und was ist da schon dabei. Was soll auch der Quatsch mit dem Schwarzgelddebakels betreffs Kohl? Schauen wir uns doch die Situation von heute an, wie Banken die Vermögen von Völker verschlingen. Die Schwarzgeltaffäre mit Helmut Kohl ist Kinderkram dagegen und die Welt ist nicht besser geworden durch noch viel schlimmere Korruptionen und trotzdem wählt wie viele Blogger es so schön sagen der Michel immer dieselben Parteien. Der Deutsch wähl eben, eben das was er kennt und nicht was er nicht kennt.
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